Qualifying in Bahrain Hamilton spielt mit der Konkurrenz

Im Training machte Max Verstappen den stärkeren Eindruck. Doch wenn es um die Startplätze geht, drehen Mercedes und Weltmeister Lewis Hamilton wieder auf. Für Red Bull gibt es aber auch gute Nachrichten.
Lewis Hamilton ist weiter auf Rekordjagd

Lewis Hamilton ist weiter auf Rekordjagd

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Bryn Lennon / Getty Images

Mercedes-Teamchef Toto Wolff sagte vor dem Qualifying in Bahrain, Red Bull sei derzeit das stärkere Team. Die Trainingseindrücke bestätigten das, Max Verstappen hatte den besten Eindruck hinterlassen. Im Kampf um die Startplätze war es dann aber doch wieder Weltmeister Lewis Hamilton, der mit der Konkurrenz spielte und mit einer Zeit von 1:27,264 die mit Abstand beste Runde auf den Asphalt legte.

Hamilton geht damit von Startplatz eins in den Großen Preis von Bahrain. Der Brite, der den Rekord von 13 Saisonsiegen einstellen kann, verwies im Qualifying für das 15. Saisonrennen am Sonntag (15.10 Uhr, Liveticker SPIEGEL.de; TV: RTL, Sky) seinen finnischen Teamkollegen Valtteri Bottas und Verstappen auf die Plätze. Für Hamilton war es die 98. Pole seiner Formel-1-Karriere und die zehnte der Saison. »Mercedes hat sich heute gesteigert«, sagte Verstappen. »Es wird schwierig, sie zu schlagen.« Es stellt sich allerdings wohl eher die Frage, ob Mercedes im Training alles gezeigt hatte.

»Ich habe nach dem Gewinn der WM nicht gefeiert. Ich habe trainiert, mich auf dieses Rennen voll fokussiert«, sagte Hamilton. »Das ist die Weiterführung der bisherigen Leistung. Ich wollte heute einfach Spaß haben. Wenn der Druck dann abfällt, ist das etwas Erleichterndes.«

Die beiden Ferrari-Piloten verpassten den letzten Qualifying-Abschnitt und gehen von den Plätzen elf und zwölf ins Rennen. Sebastian Vettel bewies dabei trotz des insgesamt schlechten Ergebnisses seinen leichten Aufwärtstrend, er war schneller als sein Teamkollege Charles Leclerc.

Ferrari und Renault machen Schritt auf Red Bull zu

Am Rande des drittletzten Rennens des Jahres wurde eine wichtige Entscheidung für die Zukunft vorbereitet. Da Motorenpartner Honda vor Wochen seinen Ausstieg aus der Formel 1 für das Ende der Saison 2021 angekündigt hatte, drohte der wichtigsten Rennserie der Welt der Ausstieg von Red Bull und Alpha Tauri und damit eine Verkleinerung des Feldes um zwei Teams. Dieses Szenario scheint nun vom Tisch.

Ein Ausstieg von Red Bull scheint vom Tisch: Teamchef Christian Horner sprach von »positiven Nachrichten«

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Foto: Mark Thompson / Getty Images

Da Red Bull ab 2022 ohne Motorenpartner antreten muss und den Antrieb von Honda übernehmen möchte, forderte das Team von Verstappen einen Entwicklungsstopp, bis eine neues Reglement greift. Das soll 2026 passieren und könnte andere Hersteller anlocken – beispielsweise VW. Bisher waren Ferrari und Renault gegen einen solchen Entwicklungsstopp, sollen in Bahrain aber eingelenkt haben. Mercedes hatte bereits im Vorfeld zugestimmt, nun zeigen sich auch die verbliebenen Motorenhersteller in der Formel 1 offen für das »Einfrieren«.

Das neue Motorkonzept soll nach den Vorstellungen von Ferrari-Teamchef Mattia Binotto »etwa 50 Prozent« günstiger sein als die derzeit eingesetzten Turbo-Hybrid-Einheiten. Und bis dahin soll nun eben nicht weiter in das bestehende Reglement investiert werden, Ferrari und Renault sind durch die Corona-Pandemie auch gezwungen, Kosten zu sparen.

»Das sind positive Nachrichten«, sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner: »Es ergibt keinen Sinn, weiterhin Hunderte Millionen Dollar in diese Motoren zu investieren.«

krä/sid