Formel 1 in Silverstone Schock, Protest und Ferrari-Zwist

Obwohl Max Verstappen Probleme hatte, ließ Ferrari WM-Verfolger Charles Leclerc nicht profitieren – stattdessen jubelte Teamkollege Carlos Sainz. Und: Zhou Guanyu meldet sich nach seinem schweren Unfall.
Charles Leclerc entsteigt enttäuscht seinem Ferrari

Charles Leclerc entsteigt enttäuscht seinem Ferrari

Foto: F1 Grand Prix van Great Britain / IMAGO / ANP

Schönstes Racing – mit bitterem Ende für den WM-Verfolger: Die letzten Runden des Großen Preises von Großbritannien hatten Motorsportfans noch mal in Entzücken versetzt. Angesichts eines schweren Unfalls zu Beginn war das zunächst nicht absehbar gewesen. Doch nach dem mittlerweile zweiten Restart lieferten sich Sergio Pérez im Red Bull, Lewis Hamilton im Mercedes und Charles Leclerc im Ferrari einen spannenden Dreikampf mit zahlreichen Führungswechseln – und dem schlechtesten Ausgang für WM-Verfolger Leclerc. Ferrari-Pilot Carlos Sainz hätte den vorn liegenden Teamkollegen Leclerc eigentlich nach hinten abschirmen sollen, stattdessen zog er selbst vorbei.

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Das Ergebnis: Sainz ließ sich seinen ersten Sieg im 150. Rennen nicht nehmen, Pérez und Hamilton komplettierten das Treppchen, Leclerc wurde nur Vierter. Lesen Sie hier den Rennbericht.

Schreck am Start: Eine Massenkarambolage hatte zunächst für einen Schockmoment gesorgt. Fünf Autos waren maßgeblich involviert, am heftigsten war der Chinese Zhou Guanyu betroffen, dessen Alfa Romeo sich überschlug und über die Reifenstapel hinweg in den Fangzaun flog. Das Rennen wurde unterbrochen. Der Automobil-Weltverband Fia gab knapp 20 Minuten später Entwarnung (Lesen Sie hier mehr dazu). Ebenfalls betroffen waren Hamiltons Teamkollege George Russell im Mercedes, Esteban Ocon (Alpine) und Yuki Tsunoda (AlphaTauri). Alle drei waren wohlauf. Ocon und Tsunoda konnten ihre Fahrt fortsetzen.

Dann wurde die Strecke gestürmt: Doch damit mussten sich die Fahrer noch weiter gedulden. Kurz nach der Massenkollision waren mehrere Demonstranten auf die Strecke gelangt. Die Personen seien »umgehend entfernt« worden, teilte die Fia mit. Zuvor hatte die Polizei von Hinweisen auf geplante Proteste berichtet und vor Aktionen auf der Piste gewarnt. Bilder im Internet zeigten, wie Streckenposten offenbar einige Menschen auf dem Asphalt in Gewahrsam nehmen. Die Personen waren anscheinend über die Zäune geklettert. Klimaaktivisten von »Just Stop Oil« bekannten sich via Twitter  zu der Aktion.

Der Neustart: Bevor das Rennen unterbrochen wurde, hatte Verstappen den Start gewonnen und sich an Sainz vorbeigeschoben. Auch Hamilton war schnell und verbesserte sich von Platz fünf auf drei. Beim Restart wurde die Startaufstellung wiederhergestellt, diesmal konnte Sainz die Führung gegenüber Verstappen verteidigen. Dahinter folgte Pérez, der nach wenigen Kurven von Leclerc passiert wurde, beide Fahrer beschädigten dabei ihre Autos. Wenig später bog Pérez zur Box ab, Hamilton schob sich an Norris vorbei auf Platz vier vor (Runde sechs).

Verstappen verabschiedet sich aus der ersten Reihe: Wenig später eroberte Verstappen die Führung von Sainz und setzte sich gleich um mehr als eine Sekunde ab (11). Die Freude währte aber nicht lange, nur eine Runde später fuhr der Weltmeister mit technischen Problemen an die Box. Red Bull bestätigte einen Schaden am Auto. Verstappen konnte zwar weiterfahren, aber nicht mehr um den Rennsieg.

»Free to fight«: Ihres schärfsten Konkurrenten beraubt, gerieten die nun führenden Ferrari-Piloten an der Spitze aneinander. »Was soll ich machen? So geht mein Rennen kaputt«, funkte Leclerc, der sich von seinem Teamkollegen aufgehalten fühlte. Dahinter schloss Hamilton auf. Ferrari löste das Problem zunächst, indem man Sainz zum Reifenwechsel holte (20). Nachdem Leclerc aus der Box kam, reihte er sich hinter Hamilton und seinem Teamkollegen ein, das Spiel begann von Neuem. Die Scuderia stellte es ihren Piloten zunächst frei, die Sache auf der Strecke auszutragen. Als Sainz nicht die geforderten Zeiten fuhr, kam der Platztausch via Funkbefehl (31). Nach Hamiltons langsamem Stopp (34/4,3 Sekunden) lagen beide Ferrari wieder vorn.

Leclerc wird durchgereicht: Eine Safety-Car-Phase kurz vor Schluss sorgte dann noch einmal für zusätzliche Spannung. Hamilton und Sainz holten sich neue Softreifen, Leclerc blieb auf Ferrari-Geheiß bei seinen alten harten Pneus. »Das wird hart«, ahnte er am Funk – und sollte zu seinem Leidwesen recht behalten. In der WM-Wertung verringerte sich der Vorsprung von Verstappen auf Pérez auf 34 Punkte. Leclerc liegt nun 43 Punkte zurück, Sainz 54. Hinsichtlich der WM-Entscheidung wäre es aus Sicht von Ferrari wohl besser gewesen, Leclerc hätte den Sieg geholt. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto gestand hinterher Fehler ein.

Schumacher holt erste Punkte: Mit dem achten Platz erlebte der bei Haas angezählte  Mick Schumacher einen Befreiungsschlag und feierte seine ersten WM-Punkte in der Formel 1. »Hat ja lange genug gedauert«, sagte er hinterher. Beinahe hätte er kurz vor Schluss noch Verstappen überholt.

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Zhou meldet sich: Gute Nachrichten kamen zum Rennende auch von Zhou. »Mir geht’s gut, alles in Ordnung. Halo hat mich heute gerettet«, twitterte der Alfa-Romeo-Pilot mit Verweis auf den Cockpitschutz.

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