Zwei weitere Jahre mit Red Bull und Toro Rosso Honda glaubt an die Formel 1, zumindest ein bisschen

Wie sieht die Formel 1 nach 2020 aus? Die Regeln stehen fest, Hersteller wie Mercedes zögern trotzdem noch. Nun hat Honda den Motorenvertrag mit Red Bull verlängert - aber nur für zwei Jahre.

Mit Honda-Motoren gemeinsam auf dem Podium in Brasilien: Max Verstappen (l.) und Pierre Gasly
Charles Coates/ Getty Images

Mit Honda-Motoren gemeinsam auf dem Podium in Brasilien: Max Verstappen (l.) und Pierre Gasly


Motorenhersteller Honda bleibt in der Formel 1 - vorerst. Der Rennstall Red Bull und das Schwester-Team Toro Rosso (ab kommender Saison unter dem Namen Alpha Tauri) setzen auch in den kommenden zwei Jahren auf den japanischen Motorpartner. Die beiden Teams bestätigten die Fortsetzung der Zusammenarbeit. Die Wagen von Toro Rosso fahren seit 2018 mit Honda, Red Bull seit dieser Saison.

Erstaunlich ist die kurze Vertragslaufzeit. Vor einem Monat wurden von Rechteinhaber Liberty Media und dem Motorsport-Weltverband Fia die neuen Regeln ab der Saison 2021 festgelegt, inklusive finanzieller Beschränkungen für die Teams. Für Honda war wichtig, dass das Motorenreglement weitestgehend unangetastet blieb, trotzdem will der Hersteller abwarten, wie sich die Formel 1 entwickeln wird. Die Saison 2021 könnte somit zu einem Probejahr werden, um danach über das weitere Engagement zu entscheiden.

Mit der sportlichen Entwicklung können Red Bull und Honda zufrieden sein. Max Verstappen gewann in diesem Jahr mit dem Honda-Motor drei Rennen für Red Bull, Toro Rosso landete mit Pierre Gasly und Daniil Kvyat zweimal auf dem Podium. Die Saison endet am kommenden Sonntag mit dem Rennen in Abu Dhabi (14.10 Uhr Liveticker SPIEGEL; TV: RTL und Sky). Verstappen geht als Gesamtdritter in den letzten Lauf, Red Bull ist in der Teamwertung Dritter, Toro Rosso Sechster von insgesamt zehn Teams.

Renault und Mercedes zögern noch

Die Formel 1 steht vor einer schwierigen Zukunft. Einerseits geht es darum, mehr Chancengleichheit herzustellen und kleinere Teams zu unterstützen. Auf der anderen Seite wollen die Hersteller Mercedes, Renault, Honda und Ferrari weiter um die Weltmeisterschaft fahren.

Der sportliche Aspekt ist vor allem Renault wichtig. Der französische Hersteller war 2016 in die Formel 1 zurückgekehrt, hat den Rückstand auf die anderen Hersteller seitdem aber nicht entscheidend verkürzen können. Renault benötigt Erfolge, um das auch nach 2020 immer noch teure Engagement in der Formel 1 rechtfertigen zu können. Die Zusage für 2021 steht daher noch aus.

So ist es auch bei Mercedes, der deutsche Serien-Weltmeister wartet ebenfalls noch ab. Der Vertrag als Motorenlieferant von Williams wurde bis 2025 verlängert, beim eigenen Werksteam steht die Entscheidung noch aus. Das hat Konzerninterne Gründe, bei Mercedes muss gespart werden, dafür sollen auch Stellen abgebaut werden. Zudem rückt der ökologische Aspekt mehr in den Vordergrund, Mercedes ist mittlerweile in die Formel E eingestiegen.

krä/dpa

insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Nachtsegler 28.11.2019
1. Das Grundübel
der Formel 1 ist das Antriebskonzept. Die Hybridtechnik ist viel zu teuer und bringt den Zuschauern nichts. Es gab mal Zeiten, da konnte ein (fast) serienmäßiger BMW - Motor eine Weltmeisterschaft gewinnen. Auch unter Umweltgesichtspunkten sind die heutigen Motoren ein Witz. Da wird der Zirkus F1 mit einer Flotte von Jumbo - Jets um die Welt geflogen. Auf der Rennpiste soll dann aber Sprit gespart werden. Das Gerede vom Technologieträger, der Vorreiter für Serienprodukte sein soll, ist auch daneben. Kein Serienauto wird je einen Antrieb haben, der so aufgebaut ist, wie ein aktueller F1 - Antriebsstrang. Alltagstaugliche Vollhybride gibt es längst. Warum kann in der F1 nicht einfach gelten, was auch bei anderen Sportarten gilt? Nur so als Beispiel: Pferde spielen bei der heutigen Mobilität keine Rolle. Sport wird aber immer noch mit ihnen gemacht. Da könnte es doch bei Autorennen auch dabei bleiben, dass Motoren von Gestern genutzt werden und Zuschauer begeistern. Wird mal im Rahmenprogramm eines F1 - Rennens ein alter Bolide mit 12 Zylindern auf eine Runde geschickt, jubeln alle Zuschauer, was den F1 - Verantwortlichen zu denken geben sollte!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.