Testfahrten in Jerez Standfester Mercedes, schneller Ferrari

Sebastian Vettel ist nach den ersten Tests in seinem neuen Ferrari zufrieden. Sein Teamkollege Kimi Räikkönen und er fuhren die schnellsten Runden. Noch mehr beeindruckte Mercedes, das Weltmeister-Team spulte ein umfangreiches Programm ab.

Ferrari-Pilot Vettel: "Potenzial ist groß"
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Ferrari-Pilot Vettel: "Potenzial ist groß"


Hamburg - Nico Rosberg nimmt Sebastian Vettel und Ferrari ernst. "Weil sie schnell sind", sagte der Vize-Weltmeister. Er fuhr bei den Testfahrten in Jerez im Mercedes an zwei Tagen 308 Runden und beeindruckte zusammen mit Teamkollege Lewis Hamilton schon früh die Konkurrenz.

Ob mit Ferrari ein echter Konkurrent um den WM-Titel erwächst, ist abschließend noch nicht zu bewerten. Aber das neue Team von Vettel legte einen guten Start hin. "Ferrari hat Flügel", frohlockte bereits die italienische Zeitung "Corriere dello Sport" nach dem ersten Auftritt des viermaligen Weltmeisters mit seinem neuen Boliden, der anschließend auch in den Händen von Kimi Räikkönen Standfestigkeit und Speed offenbarte.

Räikkönen fuhr in 1:20,841 Minuten die Bestzeit an den vier Testtagen, Vettel war mit der zweitbesten Zeit (1:20,984) nur unwesentlich langsamer. "Ich denke, das Potenzial ist groß", sagte Vettel und machte den Ferrari-Fans in aller Welt Hoffnung.

Insgesamt gaben die ersten vier Testtage nach der Winterpause aber nur ein verzerrtes Bild vom wahren Leistungsvermögen der Teams wieder, zu unterschiedlich sind die Entwicklungsphasen. Im Mercedes machten weder Rosberg noch Weltmeister Hamilton, der mit einem Dreher am Mittwoch für einen kleinen Schreckmoment sorgte, wirklich ernst und verzichteten komplett auf die Jagd nach Bestzeiten.

"Unser wichtigstes Ziel für Jerez besteht darin, so viele Kilometer wie möglich zu fahren. Unsere Schwäche 2014 war die Standfestigkeit, also müssen wir daran arbeiten", sagte Rosberg, "wir haben schon Schwächen aufgespürt, aber die sind leicht aus der Welt zu schaffen."

McLaren steht, Red Bull überrascht mit neuer Optik

Die Konkurrenz kann angesichts der Konstanz des Marktführers nur staunen. "Es ist beängstigend, dass Mercedes schon am ersten Tag Boxenstopps geübt hat", sagte McLaren-Teamchef Eric Boullier. Der Franzose selbst hat ganz andere Sorgen.

Wie von vielen erwartet, treibt der neue Honda-Motor den McLaren-Verantwortlichen die Sorgenfalten ins Gesicht. Die beiden Ex-Weltmeister Fernando Alonso und Jenson Button sahen meist nur zu, wie die Konkurrenz Kilometer und Erfahrungswerte sammelte. Vor der einstigen Traumpaarung der Formel 1 liegt beim Comeback noch ein langer Weg.

Red-Bull-Fahrer Kwjat: Neues Zebra-Design
Getty Images

Red-Bull-Fahrer Kwjat: Neues Zebra-Design

Vettels Ex-Team Red Bull überraschte mit einer außergewöhnlichen Tarnfarben-Lackierung, doch der zum Zebra mutierte Wagen erwies sich als Sorgenkind: Neuzugang Daniil Kwjat vermasselte einen Testtag, als er den einzigen Frontflügel zerlegte, Daniel Ricciardos Arbeitstag wurde durch einen ungeplanten Motorenwechsel erheblich verkürzt.

krä/sid



insgesamt 4 Beiträge
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Tick & Doof 04.02.2015
1. Vettel Nummer 2
Man kann sich nur wünschen, dass die Formel 1 an der Spitze wieder zusammenrückt. Allerdings wird Vettel die Nummer 2 im Team sein. Kimi ist mit Abstand der einzige Fahrer, der den Namen 'Rennfahrer' verdient.
Nabob 05.02.2015
2. Kam, sah und siegte
wird es für Vettel nicht geben. Wenn der Ferrari auf den ersten Blick schnell ist, sagt das bei den ersten Tests so gut wie nichts aus. Die Qualität des diesjährigen Ferrari kann man abschließend erst in Barcelona beurteilen, wie er sich gegen die Konkurrenz behauptet und ob überhaupt. Die Fans sind in der Regel nicht so nationalistisch wie der Artikelschreiber. Diese Rumquälerei auf Mercedes und Vettel, nur dass sie nicht ausfielen, zeigt nicht das, was die Fans wollen. #1 ist beizupflichten. Wenn Ferrari schnell bleiben sollte, dann wäre es nur interessant, wenn es Kimi wäre. Warum? Weil das Verrücktspielen der Presse bei einem Erfolg durch Vettel mit Ferrari unerträglich wird. Im übrigen ist Kimi der Racer und man kann nur hoffen, dass ihm das diesjährige Auto besser zum Fahrstil passt. Das ist auch nur der einzige verbliebene Hoffnungsschimmer, den man noch haben kann, seitdem jeder "Müllautofahrer" in der Lage wäre, mit den heutigen F1-Autos schnell zu sein.
morkvamork 24.02.2015
3. zum Thema Müllfahrer
Ich glaube dass 99 % aller Müllfahrer und jeder normalsterbliche Automobilist einen Formel 1 nicht mal aus der Garage bringt. Von Abwürgen oder einem Dreher in der selben, ist da alles drin.
opagila 10.03.2015
4.
Zitat von morkvamorkIch glaube dass 99 % aller Müllfahrer und jeder normalsterbliche Automobilist einen Formel 1 nicht mal aus der Garage bringt. Von Abwürgen oder einem Dreher in der selben, ist da alles drin.
Die meisten könnte nicht mal ein Formel 3 Auto annähernd schnell fahren. Wahrscheinlich nicht mal aus der Garage.
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