Großer Preis von Kanada Hamilton gewinnt, Vettel verpasst Sieg wegen Zeitstrafe

Zum ersten Mal in dieser Saison war Sebastian Vettel von der Poleposition gestartet. In der Schlussphase lieferte er sich ein Duell mit Lewis Hamilton - und verlor wegen einer Zeitstrafe.

Lewis Hamilton gewann zum siebten Mal in Montreal
Ryan Remiorz / AP

Lewis Hamilton gewann zum siebten Mal in Montreal


Unter der Woche hatte Ferrari-Teamchef Mattia Binotto seinen Formel-1-Rennstall noch für "momentan nicht konkurrenzfähig" erklärt. Seine Fahrer widersprachen ihm mit ihrer Leistung beim Großen Preis von Kanada, obwohl sie den Sieg knapp verpassten. Nach seiner ersten Poleposition der Saison überquerte Sebastian Vettel die Ziellinie vor allen anderen Fahrern - wegen einer Zeitstrafe wurde er aber Zweiter hinter Lewis Hamilton im Mercedes. Auf dem dritten Platz landete Ferrari-Pilot Charles Leclerc.

Hamilton stellte durch den Sieg Michael Schumachers Rekord von sieben Siegen in Montreal ein. In der WM-Wertung baut der Brite seinen Vorsprung an der Spitze weiter aus: Mit 29 Punkten Abstand kommt sein Teamkollege Valtteri Bottas auf dem zweiten Platz, zu dem Vettel auf Platz drei 33 Punkte Rückstand hat.

Der Start verlief weitestgehend sauber, nur Alexander Albon verlor nach leichtem Kontakt seinen Frontflügel und musste mit seinem Toro Rosso in die Boxengasse zur Reparatur. Vettel, Hamilton und Leclerc fuhren in der Startreihenfolge davon, einige Plätze weiter hinten überholte der deutsche Renault-Pilot Nico Hülkenberg auf den ersten Metern Bottas.

Pech hatte Lando Norris, der nach nur neun Runden seinen McLaren abstellen musste, weil das rechte Hinterrad schräg abstand und sich dort ein Brand entwickelte. Norris konnte den Wagen abseits der Strecke parken und aussteigen.

Vettel behindert Hamilton nach eigenem Fehler

Von den vorderen Autos ging Vettels Ferrari zuerst in die Box, um die Reifen zu wechseln. Kurz darauf folgte auch Hamilton - beide Fahrer bekamen die harten Reifen, um das Rennen ohne einen weiteren Stopp beenden zu können. Offenbar harmonierte der Mercedes besser mit der neuen Mischung, denn der Abstand zwischen Platz eins und zwei schrumpfte.

Vettel und Hamilton lieferten sich ein spannendes Duell, das in Runde 48 beinahe vorentschieden wurde, als der Ferrari-Pilot zu schnell in eine Rechtskurve fuhr und auf den Rasen ausweichen musste. Auf dem Weg zurück auf die Strecke zog Vettel etwas nach rechts rüber und versperrte dem von hinten heranrasenden Hamilton den Weg. Dieser konnte eine Kollision gerade noch vermeiden, Zentimeter trennten die beiden Autos.

Die Aktion wurde umgehend von der Rennleitung untersucht. Für eine "unsichere Rückkehr auf die Strecke" bekam Vettel eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe, die ihn den ersten Sieg der Saison kostete. Hülkenberg wurde Siebter. Den Extrapunkt für die schnellste Runde holte Bottas.

mrk



insgesamt 46 Beiträge
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Seite 1
roflxd 09.06.2019
1.
Er verlor nicht wegen einer Zeitstrafe, sondern wegen seinem Fehlverhalten. Das hat sich der Gute selbst zuzuschreiben.
peterka60 09.06.2019
2. Pech für Vettel, aber ....
Vettel hat wieder einmal gezeigt, dass er kein Profi, wie ich ihn mir wünsche. Was soll denn das mit dem rumschieben des Autos, dem davonlaufen. Ich denke, die (Ferrari Management) haben ihm ganz schnell klar gemacht, was er zu tun hat. Klar kann man geteilter Meinung sein, aber er hat nun mal Hamilton behindert. Basta. Das ist meine Meinung.
bams 09.06.2019
3. Hamilton gewinnt, Vettel verpasst Sieg wegen Fahrfehler
So sollte der Titel lauten. Ein Vettel, der unter Druck Fehler begeht kennen wir schon seit einigen Jahren. LH ist ihm weit überlegen. Mercedes hat das beste Gesamtpaket: Team, Auto, Fahrer
next 09.06.2019
4.
Und wieder ein M.K. Vettel Fehler unter Druck und Gejammer am Funk. Peinlich. Immerhin gibt er später auf dem Podium seinen groben Fahrfehler zu, danach erübrigen sich alle Diskussionen. Punkt. Fazit: Ferrari hat zu Saisonbeginn den falschen Fahren gehen lassen.
alex22 09.06.2019
5. Enttäuschende Formel 1
Da wurde Vettel der Sieg geklaut. Solch eine Fehlentscheidung sieht man nicht jeden Tag. Eine Schande was mit der Formel 1 passiert ist. Das hat nix mehr mit Rennsport zu tun.
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