Hamiltons Formel-1-Triumph "Er war der bessere Mann"

Es war ein Chaosrennen, und am Ende jubelte Lewis Hamilton. Der Brite feierte seinen vierten WM-Titel. Rivale Sebastian Vettel wirkte niedergeschlagen wie selten.
Lewis Hamilton

Lewis Hamilton

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Eine Stunde nach Rennende kam es in Mexiko zum zweiten Mal an diesem Abend zum Kontakt zwischen Lewis Hamilton und Sebastian Vettel. Doch im Gegensatz zum ersten Zusammenstoß, als die beiden Rennfahrer auf der Strecke kollidiert waren, verlief er diesmal harmonisch.

Hamilton war noch immer dabei, Interviews zu geben, als Vettel auf ihn zu lief. Und dann lagen sich der neue Weltmeister und sein geschlagener Rivale für ein paar Sekunden in den Armen. "Das ist der große Tag von Lewis, er ist Weltmeister und das hat er verdient", sagte Vettel nach dem Rennen. "Er war der bessere Mann."

Für beide Piloten war der Abend nicht so gelaufen, wie sie es sich vorgestellt hatten. Für Vettel, weil er den WM-Titel verpasste. Und für Hamilton, weil dieser sich den Gewinn des vierten WM-Titels seiner Karriere wohl anders vorgestellt hatte: auf dem Podium stehend, gefeiert von den enthusiastischen Fans beim Großen Preis von Mexiko.

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Hamiltons Rennen in Mexiko: Erst Letzter, dann Weltmeister

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Stattdessen wurde Hamilton Neunter und Vettel Vierter, nachdem es in der ersten Kurve des Rennens zu einer Berührung der beiden gekommen war. Das aber war egal, als Hamilton vor über 100.000 Zuschauern noch auf der Strecke das Siegerinterview gab.

Nach dem Reifenschaden in der ersten Kurve und mit leicht beschädigtem Auto hatte er sich schwergetan, wieder nach vorne zu fahren, auf einer Strecke, "die für mich die schwierigste überhaupt zum Überholen ist." Immer wieder hatte er sich über Funk die Positionen durchgeben lassen, in der 56. Runde hatte er es immerhin erstmals auf Rang zehn geschafft. "Und wo ist Vettel?" Vierter war der da - aber die Box konnte Hamilton sowieso beruhigen: "Er müsste Zweiter werden". Ob das möglich sei, fragte der Brite zurück - und hörte als Antwort ein klares "Nein."

"Fernando ist ein richtig harter Motherfucker"

Danach lieferte er sich noch einen erbitterten Kampf mit Fernando Alonso um Platz neun - mehrere Runden wehrte sich der Spanier im McLaren-Honda verbissen, ehe sich Hamilton doch noch vorbeiquetschen konnte und so seinen Titel auf dem neunten Rang einfuhr. "Das war ein tolles Duell, Fernando ist ein richtig harter Motherfucker", sagte Hamilton anerkennend.

Für ihn steht nun erst einmal Urlaub an, die freien Tage bis zum Brasilien-Grand Prix nutzt er für einen Trip nach Peru, in die Anden, nach Machu Picchu, Ruinenstadt der Inkas. Die schien in Mexiko aber eher zur Stimmung von Vettel zu passen.

"Ich habe bis zur letzten Runde gekämpft, es kann ja immer noch alles passieren", sagte er leise: "Wenn man dann über die Linie fährt und realisieren muss, dass es endgültig vorbei ist, dann ist das schon ein sehr harter Schlag." Aufzustehen aus Ruinen - damit ist die Ferrari-Aufgabe für 2018 schon umschrieben.

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