Formel 1 in Monaco Hamilton dominiert, doch Rosberg siegt

Was für ein Rennen! 65 Runden lang fuhr Lewis Hamilton in Monaco nach Belieben an der Spitze. Dann bat Mercedes den Weltmeister in einer Safety-Car-Phase kurz vor Schluss in die Box. Teamkollege Nico Rosberg zog vorbei und gewann, Zweiter wurde Sebastian Vettel.

AP/dpa

Wohl wegen einer Fehlentscheidung seines Teams hat Lewis Hamilton beim Großen Preis von Frankreich den sicher geglaubten Sieg verloren. Der Mercedes-Pilot fuhr in Monaco 65 Runden lang an der Spitze, stand am Ende der 78 Runden auf dem 3,34 Kilometer langen Stadtkurs aber nur als Dritter auf dem Podium.

Teamkollege Nico Rosberg und Sebastian Vettel (Ferrari) holten die Plätze eins und zwei. Rosberg hatte bereits 2013 und 2014 in seiner Wahlheimat triumphiert, gewann in dieser Saison auch das Rennen in Spanien vor zwei Wochen. Durch den Sieg im Fürstentum liegt Rosberg (116 Punkte) in der Gesamtwertung nur noch zehn Punkte hinter Hamilton (126). Vettel ist mit 98 Punkten Dritter.

Hamilton siegte beim Start, hielt Rosberg und Vettel hinter sich. Weiter hinten kollidierten der McLaren von Fernando Alonso und der Force India von Nico Hülkenberg. Der Deutsche verlor seinen Frontflügel, konnte aber weiterfahren. Alonso bekam für die Aktion eine Fünf-Sekunden-Strafe. Auch Felipe Massa (Williams) musste das Bauteil in der zweiten Runde an der Box tauschen.

Wie geplant verlief der Grand Prix zunächst für Hamilton. Der Weltmeister zog seine Runden, Rosberg und Vettel konnten das Tempo nicht mitgehen. Nach zehn Runden betrug der Abstand zwischen Rang eins und zwei drei Sekunden.

Hamilton trotzt Bremsproblemen

Hamilton signalisierte der Box allerdings per Funk Probleme mit der linken Vorderbremse: "Sie wird zu heiß." Bereits in der vergangenen Saison haderte der 30-Jährige hin und wieder mit den Bremsen. In Monaco jedoch legte er in der 21. Runde die bis dahin schnellste Zeit des Rennens hin. Es galt, den Abstand vor dem ersten Boxenstopp zu vergrößern.

Kurz darauf standen für das Führungstrio die ersten Überrundungen an. Acht beziehungsweise neun Sekunden fuhren Rosberg und Vettel zu diesem Zeitpunkt hinterher. Der Ferrari-Pilot ging als Erster der drei an die Box, eine Runde danach Rosberg, der es schaffte, vor dem deutschen Kollegen auf die Strecke zurückzukehren. Hamilton, der eine Runde später neue Reifen bekam, blieb Erster.

Locker baute er seinen Vorsprung wieder aus. Zu keinem Zeitpunkt in der zweiten Rennhälfte bestand die realistische Möglichkeit eines Überholmanövers von Rosberg gegen seinen Teamkollegen. In Runde 50 lag Rosberg zehn Sekunden zurück, musste zudem immer wieder den Blick in den Rückspiegel zu Vettel werfen. Der vierfache Weltmeister kam letztlich aber nicht mehr in Schlagdistanz.

Ominöser zweiter Boxenstopp

Wie so oft in der Formel 1, lohnte der Blick nach hinten etwas mehr. Alonso, eigentlich auf Punktekurs, schied in der 43. Runde auf Rang neun liegend mit Getriebeproblemen aus. Hülkenberg kam nach dem Rückschlag am Start nicht mehr an die Punkteränge heran.

Max Verstappen, der 17-jährige Debütant im Toro Rosso, verlor in der 64. Runde nach einer Kollision mit Romain Grosjean die Kontrolle über seinen Boliden, krachte am Ende der Start-und-Ziel-Geraden in die Streckenbegrenzung. Das Safety Car rückte kurz darauf aus, Verstappen blieb unverletzt.

Dann absolvierte Hamilton einen zweiten Stopp (Runde 67), kehrte auf der dritten Position zurück auf die Strecke - hinter Rosberg und Vettel, der zu diesem Zeitpunkt ebenfalls vor ihm lag. Und wegen des Überholverbots während der Safety-Car-Phase zunächst ohne Chance, das zeitnah zu ändern. "Hey Jungs, was ist denn hier los?", funkte Hamilton in die Box.

Eine befriedigende Antwort bekam er nicht, stattdessen fuhr das Safety Car wieder in die Box, per fliegendem Start ging es weiter. Mit nun frischen Reifen jagte Hamilton Vettel und Rosberg, ohne Erfolg. Viel bitterer dürfte der Weltmeister aus England noch nie ein Rennen verloren haben.

Formel-1-Saison 2015
Die Teams und Fahrer
Mercedes
Lewis Hamilton und Nico Rosberg
Red Bull
Daniel Ricciardo und Daniil Kwjat
Williams
Felipe Massa und Valtteri Bottas
Ferrari
Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen
McLaren Honda
Fernando Alonso und Jenson Button
Force India
Nico Hülkenberg und Sergio Pérez
Toro Rosso
Max Verstappen und Carlos Sainz jr.
Lotus
Romain Grosjean und Pastor Maldonado
Sauber
Marcus Ericsson und Felipe Nasr
Manor Marussia
Will Stevens und Roberto Merhi
Der Rennkalender
Die Rekorde
Die meisten WM-Titel
Michael Schumacher (7)
Die meisten Grand-Prix-Siege
Michael Schumacher (91)
Die meisten Siege in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 13)
Die meisten Start-Ziel-Siege
Ayrton Senna (19)
Die meisten Podestplätze
Michael Schumacher (155)
Die meisten Podestplätze in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 17)
Die meisten Pole-Positions
Michael Schumacher (68)
Die meisten Pole-Positions in einer Saison
Sebastian Vettel (15)
Die schnellsten Rennrunden
Michael Schumacher (77)
Die meisten Grand-Prix-Starts
Rubens Barrichello (323)

chp/sid



insgesamt 69 Beiträge
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Seite 1
KingTut 24.05.2015
1. Herzlichen Glückwunsch ....
.... an den Sieger Nico Rosberg und Sebastian Vettel. Eine überragende Leistung der deutschen Formel 1 Piloten. Ich freue mich unendlich für die beiden.
Bin_der_Neue 24.05.2015
2. Mein Gott, Hamilton!
Da zeigt das verwöhnte Bübchen wieder einmal unverblümt, was es ist: eine Mimose. Dse Benehmen während und unmittelbar nach der Siegerehrung war ja wohl unter aller Sau. Aber typisch, so kennt man ihn ja, wenn es mal nicht nach seiner Nase läuft. Dumm nur, dass er nicht aus eigener Kraft dazu fähig war, den Fehler des Teams zu korrigieren, trotz beserer Reifen und vermeintlich besserem Auto. Er ist und bleibt, was er ist, ein arroganter Fatzke. Dies hat er soeben wieder eindruckvoll demonstriert.
keinereiner 24.05.2015
3.
Zitat von Bin_der_NeueDa zeigt das verwöhnte Bübchen wieder einmal unverblümt, was es ist: eine Mimose. Dse Benehmen während und unmittelbar nach der Siegerehrung war ja wohl unter aller Sau. Aber typisch, so kennt man ihn ja, wenn es mal nicht nach seiner Nase läuft. Dumm nur, dass er nicht aus eigener Kraft dazu fähig war, den Fehler des Teams zu korrigieren, trotz beserer Reifen und vermeintlich besserem Auto. Er ist und bleibt, was er ist, ein arroganter Fatzke. Dies hat er soeben wieder eindruckvoll demonstriert.
So ein schwachsinn und du weiß es. Rosberg wurde der Sieg durch das Versagen des Teams nur geschenkt. Den Sieg hat einzig Hamitlon verdient das weiß selbst Rosberg. Und nicht Hamitlon hat sich da daneben benommen wenn der liebe Rosberg der sich wenn bei ihm hätte ihm sagen müssen, dass er der wahre Sieger ist ...
dbrown 24.05.2015
4. Jedem das, was er verdient.
Tja, Mister Hamilton, Arroganz verhilft nicht automatisch zum Sieg. Anständig zu verlieren ist noch unendlich viel mehr wert. Außerdem: juckt es Sie finanziell so sehr, daß Sie sich dermaßen aufregen? Kein Beileid.
darksystem 24.05.2015
5.
Der Pole-Mann gewinnt, so ist das in Monaco. Hat mich nicht gewundert dass Rosberg nicht in der Lage war Hamilton anzugreifen. Umgekehrt, hätte Rosberg auf Pole gestanden, wäre Hamilton auch nicht vorbei gekommen. Lewis hat selber noch gesagt dass seine Reifen nicht mehr funktionieren. Hätte die Mimose sich den Spruch geklemmt und wäre einfach nur zu Ende gefahren... niemand hätte über einen zweiten Stop auch nur nachgedacht. Hätte, hätte Fahrradkette. Gewonnen, verloren.
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