Formel 1 in Brasilien Ferraris werfen sich gegenseitig aus dem Rennen - Verstappen gewinnt

In der Formel 1 kehrt Langeweile ein? Nein, zumindest nicht beim Großen Preis von Brasilien. Nach einer Safety-Car-Phase rückte das Feld wieder zusammen, ehe Sebastian Vettel und Charles Leclerc kollidierten.

Sebastian Vettel (links) schied aus, im Duell mit seinem Teamkollegen
Douglas Magno/AFP

Sebastian Vettel (links) schied aus, im Duell mit seinem Teamkollegen


Red-Bull-Pilot Max Verstappen hat den Großen Preis von Brasilien gewonnen. Von der Pole Position gestartet, fuhr der Niederländer zu seinem dritten Saisonsieg und sprang in der Fahrer-WM auf Rang drei. Toro-Rosso-Pilot Pierre Gasly wurde Zweiter, McLaren-Pilot Carlos Sainz nachträglich Dritter, weil der bereits als Weltmeister feststehende Lewis Hamilton mit einer Fünf-Sekunden-Strafe belegt wurde.

Die Ferrari-Piloten Sebastian Vettel, in seinem 100. Rennen für Ferrari, und Charles Leclerc kollidierten kurz vor Schluss im direkten Duell und schieden aus. Nach einem Überholmanöver von Leclerc konterte Vettel, im Zweikampf berührten sich die beiden Ferraris und zerstörten sich gegenseitig die Reifen.

Fast wäre auch Verstappens Teamkollege Alexander Albon auf das Treppchen gefahren, im Duell mit Hamilton drehte er sich aber und fiel auf Rang 14 zurück. Die Rennleitung überprüfte die Szene nach dem Rennen und bestrafte Hamilton mit einer Strafe von fünf Sekunden. Dadurch rückte Sainz auf den ersten Podiumsplatz seiner Karriere, obwohl er als Letzter in das Rennen gegangen war.

Unspektakuläres Rennen - bis zur 52. Runde

Es war das Ende eines eigentlich unspektakulären Rennens. Bis zur 52. Runde taktierten die Führenden durch verschiedene Boxenstopp-Strategien, Überholmanöver gab es nahezu keine. Verstappen führte vor Hamilton und Vettel. Dann fiel Mercedes-Pilot Valtteri Bottas jedoch mit Motorproblemen aus und das Safety Car kam auf die Strecke.

Das Duell des Rennens zwischen Verstappen und Hamilton rückte in den Hintergrund
Charles Coates/Getty Images

Das Duell des Rennens zwischen Verstappen und Hamilton rückte in den Hintergrund

Fünf Runden später war das gesamte Fahrerfeld zusammengerückt, nach einem Boxenstopp von Verstappen übernahm Hamilton die Führung. Er verlor sie jedoch nach dem fliegenden Neustart wieder an den Niederländer, der die schnelleren Reifen hatte. Während Verstappen in Richtung seines dritten Saisonsiegs fuhr, nutzte Albon das Chaos, um sich an Vettel vorbei auf Platz drei vorzuschieben. Albon hatte das Red-Bull-Cockpit während der Saison von Pierre Gasly übernommen, der an der Seite von Verstappen die hohen Erwartungen nicht erfüllen konnte.

Und ausgerechnet Gasly profitierte von der Kollision von Albon und Hamilton. Auf der Zielgeraden hätte der Weltmeister den Toro Rosso des Franzosen fast noch abgefangen, Gasly rettete seine beste Karriereplatzierung jedoch mit 62 Hundertstelsekunden Vorsprung ins Ziel. Nach der Entscheidung des Weltverbandes Fia sind es nun 5,62 Sekunden.

In der Fahrerwertung rückt Verstappen durch seinen Sieg vorbei an Leclerc auf Rang drei. Der Rückstand von Vettel wächst durch den Ausfall weiter, vor den letzten beiden Saisonrennen hatte der auf Platz fünf stehende Deutsche den dritten WM-Platz als Ziel ausgegeben. Vor dem Saisonfinale in Abu Dhabi am 1. Dezember hat Vettel nun 30 Punkte Rückstand.

hba



insgesamt 23 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
pegasus2012 17.11.2019
1. Leclerc braucht sich nicht aufzuregen!
Das Schadensbild ( Leclerc Vorderrad - Vettel Hinterrad) zeigt klar auf, wer zum Unfallzeitpunkt vorne war. Das der vorne liegende Fahrer leicht zur Seite zieht ist mittlerweile auch NORMALITÄT in der Formel 1 und ein Leclerc muss das mittlerweile auch wissen.
cindy2009 17.11.2019
2. Kein Gezeter
Leclerc und Vettel haben erstaunlich ruhig im Interview reagiert. Und Hamilton hat sich ja sogar bedauernd zu seiner Kollision geäussert. Was ist denn da los?
spotter5 17.11.2019
3. Es war klar dass sowas irgendwann passiert
Aus meiner Sicht hätten beide diese Situation verhindern können. Wohl aber muss erwähnt werden dass Leclerc davor schon ab Turn 1 Kampflinie fährt und Vettel zum Zeitpunkt der Berührung fast eine ganze Wagenlänge vorne war. Andererseits hätte Vettel auch nicht nach links ziehen müssen. Ich vermute dass sich beide heute gedacht haben dass entweder der jeweils andere nachgibt oder es diesmal dann eben knallt. Beide wollten wohl im Hinblick auf die nächste Saison ihren Claim markieren. Das hat sich bei beiden zweifelsohne über die Saison aufgestaut. Aber vermutlich wird die Schuld sowieso wieder einseitig Vettel zugeschoben.
neutralfanw 17.11.2019
4. Vorwurf an Vettel?
Es ist populär Kritik an Vettel zu üben. Überwiegend unberechtigter Weise. Im heutigen Rennen trifft ihnen keine Schuld. Beim Überholvorgang von Leclerc hat Vettel gezeigt, wie man sich korrekt verhält. Den Konter hat Leclerc nicht "verkraftet". Mit etwas H... hätte Leclerc die Situation fair lösen können. Da fehlt die Reife und etwas mehr ...
kira47 17.11.2019
5. Lachnummer bei Ferrarie
Man kann gespannt sein wie die Ferrarie Führung auf das Ausscheiden beider Autos durch eigen Verschuld- en reagieren wird.So können Sie jedenfalls nicht Welt- meister werden!!!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.