Mercedes in der Formel 1 Uneinholbar

Mercedes ist Weltmeister. Die Konstrukteurswertung ist entschieden, auch bei den Fahrern ist dem deutschen Rennstall nach erneuten Fehlern der Konkurrenz der Titel nicht mehr zu nehmen.

Kein Rennstall konnte Mercedes in dieser Saison den WM-Titel streitig machen
Soe Zeya Tun/REUTERS

Kein Rennstall konnte Mercedes in dieser Saison den WM-Titel streitig machen

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Szene des Rennens: Die Startlichter waren noch nicht aus, da bewegte sich Sebastian Vettels Ferrari an Position eins schon. Der Deutsche stoppte noch mal ab, anders als Mercedes-Pilot Valtteri Bottas, der dahinter von Platz drei startete und voll durchzog. Der Finne ging in Führung, Vettel hatte seinen Vorteil verloren. Was wie ein Fehlstart aussah, sollte aber nicht geahndet werden.

Ergebnis: Bottas gewann den Großen Preis von Japan, für ihn ist es der dritte Sieg in dieser Saison. Zweiter wurde Vettel vor Lewis Hamilton. Lesen Sie hier den Rennbericht.

Entscheidung: Mercedes ist nicht zu schlagen. Dieser Satz gilt auch in diesem Jahr, daran ändert auch Ferraris Renaissance in der zweiten Saisonhälfte nichts. Nach dem Triumph in Suzuka ist die Konstrukteurs-WM bereits entschieden. Ebenfalls steht fest, dass der Fahrertitel an Hamilton oder Bottas gehen wird. Zum sechsten Mal gewinnt Mercedes in beiden Kategorien, Ferrari hingegen wartet seit 2008 auf einen Titel.

Die Schönheit nach dem Sturm: Der Taifun "Hagibis" hatte die Rennleitung dazu bewegt, jegliche für Samstag geplante Aktivitäten abzublasen. Das Qualifying fand wenige Stunden vor Rennbeginn statt. "Die Bedingungen sind offensichtlich ganz anders als am Freitag, die Hauptsache ist aber, dass die Sonne draußen ist", sagte Vettel, nachdem er bei 24 Grad und blauem Himmel zur Poleposition gefahren war. Sein Teamkollege Charles Leclerc startete neben ihm von Rang zwei, dahinter kamen die beiden Silberpfeile.

Hörner abstoßen: Die beiden Jungspunde in der Gruppe der Spitzenfahrer, Max Verstappen, 21 Jahre, und Charles Leclerc, 22, haben sich dieses Jahr schon das eine oder andere Duell geliefert. In Suzuka gerieten die beiden schon in der ersten Kurve aneinander: Verstappen hatte einen exzellenten Start erwischt und Leclerc auf der äußeren Linie schon fast überholt, als dieser plötzlich ausscherte und in den Red-Bull-Piloten krachte. "Charles ist mir einfach in die Seite gefahren", beschwerte sich Verstappen nach dem Rennen: "Das war unverantwortlich." Der Niederländer kam von der Strecke ab und musste nach 15 Runden das Rennen abbrechen, während Leclerc Siebter wurde.

Verstappen im Red Bull auf dem Rasen - der Rest des Feldes zieht vorbei
DIEGO AZUBEL/EPA-EFE/REX

Verstappen im Red Bull auf dem Rasen - der Rest des Feldes zieht vorbei

Gegenstände auf der Fahrbahn: Leclercs Auto trug ebenfalls einen Schaden davon. Nach der Kollision schliff sein Frontflügel über den Asphalt, wobei er reichlich Funken versprühte. Statt sofort einen Boxenstopp zur Reparatur einzulegen, blieb der Monegasse einige Runden auf der Strecke - bis sich der Frontflügel in der vierten Runde löste. Teile flogen durch die Luft und trafen Hamilton, der hinter Leclerc fuhr. Der Brite hatte Glück, dass bloß sein Rückspiegel abbrach und dadurch kein schwerer Unfall entstand. Wenig später löste sich bei voller Fahrt auch Leclercs Rückspiegel, diesmal flog das Teil zur Seite statt nach hinten.

Regeln: Sind in der Formel 1 durchaus kompliziert. Der Crash zwischen Leclerc und Verstappen war bereits während des Rennens untersucht worden, eine Entscheidung sollte aber erst hinterher fallen. Etwa zweieinhalb Stunden nach dem Ende verkündete die Rennleitung zwei Zeitstrafen für Leclerc: Fünf Sekunden für die Kollision mit Verstappen und weitere zehn für das Weiterfahren in einem unsicheren Zustand, wodurch der Monegasse einen Platz verlor.

Dass es für Vettel und Bottas keine Strafen wegen des Starts gab, obwohl sich die Autos eindeutig frühzeitig bewegt hatten, erklärte die Rennleitung damit, dass die Bewegung sich "innerhalb des Toleranzbereichs des Frühstartsystems der Formel 1" befunden habe. Ob Frühstart oder nicht, "ich hatte mit Sicherheit keinen guten Start", sagte Vettel nach dem Rennen.

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels gab es die Formulierung, die Frühstartregel in der Formel 1 sei Auslegungssache. Tatsächlich wird mit technischen Hilfsmitteln überprüft, ob sich ein Auto beim Start außerhalb des Toleranzbereichs bewegt hat.

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Baerliner73 13.10.2019
1.
Herr Marvin Rishi Krishan wo haben sie denn Fernsehbilder von der Startlinie gesehen, die Vettel zu früh überquert hat? Bei RTL gab es dazu keine Bilder zu sehen. Zu früh anrollen ist nur ein Fehlstart, wenn man zu früh über die Startlinie rollt (die bei RTL nicht zusammen mit der Ampel zu sehen war). Da dies elektronisch überwacht und aufgezeichnet wird, kann man der Rennleitung wohl mehr Vertrauen schenken, als ihrem Auge welches das nötige Bild nie gesehen hat. - - - - - - - - - Herr Krishan äußert sich folgendermaßen zu der Frage: 1) das Rennen wurde auf Sky verfolgt. 2) dort war eindeutig zu sehen, wie Vettel und Bottas sich zu früh bewegen. 3) im Text wird nicht behauptet, es sei ein Fehlstart gewesen, sondern nur dass es so aussah. 4) Die genaue Erklärung der Rennleitung, dass es kein Fehlstart war, wird im Text folgendermaßen erwähnt: "Die Rennleitung erkannte im Video ebenfalls eine Bewegung, diese habe sich aber "innerhalb des Toleranzbereichs des Frühstartsystems der Formel 1 befunden". MfG Redaktion Forum
wilbury 13.10.2019
2. Mercedes
Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn der WM. 6x in Folge!! Super
Baerliner73 13.10.2019
3.
"Die Startlichter waren noch nicht aus, da bewegte sich Sebastian Vettels Ferrari an Position eins schon. Der Deutsche stoppte nochmal ab, anders als Mercedes-Pilot Valtteri Bottas, der dahinter von Platz drei startete und voll durchzog. Der Finne ging in Führung, Vettel hatte seinen Vorteil verloren. Was wie ein Fehlstart aussah, sollte aber nicht geahndet werden. Ergebnis: Bottas gewann den Großen Preis von Japan, für ihn ist es der dritte Sieg in dieser Saison. Zweiter wurde Vettel vor Lewis Hamilton. Lesen Sie hier den Rennbericht. " https://www.spiegel.de/sport/formel1/formel-1-mercedes-ist-uneinholbar-und-weltmeister-a-1291306.html Ja ist klar.... Und wo soll das stehen? in dem Link "Lesen sie hier den Rennbericht"????? Dieser Artikel hat ja nur 14 weiterführende Links, die muss ich wohl alle erst lesen um versehen zu können, was der Autor zum Ausdruck bringen will...
holzghetto 13.10.2019
4. was hier widerum komisch ist
Vettel UND Bottas begingen einen "Frühstart" aber nur Vettel wurde untersucht, Bottas nicht. Da sieht man doch schon das Mercedes einige Millionen an die FIA überweist damit die Regelhüter deren Vergehen etwas lockerer sehen!
tommix68 13.10.2019
5. @4
Lange nicht so einen Quatsch gelesen! Bottas Frühstart resultierte aus Vettels Frühstart, also gibt es eine Zeitspanne zwischen beiden (Früh)starts... können Sie sich vorstellen das also Bottas seiner noch innerhalb der Tolleranzgrenze lag? Oder wollten Sie einfach nur gegen das Mercedes-Team hetzen?
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