Formel 1 McLaren suspendiert Sportdirektor, Ferrari im Training erholt

Er war 35 Jahre bei McLaren, nun endet Sportdirektor Dave Ryan als Bauernopfer: Ryan soll Schuld an der Falschaussage von Weltmeister Lewis Hamilton haben. Im Training in Kuala Lumpur zeigte sich Nico Rosberg in gewohnt guter Form - und Ferrari in ungewohnter.


Hamburg - Lewis Hamiltons nachträgliche Disqualifikation wegen der Lügen-Affäre beim Grand Prix in Australien hat erste personelle Konsequenzen gefordert. McLaren-Sportdirektor Dave Ryan wurde von dem Rennstall am Freitag mit sofortiger Wirkung suspendiert. Das teilte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh in Kuala Lumpur mit, wo am Sonntag (11 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) das zweite Saisonrennen stattfindet.

McLaren-Pilot Hamilton (in Melbourne): Sportdirektor geschasst
Getty Images

McLaren-Pilot Hamilton (in Melbourne): Sportdirektor geschasst

"Seine Rolle in Australien, vor allem in der Anhörung bei den Fia-Stewards, hat dem Team großen Schaden zugefügt. Dafür möchten wir uns entschuldigen", sagte Whitmarsh: "Ich habe ihn heute morgen suspendiert, und er hat es akzeptiert."

Ryan arbeitete seit 1974 für McLaren und ist seit 1990 Teammanager. Im Juli 2008 wurde er zum Sportdirektor befördert. Dem Briten wird wohl als Bauernopfer die Schuld daran gegeben, dass Weltmeister Hamilton bei der ersten Anhörung bei den Sportkommissaren des Automobil-Weltverbandes Fia in Melbourne absichtlich eine Falschaussage gemacht hatte.

Bei einem zweiten Verhör am Donnerstag in Kuala Lumpur wurde Hamilton mit Hilfe des abgehörten Funkverkehrs beim Rennen in Australien überführt. Wegen "absichtlicher Irreführung" der Fia-Sportkommissare wurde Hamilton nun der dritte Platz beim Saisonauftakt in Melbourne aberkannt. McLaren-Mercedes wurde ebenfalls ausgeschlossen.

Einen Tag danach wurde Hamilton von den Sportkommissaren der Fia auch noch zu einer Geldstrafe verurteilt. Im ersten freien Training wurde er in der Boxengasse mit 65,3 Kilometer pro Stunde "geblitzt", erlaubt sind 60. Im zweiten Durchgang am Nachmittag war er noch einmal 2,6 Kilometer pro Stunde schneller als erlaubt. Hamilton muss ein Bußgeld von insgesamt 2100 Euro zahlen.

Das erste freie Training hatte mal wieder Nico Rosberg gewonnen. Der Williams-Pilot fuhr auch am Freitag in der Übungssession zum Großen Preis von Malaysia die beste Zeit. Schon in den drei Trainingseinheiten beim Saisonauftakt vor einer Woche in Melbourne war der 23-Jährige jeweils Schnellster gewesen. Am Nachmittag (Ortszeit) kam er im zweiten Durchgang auf dem 5,543 Kilometer langen Tropenkurs in Sepang auf den vierten Rang hinter Sebastian Vettel im Red Bull.

Den zweiten Durchgang dominierte dann Ferrari, also das zweite Topteam neben McLaren, das in Melbourne keinen einzigen Punkt für die Konstrukteurswertung hatte sammeln können: Der Finne Kimi Räikkönen fuhr in 1:35,707 Minuten die Tagesbestzeit. Sein brasilianischer Teamkollege Felipe Massa belegte mit einem Rückstand von 0,125 Sekunden den zweiten Platz.



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Michael KaiRo 16.01.2009
1.
Zitat von sysopNeue Autos, neue Regeln, neue Technik: Die Formel 1 sieht 2009 ganz anders aus. Doch ändern sich damit auch die Kräfteverhältnisse? Wer ist Ihr Titelfavorit, was halten Sie von den Neuerungen in der Königsklasse?
Die Regeländerungen sehe ich weitgehendst positiv - diese dummen zigfachen Flaps sahen sowieso eher müllig aus. Hätte aber noch das "Umkleiden" der Rückspiegel wie es Ferrari jetzt getan hat, verboten - die waren wohl clever und fanden ne Lücke ;-) Die Kräfteverhältnisse dürften sich wohl eher marginal verschieben. Da bleibe ich Realist. Vor allem wünsche ich mir, dass mehr Entscheidungen auf der Rennstrecke fallen als am grünen Tisch. Aber das dürfte wohl Wunschdenken bleiben. Die Meisterschaft wird immer (nach Möglichkeit) bis zum letzten Rennen offen gehalten werden, egal ob Regelkonfrom oder nicht. Ansonsten: Schade, dass es die Sportwagen-WM der Prototypen nicht mehr gibt :-(
Cholerix, 16.01.2009
2.
Zitat von Michael KaiRoDie Regeländerungen sehe ich weitgehendst positiv - diese dummen zigfachen Flaps sahen sowieso eher müllig aus. Hätte aber noch das "Umkleiden" der Rückspiegel wie es Ferrari jetzt getan hat, verboten - die waren wohl clever und fanden ne Lücke ;-) Die Kräfteverhältnisse dürften sich wohl eher marginal verschieben. Da bleibe ich Realist. Vor allem wünsche ich mir, dass mehr Entscheidungen auf der Rennstrecke fallen als am grünen Tisch. Aber das dürfte wohl Wunschdenken bleiben. Die Meisterschaft wird immer (nach Möglichkeit) bis zum letzten Rennen offen gehalten werden, egal ob Regelkonfrom oder nicht. Ansonsten: Schade, dass es die Sportwagen-WM der Prototypen nicht mehr gibt :-(
Dem würde ich mich nachdrücklich anschlieesen wollen ! Was die 2009er F1 anbelangt: Potthäääässlich. Bislang hatten Autorennen auch stets ein ästhetisches Element. Das Thema ist in der F1 nun aber durch. Bedingt durch die Regeländerungen ist da nun was entstanden, was noch grauenhafter aussieht als in den Vorjahren diese ganzen angepappten aerodynamischen Hilfkonstruktionen. Ich fürchte, das könnte mein verbliebenes Interesse an der F1 beenden. Ich hätte zudem eine Rückbesinnung auf die "Bastelstuben" früherer Jahre bevorzugt. Die Konzerne haben letztlich noch jede gute Motorsportserie mit Geld kaputtbekommen. Gerade auch Mercedes (u.a. FIA GT97 und Gruppe C)
lynx2 16.01.2009
3. Geld kaputt machen?
Zitat von CholerixDem würde ich mich nachdrücklich anschlieesen wollen ! Was die 2009er F1 anbelangt: Potthäääässlich. Bislang hatten Autorennen auch stets ein ästhetisches Element. Das Thema ist in der F1 nun aber durch. Bedingt durch die Regeländerungen ist da nun was entstanden, was noch grauenhafter aussieht als in den Vorjahren diese ganzen angepappten aerodynamischen Hilfkonstruktionen. Ich fürchte, das könnte mein verbliebenes Interesse an der F1 beenden. Ich hätte zudem eine Rückbesinnung auf die "Bastelstuben" früherer Jahre bevorzugt. Die Konzerne haben letztlich noch jede gute Motorsportserie mit Geld kaputtbekommen. Gerade auch Mercedes (u.a. FIA GT97 und Gruppe C)
Wieso? Mercedes hat's doch! Wenn Chrysler abschmiert müssen sie nochmals eine schlappe Mrd. nachschießen. Für F1 reicht es noch dicke. Das zeigt nur, daß die Autohersteller immer noch genügend Geld haben für diesen Firlefanz. Wo ist da eine Autokrise? Daimler kann über seine Autofinanzierungstochter ja eine 100 Mio oder mehr einsacken an Staatsknete und damit weiter auch F1 finanzieren. Ist doch schön!
myspace 16.01.2009
4. .
Einheitsreifen, keine Schlupfkontrolle mehr - diese Jahr kommt es wieder auf das fahrerische Können an. Plus: Durch die neuen Aerodynamikregeln wird der Abtrieb deutlich gesenkt, gut möglich, daß es wieder ein bißchen Action mit richtige Überholmanövern gibt.
metbaer 17.01.2009
5.
Ich bin gespannt, was die neuen Regeln bringen. Vielleicht schaue ich die Formel 1 dann auch wieder mit etwas mehr Freude... die letzten Jahre machte die NASCAR- Serie in den USA dann doch mehr Spaß. Warum? Weniger Aerodynamik, weniger Elektronik, weniger Schnickschnack und einfach mehr fahrerisches Können.
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