Formel 1 Verstappen erhebt Vorwürfe gegen Ferrari

Formel-1-Rennfahrer Max Verstappen hat gravierende Anschuldigungen gegen den Konkurrenz-Rennstall Ferrari erhoben. Allerdings geht es bei dem Motorentrick um das Ausnutzen einer Regel-Grauzone.

Max Verstappen: "Das bekommst du, wenn du aufhören musst zu schummeln"
Mark Thompson/AFP

Max Verstappen: "Das bekommst du, wenn du aufhören musst zu schummeln"


Der Red-Bull-Pilot Max Verstappen hat Ferrari in einem Interview mit dem niederländischen TV-Sender Ziggo attackiert. Nach Ferraris schwachem Abschneiden beim Großen Preis der USA in Austin sagte der 22-Jährige: "Das bekommst du, wenn du aufhören musst zu schummeln."

Verstappen spielte mit seiner Aussage auf Spekulationen und Gerüchte an, die seit einiger Zeit kursieren. Demnach würde Ferrari beim Einspritzen des Benzins in den Motor einen Trick anwenden und eine Lücke in den Regeln ausnutzen. Dadurch soll der Ferrari-Rennwagen mehr Motorenleistung bekommen haben.

Hintergrund ist nach SPIEGEL-Informationen eine Anfrage von Red Bull an den Motorsport-Weltverband Fia. Verstappens Rennstall wollte geklärt wissen, ob beim Einspritzen des Benzins kontinuierlich ein Grenzwert nicht überschritten werden darf. Das war in den Regeln nicht eindeutig formuliert worden.

Vor dem Rennen in Austin gab die Fia eine technische Direktive heraus, nun werden die Teams dank dieser Direktive gezwungen, den Grenzwert im gesamten Rennen nicht zu überschreiten. Ein Sensor hatte diese Werte zuvor unregelmäßig gemessen. Falls Ferrari zeitweise mehr Benzin eingespritzt haben sollte, wurde ein Graubereich ausgenutzt.

Ferrari wehrte sich jedenfalls gegen die Vorwürfe der Konkurrenz - ohne konkret auf die technische Direktive einzugehen. "Ich habe diese Kommentare gehört. Sie sind sehr enttäuschend", sagte Teamchef Mattia Binotto nach dem Rennen: "Diese Kommentare sind völlig falsch, sie sind nicht gut für den Sport, und jeder sollte etwas vorsichtiger sein."

Mercedes sieht Auffälligkeiten bei Ferrari

Im Fahrerlager war aufgefallen, dass die Ferrari-Wagen im Gegensatz zu den Vorwochen auf den Geraden langsamer unterwegs waren. "Wir haben uns die Daten angesehen. Ihre Höchstgeschwindigkeit sieht ganz anders aus als bei den letzten Rennen", sagte auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Woran das liege, könne er aber nicht konkret sagen. Ferrari verfügt in dieser Saison über den größten Topspeed, gab diesen Vorteil aber in den Kurven wieder aus der Hand.

Binotto wollte davon nichts wissen. Vor dem Rennen in Austin sei technisch nichts an den Motoren verändert worden, lediglich an der Aerodynamik des Autos. "Wir waren Samstag nah dran an der Poleposition. Unsere Leistung hat gezeigt, dass wir weiterhin schnell sind", sagte der Italiener.

Charles Leclerc konnte als Renn-Vierter aber nicht mit der Spitze mithalten. Sebastian Vettel schied aufgrund eines Defekts früh aus. In den vergangenen 13 Rennen hatte es stets mindestens ein Ferrari-Fahrer aufs Podium geschafft.

bka/krä/dpa



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