Ferrari beim Großen Preis von Österreich Feuer und Flamme

Beim Heimrennen von Red Bull meldet sich Charles Leclerc im WM-Kampf zurück – trotz defekten Gaspedals. Der zweite Ferrari brannte ab, Carlos Sainz kam nur mühsam heraus und kritisierte die Streckenposten.
Carlos Sainz befreit sich aus dem brennenden und rückwärts rollenden Ferrari

Carlos Sainz befreit sich aus dem brennenden und rückwärts rollenden Ferrari

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IMAGO/nordphoto GmbH / Bratic / IMAGO/Nordphoto

»Es ist ein Scheiß!«: Kurz vor Schluss wurde es noch mal spannend. Charles Leclerc, der den Großen Preis von Österreich über viele Phasen dominiert hatte, kämpfte mit seinem Gaspedal. Erst fühlte es sich »seltsam« an, dann hakte es, dann kamen Probleme mit der Schaltung dazu. Sein Ingenieur wies ihn an, sooft es gehe, den Fuß vom Gas zu nehmen. Kein Satz, den ein Formel-1-Fahrer gerne hört. Der Ferrari-Pilot wurde nervös, fluchte und schaffte es doch noch vor dem sich rasch nähernden Max Verstappen ins Ziel – es ist die erste Ferrari-Sause seit fast 20 Jahren in Spielberg. Ausgerechnet auf der Heimstrecke der Konkurrenz von Red Bull.

Das Ergebnis: Nach genau drei Monaten voller Frust und Pannen steht Leclerc wieder ganz oben auf dem Podest, gefolgt von Verstappen und Lewis Hamilton im Mercedes, der als Achter gestartet war. 1,5 Sekunden trennten Leclerc und Verstappen am Ende. Lesen Sie hier den Rennbericht.

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Der Start: Verstappen verteidigte zunächst die Führung vor Leclerc und Sainz, welcher wiederum von George Russell im Mercedes attackiert wurde. Auch Sergio Pérez im zweiten Red Bull war in den Kampf um Position drei involviert, nach einer Berührung mit Russell landete er erst im Kies, dann in der Box, Russell bekam eine Fünf-Sekunden-Strafe.

Weil's so schön war, gleich noch mal: Leclerc konnte den Druck auf Verstappen nach und nach erhöhen, in der zwölften Runde ging er ein erstes Mal am Niederländer vorbei. Nachdem beide die Reifen gewechselt hatten (Verstappen in Runde 14 und Leclerc in Runde 26), holte Leclerc seinen Rückstand auf Verstappen (6,8 Sekunden) innerhalb kurzer Zeit auf, in Runde 33 ging er erneut vorbei. Verstappen schimpfte am Funk über mangelhaften Grip und wechselte auf die harten Reifen (36).

Leclercs Dominanzgeste: Ferrari änderte die Strategie und stattete auch Leclerc mit den harten Pneus aus (49). 3,8 Sekunden musste Leclerc nun auf Verstappen aufholen, in Runde 53 attackierte er ihn vor Kurve drei und zeigte beim Herausbeschleunigen, wie sehr der Ferrari dem Red Bull an diesem Tag überlegen war.

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Der Ferrari brennt: Nichts für schwache Nerven war das Ausscheiden von Carlos Sainz. In Runde 57 musste er seinen erst rauchenden und dann brennenden Ferrari ausgangs der Kurve vier abstellen. Während die Flammen am hinteren Teil des Autos immer höher schlugen, versuchte Sainz aus dem zügig abwärts rollenden Gefährt zu steigen. Mithilfe der Streckenposten gelang es ihm schließlich, die Marschalls löschten und Sainz blieb zunächst am Streckenrand sitzen. Der Spanier hatte auf dem dritten Platz gelegen, das Podium und den vorausfahrenden Verstappen in Reichweite. Für Ferrari wäre wohl ein Doppelsieg möglich gewesen.

Die Schäden am Ferrari von Sainz waren beträchtlich

Die Schäden am Ferrari von Sainz waren beträchtlich

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IMAGO/HOCH ZWEI / IMAGO/HochZwei

Sainz mit Kritik: Hinterher kritisierte Sainz bei Sky, dass ihm nicht schneller geholfen wurde: »Es war ziemlich eigenartig. Ich sah, dass die Marschalls kamen, um das Auto festzusetzen. Im Rückspiegel habe ich das Feuer gesehen und war etwas überrascht, dass niemand schneller kam, um mir zu helfen. Irgendwann musste ich einfach rausspringen, obwohl das Auto sich bewegt hat. Das ist nicht optimal und wir werden sehen, was wir in Zukunft unternehmen können.« In der TV-Wiederholung sah man zwei Streckenposten mit Feuerlöschern auf den Ferrari zulaufen, einer stellte jedoch den Feuerlöscher wieder ab und rannte zunächst wieder zurück. Die anschließende virtuelle Safety-Car-Phase nutzten sowohl Verstappen als auch Leclerc, um noch mal auf Medium-Reifen zu wechseln, dann begannen die Probleme an Leclercs Ferrari.

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Unangemessenes Verhalten auf der Tribüne: Über 300.000 Fans waren über das gesamte Wochenende an den Red-Bull-Ring gekommen. Am Renntag wehte schon auf der Formationsrunde orangefarbener Rauch entlang der nur 4,318 Kilometer langen Strecke. Die Oranje-Party war eröffnet, überschattet wurde sie allerdings durch zahlreiche Beschwerden über sexuelle Belästigung sowie homophobe und rassistische Äußerungen auf den Tribünen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Bestes Ergebnis von Schumacher: Vor einer Woche hatte Mick Schumacher als Achter in Silverstone erstmals Zählbares in der Formel 1 geholt. Zu den vier Punkten kamen nun acht weitere hinzu. »Wir haben einen Lauf«, sagte Schumacher, der als Sechster ins Ziel fuhr – und von seinem Rennstall noch vor Wochen angezählt worden war. Nun zeigte sich Teamchef Günther Steiner versöhnt, Schumacher sei »ein guter junger Mann«, sagte er bei Sky. »Fantastisches Rennen, ich freue mich für dich und das Team«, hatte er zuvor gefunkt.

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Leclerc nimmt die Verfolgung wieder auf: In der Fahrer-WM ist nun Halbzeit, 11 von 22 Rennen sind gefahren. Leclerc verkürzt den Rückstand auf Verstappen auf 38 Punkte und liegt mit 19 Punkten wieder vor Verstappens Teamkollege Pérez, der seinen durch den Kiesausritt beschädigten Red Bull letztlich abstellen musste. »Diesen Sieg habe ich wirklich gebraucht«, sagte Leclerc nach dem Rennen.

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