Hamiltons vierter Saisonsieg Formel Ich-darf-nicht-zu-schnell-fahren-sonst-zerstöre-ich-die-Reifen

Die Formel 1 ist die schnellste Rennserie der Welt. Sie ist aber auch sehr komplex, gerade in der Frage der Reifen. Lewis Hamilton musste deshalb zu Beginn bummeln - und siegte doch ungefährdet.
Barcelona-Sieger Lewis Hamilton nach dem Rennen im Parc fermé

Barcelona-Sieger Lewis Hamilton nach dem Rennen im Parc fermé

Foto:

Albert Gea / AP

Fahrer des Tages: Es beschreibt die gesamte Tragik des Sebastian Vettel. Der vierfache Formel-1-Weltmeister landet beim Großen Preis von Spanien auf dem siebten Platz - und wird zum besten Fahrer des sechsten Saisonrennens gewählt. Sein Bolide bleibt, trotz eines Chassis-Wechsels, ein historisch langsamer Ferrari. Vettel ging von Rang elf aus ins Rennen, blieb dort lange im Mittelfeld stecken und kam erst weiter nach vorn, als die anderen Fahrer die Reifen wechselten und er sich für eine Ein-Stopp-Strategie entschied. Dafür gibt es sechs WM-Punkte, Vettel liegt in der Gesamtwertung auf Platz elf.

Das Rennergebnis: Lewis Hamilton gewinnt das Rennen vor Max Verstappen (Red Bull) und Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas. Es war Hamiltons 88. Erfolg in der Formel 1 und der 156. Podestplatz. Nächster Rekord gebrochen. Hier geht es zum Rennbericht.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Verstappens "Anomalie": Nicht wenige Experten erklärten Verstappen vor dem Rennen zum Favoriten auf den Sieg. Selbst Mercedes-Teamchef Toto Wolff schob dem Verfolger die Favoritenrolle zu. Doch dann musste der Niederländer kurz vor dem Start seinen Motor wechseln lassen, Red Bull hatte in den Daten eine "Anomalie" entdeckt und ging auf Nummer sicher. Da es sich um einen bereits gebrauchten Antrieb handelte, entging Verstappen einer Strafe. Allerdings fehlte beim Ersatzmotor das Silverstone-Upgrade - der Hamilton-Herausforderer ging geschwächt ins Rennen.

Die Startphase: Was unterscheidet den sechsfachen Weltmeister Hamilton und Teamkollege Bottas? Da gibt es einige Punkte, einer davon ist die Zuverlässigkeit am Start. Hamilton schafft es regelmäßig, seine guten Startplätze - in Barcelona hatte er die 92. Pole Position seiner Karriere geholt - zu halten. Bottas schafft das nicht immer, wie nun auch auf dem Circuit de Catalunya. Der Finne fiel hinter Verstappen und Lance Stroll zurück. Die folgenden Runden hinter dem Racing-Point-Piloten nahmen Bottas die Chance, Verstappen früher anzugreifen.

Lewis Hamilton (vorne) liegt in Barcelona nach der ersten Kurve in Führung, Teamkollege Valtteri Bottas (r.) fällt zurück

Lewis Hamilton (vorne) liegt in Barcelona nach der ersten Kurve in Führung, Teamkollege Valtteri Bottas (r.) fällt zurück

Foto:

HOCH ZWEI/Pool/Emilio Morenatti / HOCH ZWEI/Pool/AP

Die Sache mit dem Material: Es waren gerade mal sieben Runden vergangen, da wunderte sich Verstappen am Boxenfunk über die vermeintlich langsame Fahrweise von Hamilton. Der Vorsprung betrug in dieser Phase nur knapp über eine Sekunde. Der 22 Jahre alte Verstappen machte sich aber nicht zu viel Hoffnung, denn Hamilton fuhr ganz bewusst im Schongang. Nach den massiven Reifenproblemen bei den Rennen in Silverstone entschied sich Mercedes für reifenschonendes Tempo. Statt Überholmanöver stand das Rennen in Barcelona im Zeichen der Materialschonung. Diesmal klagte Verfolger Verstappen am Boxenfunk über den Zustand seiner Reifen.

Rekord-Räikkönen: Eigentlich ist Hamilton der Mann für die Rekorde. Doch in Barcelona hat sich mal kurz Kimi Räikkönen eingemischt. Der Finne, der im Kampf um Platz 14 mit Haas-Pilot Romain Grosjean aneinandergeriet und diesen am Boxenfunk als "Idiot" bezeichnete, brach in der 38. Runde die Schallmauer von 83.846 gefahrenen Kilometer in der Formel 1. So viele wie kein anderer Fahrer vor ihm.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Hamilton entscheidet selbst: In der Schlussphase des Rennens stand beim Führungstrio ein zweiter Reifenwechsel an. Verstappen machte in der 41. Runde den Anfang, Bottas folgte sieben Runden später und ließ sich Softreifen aufziehen. Kurz darauf wurde auch Hamilton an die Box gerufen, er blieb jedoch draußen, weil der Brite die vom Team ausgewählte Softmischung nicht haben wollte. Also musste seine Crew kurzerhand umdisponieren, in der 51. Runde bekam Hamilton Mediumreifen. Das ist wohl ein Sechsfacher-Weltmeister-Bonus. Der 35-Jährige gewann mit fast acht Sekunden Vorsprung.

Ausblick: Die Formel 1 gönnt sich ein freies Wochenende, am 28. August geht es mit dem Training in Spa weiter. Beim Ardennen-Klassiker wird Mercedes erstmals auf den sogenannten Party-Modus im Qualifying verzichten. Verstappen hofft dann auf mehr Chancengleichheit im Kampf um die Pole Position.