Formel 1 in Ungarn Friede, Freude, alle froh - bis auf einen

Lewis Hamilton gewinnt ein Formel-1-Rennen: so weit, so gewöhnlich. In Ungarn sah es aber lange Zeit nicht nach einem Mercedes-Erfolg aus. Deshalb kann auch die Konkurrenz von Red Bull und Ferrari zufrieden sein.
Lewis Hamilton siegte dank einer herausragenden Taktik und Aufholjagd

Lewis Hamilton siegte dank einer herausragenden Taktik und Aufholjagd

Foto: Lars Baron/Getty Images

Szene des Rennens: Lewis Hamilton fuhr in der 39. Runde beim Großen Preis von Ungarn Seite an Seite mit dem Führenden Max Verstappen. Mit frischeren Reifen hatte er sich in den Runden zuvor an Verstappen herangearbeitet und zum Überholmanöver angesetzt. Statt in Führung ging es für Hamilton aber über die Strecke hinaus. Bestes Racing. Verstappen hielt die Führung - vorerst.

Taktik des Rennens: Obwohl Verstappen nach seinem ersten Stopp länger auf der Strecke und Hamilton zudem schneller war, wechselte Mercedes beim Boliden des Weltmeisters ein weiteres Mal die Reifen. 20 Runden vor dem Ende war Hamilton plötzlich nicht mehr in Schlagdistanz, sondern bis auf 20 Sekunden zurückgefallen. Eine Sekunde pro Runde musste er auf Verstappen aufholen, dessen Reifen immer schlechter wurden. Eine gewagte Renntaktik, die auf eine sensationelle Aufholjagd des Weltmeisters ausgelegt war. Und die am Ende aufgehen sollte.

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Das Ergebnis: Aus über 20 Sekunden Rückstand auf Verstappen in der 50. Runde machte Hamilton bis zur 70. Runde einen Vorsprung von über 17 Sekunden. Zu groß war der Verschleiß bei Verstappens Reifen. Ein herausragendes Rennen - sowohl des Weltmeisters als auch des Weltmeisterteams. Mit den Worten "die Reifen sind tot, ich kann das Rennen nicht so beenden", rettete sich Verstappen zwei Runden vor Rennende in die Box und danach noch als Zweiter ins Ziel. Wirklich unzufrieden war Verstappen nach dem Rennen aber nicht. "Heute haben wir nicht gewonnen, aber es war trotzdem ein guter Tag und ein gutes Wochenende für uns." Sebastian Vettel wurde Dritter. Den Rennbericht lesen Sie hier.

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Apropos Vettel: Als einer der Titelfavoriten in die Saison gegangen, hatte Vettel auf dem Hungaroring am Ende des Rennens über eine Minute Rückstand auf den Sieger. Um zumindest noch auf das Treppchen zu kommen, kassierte er kurz vor Schluss seinen Teamkollegen Charles Leclerc, der ebenso weit zurücklag. Ferrari kann gegen Mercedes und Red Bull derzeit nicht mithalten. "Am Ende fehlte die Pace", sagte Vettel nach dem Rennen im Interview mit dem Fernsehsender Sky. "Das ist der Nachgeschmack des Wochenendes."

Sommerpause: Dass bis zum nächsten Rennen in Belgien vier Wochen "Sommerpause" vergehen werden, sah man Vettel an. Genüsslich aß er während des Interviews ein Eis, "für mich selbst war ich zufrieden", sagte er. Wenn schon nicht auf der Strecke, weiß der Deutsche seinen Sommer zumindest daneben zu genießen.

Die Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas berührten sich bereits in Runde eins

Die Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas berührten sich bereits in Runde eins

Foto: Andrej Isakovic/AFP

"P6 is likely": Wirklich genießen konnte Valtteri Bottas sein Rennen nicht. Als Zweiter gestartet, zerstörte er sich bereits in der ersten Runde im Duell mit seinem Teamkollegen Hamilton den Frontflügel, musste in die Box und fiel bis auf den letzten Platz zurück.

Als neues Ziel gab sein Team über Funk den sechsten Platz aus, weil ihn aber sowohl Daniel Ricciardo im Renault als auch Lando Norris im McLaren auf seinem Weg dorthin aufhielten, blieb Bottas nur der achte Rang. Nicht die beste Bewerbung für Bottas, der mit dem bisherigen Testfahrer Esteban Ocon um sein Cockpit für die kommende Saison kämpft. Bis Mitte August will Mercedes eine Entscheidung bekanntgeben. Da klingt "P6 is likely" durch den Boxenfunk weniger nach leiser Zielsetzung, sondern mehr wie eine klare Forderung.

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