Hamiltons Sieg in Silverstone Kälter als im Kühlschrank

Lewis Hamilton hat bei seinem Heim-Grand-Prix in Silverstone souverän gewonnen. Nico Rosberg hatte Mühe, Platz zwei zu halten. Das Verhältnis der beiden Konkurrenten ist an einem Tiefpunkt angelangt.
Lewis Hamilton

Lewis Hamilton

Foto: Matthew Childs/ REUTERS

Ausgangslage: England ohne Regen? Kaum vorstellbar. Auch in diesem Jahr begann es auf dem Traditionsparcours in Silverstone zehn Minuten vor Rennbeginn heftig zu regnen. Um schwere Kollisionen auf rutschigem Untergrund zu vermeiden, startete das Feld hinter dem Safety-Car. Das wird vor allem Lewis Hamilton gefallen haben. Der Brite sicherte sich bei seinem Heimrennen am Tag zuvor die Poleposition. Direkt hinter ihm fuhr Teamkollege Nico Rosberg. Wobei man bei dieser Konstellation mittlerweile nicht mehr von einem "Team" und schon gar nicht von einem "Kollegen" sprechen kann. Sebastian Vettel wurde, wie schon eine Woche zuvor in Österreich, wegen eines Getriebewechsels strafversetzt und startete von Rang elf.

Startphase des Rennens: Verlief unter diesen Umständen natürlich unspektakulär, um nicht zu sagen: langweilig. Fünf Runden fuhr das Feld hinter dem Safety-Car her, ehe es dann endlich im Renntempo weiterging. Auf Überholmanöver mussten die Zuschauer vorerst warten. Interessant wurde es, als fast alle Fahrer in die Box fuhren, um die Reifen zu wechseln. Gleich mehrfach wäre es dort beinahe zu Unfällen gekommen.

Ausgang des Rennens: Hamilton gewinnt sein Heim-Grand-Prix und verkürzt den Rückstand auf Rosberg in der Gesamtwertung. Hier geht es zur Meldung.

Krieg der Sterne: Mercedes-Chef Toto Wolff wird durchgeatmet haben. Vor dem Start war klar, dass Rosberg den Führenden Hamilton nicht attackieren darf. Die beiden Piloten hatten in der Schlussrunde des Großen Preises von Österreich für einen weiteren Eklat gesorgt und einen Unfall in Kauf genommen. Rosbergs Wagen nahm Schaden und rettete sich auf Platz vier ins Ziel. Trotzdem gingen zwei Mercedes auf Tuchfühlung - Hamilton kam dem Safety-Car in der Frühphase des Rennens bedenklich nahe.

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Überholmanöver des Rennens: Ereignete sich in Runde 16. Max Verstappen, neuer Publikumsliebling der Formel 1, zog an Rosberg vorbei, nachdem dieser sich einen kleinen Fahrfehler geleistet hatte. Verstappen deutet sein Potenzial in dieser Saison nicht nur an, er ruft es zunehmend komplett ab. Nach seinem historischen Sieg in Barcelona ist der dritte Platz in Silverstone der nächste Achtungserfolg des 18-jährigen Niederländers. Nicht umsonst sehen viele Experten in ihm einen kommenden Weltmeister.

Pechvögel des Rennens: Beim Grand Prix von Österreich in der Woche zuvor fuhr MRT-Pilot Pascal Wehrlein mit seinem limitierten Wagen sensationell erstmals in die Punkte. Dass er sich an solche Platzierungen nicht gewöhnen sollte, zeigte das Rennen in Silverstone. Wehrlein schied bereits in Runde sieben aus, sein Teamkollege Rio Haryanto musste seinen Wagen ebenfalls frühzeitig abstellen. Ein Tag zum Vergessen für die beiden.

Sorgenkind des Rennens: Der Trend spricht momentan nicht für Sebastian Vettel. Der vierfache Weltmeister leistete sich eine Woche nach dem Reifenschaden in Österreich etliche Fahrfehler. Mehrfach kam Vettel von der Strecke ab. Bei einem Überholmanöver drängte der 29-Jährige Felipe Massa von der Strecke, was eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe nach sich zog. Am Ende landete Vettel abgeschlagen auf Rang neun. Zu wenig für einen Fahrer mit seinen Ansprüchen.

Der Weltmeister: Pirelli hat zahlreiche Kunden in der Formel 1. Bei der Nutzung der Reifen empfiehlt der Hersteller 28-30 Runden. Hamilton schien diese Vorgabe egal gewesen zu sein. Der Brite fuhr insgesamt 34 Runden mit denselben Reifen bis ins Ziel und ging somit ein gewisses Risiko ein. Es zeigt aber auch, wie entschlossen er ist, erneut Weltmeister zu werden. Es bahnt sich ein weiteres spannendes Duell mit Rosberg an.

Spruch des Rennens: "Im Kühlschrank ist es wärmer als zwischen den beiden." Dieser Satz stammt von Sky-Kommentator Sascha Roos und spielt auf das unterkühlte Verhältnis zwischen Rosberg und Hamilton an. Nach dem Rennen standen sich die beiden in der Fahrerkabine gegenüber und waren sichtlich bemüht, Augenkontakt zu vermeiden. Hamilton wechselte lediglich ein paar Worte mit dem Drittplatzierten Verstappen.

Formel-1-Saison 2016

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