Formel 1 in Hockenheim Erst Letzter, dann Zweiter - Vettel gelingt spektakuläre Aufholjagd

Es schüttete, die Strecke war glatt: Max Verstappen hat den Großen Preis von Deutschland gewonnen. Im Fokus stand aber vor allem Sebastian Vettel. Lewis Hamilton erlebte ein Rennen zum Vergessen.

Sebastian Vettel: Platz zwei in Hockenheim
Kai Pfaffenbach / REUTERS

Sebastian Vettel: Platz zwei in Hockenheim


Max Verstappen hat das wohl letzte Formel-1-Rennen auf dem Hockenheimring gewonnen. Der Red-Bull-Pilot kam beim Großen Preis von Deutschland am besten mit dem wechselhaften Wetter und der nassen Strecke zurecht und feierte seinen zweiten Sieg der Saison. Zweiter wurde völlig überraschend Sebastian Vettel. Der Ferrari-Pilot war als Letzter ins Rennen gegangen - und damit eigentlich ohne Aussicht aufs Podium. Dritter wurde Daniil Kvjat im Toro Rosso.

Lewis Hamilton führte das Feld lange an - und brach dann ein. Noch in der 50. Runde war der Mercedes-Pilot Zwölfter, am Ende landete er auf Rang elf von 13 Fahrern, die es ins Ziel schafften - sieben Piloten waren vorzeitig ausgeschieden. Weil die beiden Alfa-Romeo-Piloten Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazz nachträglich mit Zeitstrafen belegt wurden, rückte Hamilton auf Platz neun vor. Erstmals in dieser Saison landete kein Mercedes-Pilot auf dem Podest.

Leclerc scheidet aus, Hamilton fährt ins Kiesbett

Vettel profitierte bei seiner Aufholjagd von einem sehr guten Start. Nachdem er am Samstag im Qualifying im ersten Durchgang aufgrund von technischen Problemen ausgeschieden war, musste er vom letzten Platz beginnen - und machte dabei sechs Plätze gut. Nachdem er später lange im Mittelfeld festhing, profitierte er in der Schlussphase von Ausfällen, Safety-Car-Phasen und erfolgreichen Überholmanövern.

Die Bedingungen auf dem Hockenheimring machten es den Fahrern nicht leicht. Es regnete, die Strecke war glatt, die Sicht trüb. Eine Schlüsselphase ereignete sich nach etwa einem Drittel des Rennens, als mehrere Teams und ihre Piloten darauf spekulierten, dass die Strecke trocknen würde. Sie wechselten von Intermediate-Reifen zu Slicks. Das führte zu gleich mehreren Drehern - und großen Verschiebungen im Fahrerfeld. Ferraris Charles Leclerc etwa rutschte in die Streckenbegrenzung und schied aus.

Betroffen war vor allem auch der Weltmeister. Lange sah es nach einem Start-Ziel-Erfolg Hamiltons aus. Doch in der 30. Runde rutschte er aus einer Rechtskurve ins Kiesbett und prallte in die Bande; dabei beschädigte er seinen Boliden und musste prompt in die Box.

Mehr als 40 Sekunden dauerte die Reparatur an, dann kam Hamilton zurück auf die Strecke - nicht mehr als Führender, sondern als Fünfter. Weil er zudem illegal in die Box eingefahren war, wurde er mit einer Fünfsekundenstrafe belegt. Davon erholte sich der 34 Jahre alte Brite nicht mehr, im Gegenteil: Beim Versuch, aufzuholen, beging Hamilton später einen Fahrfehler und büßte weitere Sekunden ein.

Auch Hülkenberg und Bottas scheiden aus

Von Hamiltons Ausrutscher in der 30. Runde hatte vor allem Verstappen profitiert. Der Niederländer war zwar beim Start nicht vom Fleck gekommen und hatte seinen zweiten Platz eingebüßt. Später drehte er sich einmal um die eigene Achse. Und doch setzte er sich nach der Hälfte des Rennens an die Spitze des Feldes und behauptete seine Führung bis zum Schluss.

Bitter verlief das Rennen für Nico Hülkenberg, der mit den Bedingungen gut zurechtzukommen schien und im Renault überraschend lange vorn mitfuhr - bis er, auf Platz vier liegend, nach 41 Runden von der Strecke abkam und ausschied. Auch Valtteri Bottas schied in der 57. Runde aus, als er noch um einen Podiumsplatz kämpfte.

In der Gesamtwertung bleibt Hamilton mit 225 Punkten Erster. Bottas (184 Punkte) folgt auf Rang zwei, Verstappen (162) ist Dritter vor Vettel (141).

mon



insgesamt 58 Beiträge
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StefanXX 28.07.2019
1. Vettel ohne Unfall durchgekommen
Da sieht man mal was möglich ist wenn unser Basti Fantasti ausnahmsweise mal keinem ins Auto fährt ...
inge-p.1 28.07.2019
2.
Ich wette, jetzt träumt Vettel wieder von der Meisterschaft.
schmitz.6.zug 28.07.2019
3. An Alle
Kritiker und Besserwisser, was Vettel angeht. Fehlerfrei auf P2. Und der Unfehlbare ( Hamilton)??? Glückwunsch an Verstappen .
heissSPOrN 28.07.2019
4. Glückwunsch an Vettel und Verstappen
Ganz besonderen Glückwunsch an Vettel für seine fulminante Aufholjagd; gleichwohl ist Hamilton natürlich der beste Schönwetter-Fahrer der Welt. Aber eben auch nicht mehr. Er ist nur wegen seines überlegenen Sportgeräts so oft WM geworden und nicht, weil er der mit Abstand beste Fahrer wäre, als der er sich immer gerne inszeniert. Als solcher dürften ihm widrige Bedingungen nämlich kaum etwas ausmachen. Vettel hat sein erstes F1-Rennen 2008 im weit unterlegenen ToroRosso (nicht lange davor hiess der Stall noch Minardi) gegen die ganzen damaligen Top-Fahrer (inkl. Hamilton als amtierender Vize-WM) in weit besseren Autos gewonnen - bei Regen! Daher mir unverständlich, dass soviele Foristen hier immer so gern auf Vettel eindreschen.
pjotrmorgen 28.07.2019
5. Unter wirklich schwierigen Bedingungen
ist Hamilton ein schlechter Fahrer, Vettel dagegen nicht. Mindestens dreit WM-Titel wurden Hamilton geschenkt, weil er Engländer ist. Vor allem der erste war ein Skandal. Weitere Titel wurden Rosberg gestohlen, indem Hamilton vonden Stewards beständig echte Vergehen nachgesehen wurden, die entscheidende Punkte auf seine Seite schaufelten. Auch gegen Vettel hat Hamilton in einem fairen Rennen keine Chance.
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