Verstappen-Show in China Circus Maximus

Der Sieg in China ging an Lewis Hamilton - für die große Show sorgte aber Max Verstappen: Der Red-Bull-Pilot beeindruckte mit einer spektakulären Aufholjagd und bewies allen, dass die Formel 1 doch noch eine Rennserie ist.
Max Verstappen jubelt über Platz drei

Max Verstappen jubelt über Platz drei

Foto: Mark Thompson/ Getty Images

Ausgangslage: Nach dem Auftaktrennen in Australien mit nur fünf Überholmanövern hofften Fahrer und Fans auf mehr Racing. Lewis Hamilton sagte Anfang der Woche noch: "Es wird definitiv nicht besser." Doch die Voraussetzungen waren gut in China: Eine feuchte Fahrbahn und eine durchgemischte Startaufstellung - Max Verstappen startete von Platz 16 und gilt als Regenspezialist - versprachen Unterhaltung. Mit Hamilton stand zum sechsten Mal in Folge ein Mercedes-Pilot auf der Poleposition von Shanghai.

Ergebnis: Hamilton siegte souverän vor Sebastian Vettel im Ferrari. Verstappen holte 13 Plätze auf und belohnte sich mit dem Sprung aufs Treppchen. Hier geht's zur Meldung.

Startphase: Vettel auf Position zwei stand mit seinem Ferrari schief auf seinem Startplatz. Sollte es ein Versuch gewesen sein, Hamilton zu verwirren - geklappt hat er nicht. Der Brite gewann den Start souverän, Vettel hatte dahinter mit Hamiltons Teamkollegen Bottas zu kämpfen, doch er wehrte die Attacke des Rosberg-Nachfolgers ab.

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Formel 1: Reifen wechsel dich

Foto: ALY SONG/ REUTERS

Antwort des Rennens: Überholmanöver in der Formel 1? Sie sollen schwieriger geworden sein, da die Autos aerodynamischer, aber auch anfälliger geworden sind. Die sogenannte Dirty Air bereitete in Melbourne vielen Fahrern Sorgen, durch verwirbelte Luft verlieren ihre Wagen Abtrieb und Grip. Verstappen setzte nun ein Ausrufezeichen, dass Fans im neuen Formel-1-Jahr nicht auf Überholmanöver verzichten müssen: Der Niederländer raste von Platz 16 zwischenzeitlich sogar auf Rang zwei, der 19-Jährige erinnerte damit an beste Rennunterhaltung mit Michael Schumacher. "Das hat sich für mich ein bisschen wie in einem Videospiel angefühlt", sagte er.

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Auch anderswo kam es infolge von Reifenwechsel zu ständigen Positionswechseln - nur der erste Rang von Hamilton geriet nie Gefahr.

Trendsetter: Eine der großen Neuerungen der Formel 1 ist die Weiterentwicklung der Reifen, sie nutzen nicht mehr so stark ab, und meist sollten die Teams mit einer Ein-Stopp-Strategie auskommen. Shanghai, eine Stunde vor dem Rennstart hatte es etwas geregnet, war für Taktikfüchse eine Herausforderung: Welche Mischung würde hier die beste sein? Carlos Sainz im Toro Rosso setzte als Einziger auf Slicks, also Trockenreifen. Er sparte damit einen Stopp und kam als Siebter ins Ziel.

Versprecher des Rennens: "Du hast noch Chancen auf Platz vier, Nico", funkte die Mercedes-Box an ihren Fahrer Valtteri Bottas. Der zurückgetretene Weltmeister Rosberg ist offensichtlich noch nicht vergessen. Vielleicht auch, weil sein Nachfolger bislang noch nicht überzeugt. Er wurde Sechster.

Frage des Rennens: Was hat Nico Rosberg gemacht? Er gratulierte seinem Ex-Rivalen artig.

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Pechvogel: War wieder einmal Fernando Alonso mit einem technischen K.o. an seinem McLaren. Der Ex-Weltmeister brachte im Qualifying noch starke Runden auf die Strecke, im Rennen war wie bereits in Melbourne vorzeitig Schluss. Auch für Motorsport-Fans bitter, gehört der Spanier immer noch zu den besten Fahrern im Feld. Ihm wünscht man einen besseren Rennstall.

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Erkenntnis des Rennens: Gleichstand in der WM-Wertung! Hamilton hat mit dem China-Erfolg gegen Vettel ausgeglichen (beide stehen bei 43 Punkten). Und die Verstappen-Show beeindruckte sogar Kritiker der Veränderungen, die das Überholen schwieriger gemacht haben soll. Kommentatoren wurden nach dem Rennen nicht müde zu betonen, wie abwechslungsreich die neue Formel 1 ist. Ist sie das? Zumindest auf den Verfolgerplätzen ab Rang drei besteht Potenzial für Unterhaltung. Wie beim Vettel-Sieg in Australien war aber auch der China-Erfolg von Hamilton eine recht klare Sache.

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