Formel 1 in Österreich Verstappen gewinnt nach dramatischer Aufholjagd

Was für ein Rennen: Trotz eines katastrophalen Starts hat Max Verstappen den Großen Preis von Österreich gewonnen. Wegen eins Überholmanövers gegen Charles Leclerc stand der Sieg aber auf der Kippe.

Max Verstappen
Bryn Lennon/Getty Images

Max Verstappen


Max Verstappen hat im österreichischen Spielberg seinen ersten Saisonsieg gefeiert. Der Red-Bull-Pilot legte nach einem verpatzten Start eine furiose Aufholjagd hin und verdrängte den lange in Führung liegenden Charles Leclerc (Ferrari) auf Platz zwei.

Nach seinem Überholmanöver gegen Leclerc beriet die Rennkommission über zwei Stunden, ob Verstappen bestraft - und Leclerc nachträglich zum Sieger gekürt werden sollte. Der Niederländer durfte seinen Sieg aber behalten. Valtteri Bottas (Mercedes) wurde Dritter, Sebastian Vettel Vierter. Lewis Hamilton belegte am Ende Platz fünf.

Nach dem Qualifying war aufgrund mehrerer Strafen die Startfolge durcheinandergewirbelt worden. Hamilton begann von Platz vier, neben seinem Teamkollegen Bottas. Damit war es das erste Rennen dieser Saison, in dem kein Mercedes in der ersten Reihe stand. Mit Leclerc auf der Pole und Verstappen auf Platz zwei (beide 21 Jahre alt) war es die jüngste Startreihe der Formel-1-Historie.

Der Start verlief spektakulär - und aus Sicht von Verstappen katastrophal. Als die Anlage auf grün sprang, kam der Niederländer überhaupt nicht vom Fleck. Links und rechts wurde er überholt. Als sich das Feld nach den ersten Kurven sortiert hatte, war Verstappen nur noch Siebter. Vettel, der nach Problemen im Qualifying nur als Neunter begann, machte beim Start drei Plätze gut.

Leclerc vor dem Start: 35 Grad Lufttemperatur, über 50 Grad an der Strecke
AFP

Leclerc vor dem Start: 35 Grad Lufttemperatur, über 50 Grad an der Strecke

Als Bottas nach 22 Runden als Erster aus der Spitzengruppe an die Box ging, beorderte auch Ferrari Vettel zum Reifenwechsel. Eine hastige Reaktion, die die eigenen Mechaniker zu überraschen schien. Hektik brach aus, als der Bolide heranfuhr, es waren noch nicht alle vier Reifen herangeschafft worden. 6,1 Sekunden dauerte der Stopp am Ende. Zum Vergleich: Bottas war nach 3,5 Sekunden wieder auf der Strecke, Leclerc - der kurz nach Vettel kam - nach 2,6 Sekunden.

Doch Vettel fuhr trotz aller Widrigkeiten ein starkes Rennen und blieb an den Führenden dran. Nach der Hälfte des Rennens, als alle Spitzenfahrer an der Box gewesen waren, sah die Top 5 aus wie folgt:

  • Leclerc
  • Bottas
  • Vettel
  • Verstappen
  • Hamilton

Serienweltmeister Hamilton lag allerdings rund 20 Sekunden hinter dem Monegassen Leclerc. Der Brite hatte sich einen neuen Frontflügel holen müssen und stand dafür elf Sekunden in der Box.

In Runde 48 startete Verstappen einen Angriff auf Vettel. Der Deutsche konnte die Attacken des schnelleren Niederländers zwei Runden lang kontern, doch dann zog Verstappen vorbei. Der Jungstar beklagte zwar per Funk einen Leistungsabfall seines Boliden, trotzdem war fünf Runden später Bottas dran und wurde überholt. Verstappen fuhr nun eine schnellste Runde nach der nächsten, Leclercs Vorsprung schmolz bei 35 Grad Lufttemperatur rasant.

Als die Ferrari-Box Leclerc warnte, dass der Niederländer nur noch eine Sekunde hinter ihm lauere, antwortete Leclerc genervt: "Lasst mich in Ruhe." Seine Helfer konnte der Monegasse so abwimmeln, aber nicht den Konkurrenten. Verstappen bearbeitete Leclerc anschließend Kurve für Kurve. In Runde 69 war es soweit, der Niederländer zog vorbei. Eine kritische Szene, beide Autos berührten sich, Leclerc wurde kurz von der Strecke gedrängt. Den Sieg ließ sich Verstappen nicht mehr nehmen. Das Überholmanöver wurde noch überprüft, die Formel 1 gab aber über zwei Stunden später auf Twitter bekannt, dass Verstappen den Sieg behält.

luk

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