Ricciardos Erfolg in Monaco Wer braucht schon einen siebten Gang?

Ein Start-Ziel-Sieg in Monaco - das war zuletzt eher selten. Ansonsten war das Rennen eher untypisch für das Fürstentum. Daniel Ricciardo feierte einen lang ersehnten Sieg - trotz technischer Probleme.
Daniel Ricciardo

Daniel Ricciardo

Foto: Dan Mullan/ Getty Images

Der Schaltmeister von Monaco: Den Großteil des Rennens hatte Daniel Ricciardo technische Probleme. Wegen eines Defekts fehlte dem Wagen des Australiers ein beträchtlicher Anteil der Motorenleistung. Laut Teamchef Christian Horner handelte es sich dabei um etwa 25 Prozent. Ricciardo musste das Rennen deshalb ohne siebten Gang zu Ende fahren. Sebastian Vettel im Ferrari lag plötzlich ganz dicht hinter Ricciardo. "Die Leistung war plötzlich weg, ich hing im sechsten Gang, ich dachte schon, es wäre gelaufen", sagte der Red-Bull-Pilot nach der Zieleinfahrt. War es nicht.

Das Ergebnis: Ricciardo hat zum ersten Mal in seiner Karriere in Monaco gewonnen - eine große Leistung angesichts der technischen Probleme. Vettel und Lewis Hamilton (Mercedes) blieben auf den Plätzen zwei und drei. Hier geht's zur Meldung.

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Die Startaufstellung: Ricciardo - Vettel - Hamilton - Räikkönen - Bottas - Ocon - Alonso - Sainz - Perez - Gasly

Die Startphase: Wer auf frühe Dramatik hoffte, wurde enttäuscht. Es gab fast keine Verschiebungen im Feld. Max Verstappen, vom letzten Platz gestartet, machte immerhin zwei Positionen gut.

Die WM-Wertung: Hamilton bleibt auf Platz eins (110 Punkte), 14 Punkte vor Vettel. Ricciardo springt auf den dritten Platz (72).

Ricciardo mit seiner Siegestradition: Er trinkt aus seinem Schuh

Ricciardo mit seiner Siegestradition: Er trinkt aus seinem Schuh

Foto: Dan Istitene/ Getty Images

Das erste Gesetz des Fürstentums: Ein Rennen in Monte Carlo ohne Unfall? Kaum vorstellbar. Zu eng ist der Kurs, als dass schwere Kollisionen immer vermieden werden können. 72 Runden sah es so aus, als sollte dieses Gesetz in diesem Jahr nicht gelten. Dann aber räumte Charles LeClerc (Sauber) nach einem Versagen der Bremse den Toro-Rosso-Piloten Brendon Hartley ab. Und dennoch: Nur drei Ausfälle in Monaco - das war schon bemerkenswert. Zum ersten kam es erst in Runde 53 (Fernando Alonso, Getriebeprobleme).

Start in Monaco

Start in Monaco

Foto: Luca Bruno/ dpa

Das zweite Gesetz des Fürstentums: Wer von der Poleposition startet, der gewinnt. Zu eng ist der Kurs, als dass es ausreichend Gelegenheiten zum Überholen gäbe. In den vergangenen drei Jahren hatte auch das zweite Monaco-Gesetz vorübergehend ausgesetzt. Dreimal in Folge reichte die Poleposition nicht zum Sieg. 2016 scheiterte Ricciardo selbst nach einem katastrophalen Fehler seines Teams in der Box. Nun gilt das Gesetz also wieder.

Verstappens Aufholjagd: In Monaco kann man nicht überholen? Mit einem überlegenen Auto und einigem Geschick schon. Verstappen war nach einem Unfall im dritten Training vom letzten Platz gestartet und wurde am Ende Neunter. Allerdings: Ohne Kollision kommt der Niederländer in dieser Saison praktisch nie aus. Diesmal leistete er sich eine leichte Berührung mit dem Auto von Carlos Sainz.

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Ricciaro-Erfolg in Monaco: Am Ziel

Foto: Charles Coates/ Getty Images

Die Stroll-Sirotkin-Horrorshow: Eine Strafe, wiederholte Probleme mit den Autos und am Ende ein 16. und ein 17. Platz. Für Williams verlief das Rennen miserabel. Sergei Sirotkin musste eine Zehn-Sekunden-Stop-and-go-Strafe absitzen, weil seine Reifen erst zu knapp vor dem Start montiert wurden. Er musste außerdem nicht nur einen, sondern zwei weitere Boxenstopps einlegen. Auch Lance Stroll war dreimal in der Box. Die beiden Fahrer belegten die letzten beiden Plätze des verbliebenen Fahrerfelds.

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Alonsos Erfolgsserie endet: In den bisherigen fünf Rennen hatten drei Fahrer immer gepunktet: Hamilton, Vettel und Alonso. Nun musste Alonso das erste Mal in diesem Jahr ein Rennen vorzeitig beenden. Zum Zeitpunkt des Ausfalls lag er wieder in den Punkten (Platz sieben). Sollte der erste Rückschlag mit seinem neuen Hersteller Renault - anders als im Katastrophenjahr 2017 mit Honda - eine Ausnahme bleiben, wird der zweimalige Weltmeister das eine bittere Rennen verschmerzen können.

Erkenntnis des Rennens: Monaco ist wieder Monaco (das zweite Gesetz). Und irgendwie wieder auch nicht (das erste Gesetz). So schreibt dieses Highlight des Formel-1-Jahres selbst mit einem unspektakulären Rennen eine besondere Geschichte. Und Daniel Ricciardo hat einmal mehr seine Klasse bewiesen. Bei derartigen Problemen einen kühlen Kopf zu bewahren, ist außergewöhnlich.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Texts war davon die Rede, dass Ricciardo "Probleme mit seiner Schaltung" hatte. Tatsächlich aber war ein System defekt, das die Bremsenergie zur Energierückgewinnung nutzt. Dadurch fehlte dem Auto des Australiers Leistung.

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