Großer Preis von Monaco Zu Laudas Ehren

Dieses Rennen hätte Niki Lauda gefallen. Vier Topfahrer jagten sich durch den Stadtkurs von Monte Carlo. Lewis Hamilton hielt all dem Druck stand - wie es einem würdigen Weltmeister gebührt.

Benoit TEssier REUTERS

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Was bleibt: Diesen Großen Preis von Monaco wird man in Erinnerung behalten. Als das erste Rennen nach dem Tod von Niki Lauda, der mythischen Figur der Formel 1. Die Fahrer, die Konstrukteure, die Mechaniker, alle verneigten sich an diesem Wochenende vor dem Mann mit der roten Kappe. Und die Piloten fuhren anschließend ein Rennen, als wollten sie dem großen Österreicher in besonderem Maße eine letzte Ehre erweisen.

Ergebnis des Rennens: Lewis Hamilton fuhr einen Start-Ziel-Sieg für Mercedes heraus, es war der sechste Erfolg der Silberpfeile im sechsten Saisonrennen. Hinter ihm: Sebastian Vettel, Valtteri Bottas und Max Verstappen, der zwar als Zweiter ins Ziel kam, aber wegen einer Zeitstrafe auf Position vier zurückfiel. Aber was langweilig klingen mag - war die bislang aufregendste Rallye dieses Jahres. Hier geht es zum Rennbericht.

Szene des Rennens: Zwei Runden vor Schluss versuchte es Verstappen, der Draufgänger im Feld, dann doch. Kurz vor der Zielgeraden attackierte er an zweiter Stelle liegend den führenden Hamilton, die Autos berührten sich kurz, Hamilton ließ die Schikane aus und blieb dadurch vorne. Danach war ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen.

Start des Rennens: Immer wichtig, aber auf dem engen Stadtkurs von Monte Carlo noch wichtiger als anderswo. Hamilton, der am Tag zuvor erst seine zweite Poleposition in Monaco herausgefahren hatte, verteidigte seine Führung, die Positionen zwei bis vier blieben ebenfalls unverändert. Es drohte die große, 78 Runden währende Ödnis. Aber es kam anders.

Sebastian Vettel mit Lauda-Helm
VALDRIN XHEMAJ/EPA-EFE/REX

Sebastian Vettel mit Lauda-Helm

Verlauf des Rennens: Durch einen frühen Einsatz des Safety-Cars hatte sich das Feld noch einmal ganz eng zusammengeschoben, etliche Piloten nutzten diese Phase für frühe Boxenstopps, darunter auch die Topfahrer. Verstappen und Bottas kamen sich dabei beim Verlassen der Boxengasse gefährlich nahe, der Niederländer wurde dafür mit einer Fünf-Sekunden-Strafe belegt, die ihm nach Rennende aufgebrummt wurde. Anschließend ging es in der Reihenfolge Hamilton, Verstappen, Vettel, Bottas wieder ins Rennen - die vier hingen sich bis zum Schluss auf der Pelle.

Racer des Rennens: Verstappen prägte wie so oft das Rennen, in dem er Hamilton immer wieder unter Druck setzte, ihm zuweilen fast ins Heck fuhr. Dass der Titelverteidiger, obwohl schon seit Mitte des Rennens über die Qualität seiner Reifen lamentierend, diesem Druck bis zum Ende standhielt, macht einen aktuellen und vermutlich künftigen Weltmeister aus.

Pechvogel des Rennens: Viele Fahrer haben ihren Wohnsitz im Fürstentum, des schönen Wetters und des schönen Steuersatzes wegen. Charles Leclerc ist der einzige echte Monegasse im Fahrerfeld und derjenige, dessen Wochenende von Anfang bis Ende verhagelt war. Die Qualifikation schon war für den Ferrari-Fahrer ein Desaster, seine Pläne, das Feld im Rennen von hinten aufzurollen, endeten mit einem zerfetzten Reifen.

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Promi des Rennens: In Monte Carlo gibt sich Jahr für Jahr der Jetset sein Stelldichein. Dass jetzt auch Fußballtrainer Thomas Tuchel dazugehört, hätte er sich vor Jahren in Mainz auch noch nicht träumen lassen. Tuchel empfand im RTL-Interview, Formel 1 in Monte Carlo sei "wie Champions-League-Finale". Jemand wird ihm erzählt haben, wie es da so ist. In dieser Saison war Tuchel mit PSG im Achtelfinale der Königsklasse ausgeschieden.

Bilanz des Rennens: Zum ersten Mal in dieser Saison kein Mercedes-Doppelsieg. Ein Fünkchen Spannung.



insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
Nonvaio01 26.05.2019
1. naja
"Vier Topfahrer jagten sich durch den Stadtkurs von Monte Carlo" ist ein schlechter Witz. Richtig muss es heissen 3 schnellere Autos fahren dem ersten hinterher weil man nicht ueberholen kann. Ein Rennen war das nicht. Auf jeder anderen strecke haette Hamilton nicht gewonnen.
alexriot 26.05.2019
2.
Zitat von Nonvaio01"Vier Topfahrer jagten sich durch den Stadtkurs von Monte Carlo" ist ein schlechter Witz. Richtig muss es heissen 3 schnellere Autos fahren dem ersten hinterher weil man nicht ueberholen kann. Ein Rennen war das nicht. Auf jeder anderen strecke haette Hamilton nicht gewonnen.
Diese Aussage ist sehr gewagt, Lewis hat die Anweisung der Box befolgt und ist Reifensparend gefahren...Da Monaco kaum Überhol Chancen bietet (ohne zu Crashen) ....
DTADW 26.05.2019
3.
@alexriot, die Box musste dem wegen seiner Reifen jammernden (O-Ton Sky!) Lewis mitteilen, dass er es schaffen wird, da man nicht überholen kann. Eine "schone die Reifen Lewis" Anweisung gab es nicht, zumindest nicht im TV-Boxenfunk. Ich kann den 1. Kommentar ruhigen Gewissens untertreiben.
hollowman08 26.05.2019
4.
Zitat von Nonvaio01"Vier Topfahrer jagten sich durch den Stadtkurs von Monte Carlo" ist ein schlechter Witz. Richtig muss es heissen 3 schnellere Autos fahren dem ersten hinterher weil man nicht ueberholen kann. Ein Rennen war das nicht. Auf jeder anderen strecke haette Hamilton nicht gewonnen.
Das Hamilton der schnellste auf der Strecke ist hat er schon mit der Pole bewiesen. Deshalb ist der Hinweis auf die Strecke Mumpitz. Er hat mit dem Rennsieg allen anderen vorgeführt wie er auch zudem ganz cool und langsam auch alle im Griff hat.
Nonvaio01 26.05.2019
5. ich verstehe es schon
Zitat von alexriotDiese Aussage ist sehr gewagt, Lewis hat die Anweisung der Box befolgt und ist Reifensparend gefahren...Da Monaco kaum Überhol Chancen bietet (ohne zu Crashen) ....
aber Monaco sollte man als rennstrecke streichen. Ricardo war als fuehrender im letzten jahr zum ende hin 5 sek langsamer als der rest des feldes.....das man dann noch gewinnt hat nichts mit Rennen zu tun. Taktik, Reifen, Auto, fahrer....das sollte entscheidend sein fuer den Sieg, nicht das man nicht ueberholen kann...;-) Hamilton hat nen guten Job gemacht keine frage und ich will auch nichts von ihm wegnehmen, einfach ist es bestimmt nicht mit abgefahreren reifen da zu fahren. Nicht das man mich da falsch versteht. In Monaco hofft man ja schon auf Regen...;-)
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