Hamilton gegen Verstappen Das Duell, auf das die Formel 1 so lange gewartet hat

Wer kann Mercedes schlagen? Über Jahre hieß die Antwort in der Formel 1: niemand. Nun hat Max Verstappen das schnellste Auto – und gewinnt wieder nicht. Eine besondere Regel half Lewis Hamilton.
Lewis Hamilton feiert den 96. Sieg seiner Karriere

Lewis Hamilton feiert den 96. Sieg seiner Karriere

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Mark Thompson / Getty Images

Entscheidung in Runde 53: Seit Jahren ächzt die Formel 1 über die Dominanz von Mercedes. In dieser Saison schien es anders zu laufen. Max Verstappen und Red Bull stellen zu Saisonbeginn das schnellste Auto. Der Niederländer dominierte das Qualifying und bekam drei Runden vor der Ziellinie – nach einem komplizierten Rennen – die große Chance auf den Sieg. Verstappen saugte sich mit besseren Reifen an Weltmeister Lewis Hamilton heran, fuhr vorbei und landete in Kurve vier mit Geschwindigkeitsüberschuss neben den sogenannten Track Limits. An dieser Stelle darf das nur passieren, wenn der Fahrer dadurch keinen Vorteil erlangt. Red Bull wies Verstappen an, Hamilton wieder vorbeizulassen. Der Sieg war dahin, stattdessen triumphierte mal wieder Hamilton.

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Das Ergebnis: Lewis Hamilton gewann den Großen Preis von Bahrain zum Auftakt der Saison 2021 vor Verstappen und seinem Teamkollegen Valtteri Bottas.

So lief es an der Spitze: Im Training und im Qualifying hatte Verstappen das deutlich schnellste Auto. Doch im Rennen war es nicht mehr so eindeutig. Der 23-Jährige klagte am Boxenfunk über Probleme an der Hinterachse und konnte sich womöglich auch deshalb nicht entscheidend von Hamilton absetzen. Der Brite holte sich früh neue Reifen und überholte auf diesem Wege Verstappen. Auch beim zweiten Reifenwechsel war Hamilton früher an der Box, Verstappen folgte in Runde 40 und hatte mit frischen Pneus 16 Runden Zeit für die Aufholjagd. Diese gelang, aber die Regelung mit der Streckenbegrenzung kostete Verstappen den Sieg. »Es ist hart, ein Rennen auf diese Art zu verlieren«, sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner beim TV-Sender Sky.

Max Verstappen (r.) setzt zur Überholung von Lewis Hamilton an

Max Verstappen (r.) setzt zur Überholung von Lewis Hamilton an

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HAMAD I MOHAMMED / REUTERS

So lief die Startphase: Es dauerte fünf Runden, ehe das Feld konstant Vollgas fahren konnte. Vor dem Start gab es schon eine zweite Einführungsrunde, weil der Motor von Sergio Pérez ausging und der zweite Red-Bull-Pilot aus der Boxengasse starten musste. In der ersten Runde drehte sich Nikita Masepin (Haas) – nicht zum ersten Mal an diesem Wochenende – von der Strecke. Als das folgende Safety Car wieder rein durfte, zerstörte sich Pierre Gasly den Frontflügel am Heck eines McLaren – was eine virtuelle Safety-Car-Phase zur Folge hatte.

»Ich kann nicht schneller«: Zur Hälfte des Rennens klagte Hamilton über fehlenden Speed. Das ist ungewohnt für Mercedes, das Team war in Sachen Geschwindigkeit seit der Einführung der Hybrid-Motoren 2014 das Nonplusultra. »Es war fast Krise angesagt«, gab Mercedes-Teamchef Toto Wolff nach dem Rennen einen Einblick in die Gemütslage seines Rennstalls in den Tagen davor. Hamilton wurde direkt nach seinem Hilferuf an die Box gerufen, für seinen Geschmack zu früh. Doch dann schlug die Stunde des besten Reifen-Verstehers der Formel 1. 27 Runden auf den harten Reifen, das ist eine schwierige Aufgabe – Hamilton löste sie im Stile eines Weltmeisters und hatte am Ende zusätzlich das Glück, dass Verstappen die Track Limits überfuhr. »Es war eines meiner härtesten Rennen«, sagte Hamilton.

Es raucht, es dampft – Sebastian Vettel fährt sich den Frontflügel kaputt

Es raucht, es dampft – Sebastian Vettel fährt sich den Frontflügel kaputt

Foto: Kamran Jebreili / dpa

Bottas bleibt Bottas: So euphorisch Hamilton nach seinem 96. Sieg der Karriere war, so geknickt wirkte sein Teamkollege Valtteri Bottas nach dem Rennen. Der Finne war in keiner Phase in der Lage, mit Verstappen oder Hamilton mitzuhalten. Als sein Team beim zweiten Reifenwechsel das rechte Vorderrad nicht lösen konnte, musste Bottas fast elf Sekunden stehen bleiben – eine Ewigkeit in der Formel 1. Es könnte Bottas' letzte Saison bei Mercedes sein.

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Es geht schon wieder los: Sebastian Vettel hoffte auf einen kompletten Neustart bei seinem neuen Rennstall Aston Martin. Doch dieses Rennen in Bahrain dürfte Vettel an sein verkorkstes Ende bei Ferrari erinnert haben. Nach seiner Strafversetzung ans Ende des Starterfeldes setzte der Deutsche auf eine Ein-Stopp-Strategie. Diese spülte ihn zwischenzeitlich auf den siebten Platz, doch am Ende verpasste er die Punkte als 15. klar. Zudem verursachte Vettel wegen eines Verbremsers einen Unfall mit Esteban Ocon (Alpine) und bekam die zweite Strafe des Wochenendes aufgebrummt. Es kann nur besser werden. Oder vielleicht doch nicht?

MSC ist wieder da: Der Name elektrisiert viele Formel-1-Fans in Deutschland und auch in anderen Ländern. Mick Schumacher, der Sohn des siebenfachen Weltmeisters Michael Schumacher, gab in Bahrain sein Debüt in der Königsklasse des Motorsports. 30 Jahre nach dem ersten Rennen seines Vaters. Doch die Schumacher-Fans werden viel Geduld aufbringen müssen, das hat der Große Preis von Bahrain gezeigt. Sein Rennstall Haas hat nachweislich das schlechteste Auto im Feld. Mick Schumacher, der wie sein Vater mit dem Kürzel MSC auf den Ergebnislisten erscheint, fuhr nach einem Dreher in der Anfangsphase ein einsames Rennen weit hinter dem Rest des Feldes. Er wurde 16. und damit Letzter.