Verwirrung bei Formel 1 in Japan Max Verstappen ist nun doch Weltmeister

Chaotisches Rennen in Suzuka: Erst gab es zwei Stunden Regenpause, dann fuhr Max Verstappen nach dem Neustart davon. Dass der Niederländer damit Weltmeister wurde, wusste zunächst nicht mal sein eigenes Team.
Japan-Sieger Max Verstappen: zweiter WM-Triumph sicher

Japan-Sieger Max Verstappen: zweiter WM-Triumph sicher

Foto:

FRANCK ROBICHON / EPA

Max Verstappen ist zum zweiten Mal in Folge Formel-1-Weltmeister geworden. Beim Großen Preis von Japan in Suzuka setzte sich der Niederländer vor seinen Red-Bull-Kollegen Sergio Pérez und Charles Leclerc (Ferrari). Das Ziel überquerte Leclerc zwar als Zweiter, allerdings hatte er in der letzten Runde im Duell mit Pérez unfair die Strecke verlassen. Für die Aktion bekam Leclerc eine Fünf-Sekunden-Strafe, was ihn auf Platz drei beförderte.

Sebastian Vettel landete bei seinem letzten Japan-Grand-Prix auf Platz sechs, eine Position hinter Rekordweltmeister Lewis Hamilton. Hier sehen Sie das gesamte Klassement:

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Das Rennen fiel wegen Dauerregens stark verkürzt aus. Kurz nach dem Start hatte die Rennleitung die Rote Flagge angezeigt und alle Wagen zurück in die Boxengasse geholt. Mehr als zwei Stunden später ging es erst wieder los, ungefähr 40 Minuten wurde noch gefahren, insgesamt ging das Rennen über 28 Runden.

Nach dem Rennende herrschte große Verwirrung. Zunächst galt die Annahme, dass Verstappen ein Punkt zum Titel fehle, dann wurde der Niederländer plötzlich als Weltmeister gefeiert. Davon waren viele überrascht – auch Red Bull selbst. »Wir dachten, uns fehle ein Punkt, wir dachten nicht, dass die volle Punktzahl vergeben wird«, sagte Teamchef Christian Horner.

Dass es doch die volle Punktzahl gab, begründete die Rennkommision damit, dass das Rennen zwar unterbrochen, aber wieder aufgenommen wurde und verwies dabei auf das Reglement. Kommuniziert wurde das während des Rennens nicht.

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Trotz starken Regens begann das Rennen zunächst pünktlich, aber unter schwierigen Bedingungen. Der schnelle Kurs war nass, das Feld begann aber mit Intermediates anstatt Regenreifen. Cockpitkameras zeigten, dass die Sicht stark eingeschränkt war durch aufspritzende Gischt. Leclerc zog beim Start zwar zunächst an Verstappen vorbei, der aber mutig auf der Außenlinie seine Führung verteidigte.

Gefährlicher Moment für Gasly

Bei dem Wetter passierte das Erwartbare: Schon direkt nach dem Start flogen einige Fahrer von der Strecke, woraufhin das Rennen unterbrochen wurde. Alle Autos kamen in die Boxengasse, während die Rote Flagge angezeigt wurde. Dabei kam es zu einer gefährlichen Situation mit Pierre Gasly. Der französische AlphaTauri-Pilot fuhr bei schlechter Sicht durch eine Rechtskurve, als er plötzlich ein Bergungsfahrzeug passierte, das sich ebenfalls auf der Strecke befand.

Gasly war noch auf der Strecke, weil er unter Safety Car zuvor in der Boxengasse Teile gewechselt hatte und dem Feld hinterherfuhr. »Das ist inakzeptabel«, schimpfte Gasly im Funk. Der Weltverband Fia teilte mit, Gasly sei »mit hoher Geschwindigkeit« unterwegs gewesen, obwohl die Rote Flagge bereits gezeigt war. Der Vorfall wurde notiert, die Rennkommissare werden sich damit befassen.

Hinter dem Safety Car geht es weiter

Die Rennleitung peilte lange einen rollenden Neustart hinter dem Safety Car an, der Regen ließ das aber erst mehr als zwei Stunden nach dem Start wieder zu. Hinter dem Safety Car kehrten die Wagen auf die Strecke zurück, um die Bedingungen auszutesten, dieses Mal mit richtigen Regenreifen. Hinter den Wagen spritzte immer noch Wasser auf, an den Streckenrändern standen teilweise Pfützen.

Foto: PHILIP FONG / AFP

Das genügte der Rennleitung, um das Safety Car reinzuholen und einen fahrenden Start freizugeben. Beim Einbiegen auf die Start-Ziel-Gerade drückte Verstappen an Platz eins aufs Gas und fuhr unbedrängt davon. Bei schlechter Sicht kam es zu wenigen Duellen auf der Strecke.

Einige Fahrer wagten schnell den Wechsel auf Intermediate-Reifen, unter anderem Vettel. Mit Erfolg: In wenigen Runden machten die Fahrer mit den Reifen für eine mittelnasse Strecke einige Plätze gut, Vettel etwa war schnell Siebter. Als Einziger blieb Mick Schumacher lange auf den Regenreifen, weil sein Team auf eine Safety-Car-Phase hoffte. Das ging schief, der Haas-Fahrer wurde durchgereicht und kam als 15. ins Ziel.

Die Entscheidung der Rennleitung, auf die Strecke zurückzukehren, stellte sich als richtig heraus. Zu gefährlichen Situationen oder sogar Crashes kam es nicht mehr, es wurde sauber zu Ende gefahren. Allerdings gab es auch wenig Duelle. Hamilton attackierte hartnäckig Esteban Ocon (Alpine) auf Platz vier, kam aber nicht vorbei.

Weiter geht es in der Formel 1 am Sonntag in zwei Wochen (23. Oktober, 21 Uhr, TV: Sky) mit dem Großen Preis der USA in Austin, Texas.

mrk
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