Zu teuer Malaysia steigt aus Formel 1 aus

Die Formel 1 kostet viel Geld. Zu viel Geld, sagen die Veranstalter. Malaysia will nun keine Rennen mehr ausrichten. Ärger gibt es auch in Singapur.

Lewis Hamilton auf dem Sepang International Circuit
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Lewis Hamilton auf dem Sepang International Circuit


Eigentlich will der neue Formel-1-Rechteinhaber Liberty Media den Rennkalender in den kommenden Jahren ausbauen - doch immer mehr aktuelle Ausrichter wehren sich gegen die hohen Lizenzgebühren und wollen aussteigen.

Malaysias Tourismusminister Nazri Aziz hat nun seit Wochen kursierende Spekulationen über einen Abschied bestätigt, wie die Zeitung "Star Online" berichtet. Aziz sagte Reportern im Parlament, der Sport sei "zu teuer für den Ausrichter geworden und nicht mehr so attraktiv". Der Vertrag für den Großen Preis von Malaysia auf dem Sepang International Circuit läuft noch bis 2018.

Der Chef der Strecke in Sepang, Razlan Razali, zeigte sich von der Entscheidung enttäuscht. Er werde versuchen, die Regierung umzustimmen, sollte das Rennen in den nächsten zwei Jahren wirtschaftlich erfolgreich sein, sagte er. Seit 1999 ist Malaysia Teil des Formel-1-Kalenders, die Strecke wurde vom deutschen Ingenieur Hermann Tilke entworfen.

Auch die Zukunft des Nachtrennens in Singapur ist ungewiss. Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone zufolge hat Singapur kein Interesse an der Verlängerung des Vertrags, der 2017 ausläuft. Ein Sprecher des Veranstalters sagte dem Sender Channel NewsAsia: "Wir äußern uns nicht zu laufenden Verhandlungen." Die Besucherzahlen auf dem Stadtkurs Marina Bay Street Circuit waren in diesem Jahr deutlich gesunken.

Und dann sind da noch die Rennen in Kanada, Brasilien und Deutschland, die im vorläufigen Rennkalender für 2017 vom Motorsport-Weltverband Fia noch nicht bestätigt wurden. Dort wird mit Ecclestone ebenfalls über die Höhe der Lizenzgebühren verhandelt. Zu den derzeitigen Konditionen ist es laut der Rennstreckenbetreiber schwierig, in Zukunft weiter Formel-1-Rennen wirtschaftlich zu veranstalten.

In Montréal hofft Ecclestone noch auf den Lance-Stroll-Effekt, der junge Kanadier wird in der kommenden Saison für Williams in der Formel 1 fahren. In Deutschland hat der Hockenheimring für 2018 einen bestehenden Vertrag mit der Formel 1, erhofft sich aber weitere Vergünstigungen, was Ecclestone bereits ausgeschlossen hat.

krä/dpa



insgesamt 24 Beiträge
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ulc 21.11.2016
1. Vernunft kehrt ein...
Es ist Zeit, die Formel 1 mit Ecclestone in Pension zu schicken und vollständig durch die Formel E zu ersetzen.
mediendienst 21.11.2016
2. Klar kommen weniger Leute.
Die Formel 1 ist ja so was von langweilig. Die Qualität der Fahrer wird immer unwichtiger. Wer das beste Auto hat, gewinnt. Egal, wer es fährt. Zu Niki Laudas Zeiten, konnte ein guter Fahrer noch den Unterschied machen. Heute bestimmen Autos und Team-Taktik wer gewinnt. Das mag für die einzelnen Teams spannend sein. Für die Zuseher eher nicht.
mattoregiert 21.11.2016
3. Formel E
ist wohl die Formel , alles andere müßte geächtet werden ! Unnützer Rummel ,der nur für einen kleinen Kreis Gewinne generiert.
pr8kerl 21.11.2016
4. Wer macht sich auf Kosten der öffentlichen Hand die Taschen voll?
Wie war das gleich mit den Olympischen Spielen? Reihenweise haben Kandidaten abgesagt. München, Oslo, Hamburg, Rom, Graubünden... weil diese Städte und Regionen keine Lust haben, Milliarden zu zahlen, die sich dann die geldgierige Funktionärskaste in die Taschen steckt. Und wie ist es gleich mit der Umweltfreundlichkeit?
pippipankau 21.11.2016
5.
das problem ist, dass zu viel geld abgegriffen wird, so dass die veranstalter vor ort probleme bekommen. außerdem wird die formel 1 immer "zahmer" (die autos sind so leise, fahrer sollen lieb sein wie kindergartenkinder, die rückgewinng, umgrün zu erscheinen..), das ist NICHT das, was man sehen will. das ist autorennen!!! wenn sie öko und bessere menschen werden wollen, sollten sie endlicj mal veganes essen erkaufen. als veganer ist man nämlich sogar im paddick-club gearscht.
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