Großer Preis von Baku Vom Winde verweht

Nico Rosberg ist wieder in der Spur: Bei der Premiere in Baku fuhr er ein perfektes Rennen. Sebastian Vettel hatte ein Problem mit fliegendem Plastik, Lewis Hamilton mit blinkender Technik.
Sebastian Vettel im Ferrari

Sebastian Vettel im Ferrari

Foto: Mark Thompson/ Getty Images

Die Ausgangslage: Nico Rosberg hatte in den vergangenen drei Rennen enttäuscht. Dauerrivale und Teamkollege Lewis Hamilton war bis auf neun Punkte an ihn herangekommen. Im Qualifying von Baku kam Hamilton nach einem Crash aber nur auf Platz zehn, Rosberg hingegen sicherte sich souverän die Poleposition und damit die Chance, den Vorsprung auf seinen Dauerrivalen wieder zu vergrößern. Dahinter gingen Daniel Ricciardo im Red Bull und die beiden Ferrari-Piloten Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen ins Rennen.

Das Großmaul von Baku: "Manche Fahrer jammern über so viele Dinge. Diese Jungs wollen alles topfeben haben, ohne jede Bodenwelle. Sie wollen diesen Strecken das Leben nehmen", hatte Hamilton vor dem Qualifying gesagt. Und musste sich danach wegen seines Unfalls verspotten lassen.

Das Rennergebnis: Rosberg hat den Großen Preis von Europa souverän für sich entschieden, sein Sieg war zu keiner Zeit gefährdet. Sebastian Vettel wurde Zweiter, Sergio Peréz Dritter. Lesen Sie hier die Meldung zum Rennen.

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Formel 1 in Aserbaidschan: Plötzlich wieder dominant

Foto: Luca Bruno/ AP

Premiere des Rennens: Das Rennen selbst. Zum ersten Mal wurde der Große Preis von Europa in Baku gefahren. Die Glitzermetropole sorgt für spektakuläre Streckenbilder, das Land hat aber ein Problem mit Menschenrechten. Die Schwierigkeiten wurden bei der lokalpatriotischen Eröffnungszeremonie mit dem "Marsch von Aserbaidschan" aber einfach ausgeblendet. Einzig Hamilton trug Trauer - und stand mit schwarzem Schirm in der Reihe der Fahrer.

Die Rennfahrer, Hamilton mit Schirm

Die Rennfahrer, Hamilton mit Schirm

Foto: ANDREJ ISAKOVIC/ AFP

Der Start: Rosberg gelang ein perfekter Start. Auch Ricciardo, Vettel und Räikkönen hielten ihre Plätze. Sergio Peréz schob sich von Rang sieben auf fünf vor. Währenddessen hielt sich Hamilton aus allem raus und ging das Rennen - auf die für ihn typische Art - ganz bescheiden an.

Plastiktüte des Rennens: Flatterte in blau am Boliden von Vettel. Beim Überholmanöver vorbei an Ricciardo wurde die Tüte hochgewirbelt, landete auf dem Ferrari und blieb dort bis zum Boxenstopp in Runde 21. Nicht das einzige Plastik auf der Strecke.

Strafe des Rennens: Bekam Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen. Weil er nicht korrekt in die Box gefahren ist, wurde eine Strafe von fünf Sekunden verhängt. So musste er auch seinen Teamkollegen Vettel nach dessen Boxenstopp wieder vorbeilassen und seine Strafe "absitzen".

Aufholjagd des Rennens: Sollte die von Hamilton werden. Von Platz zehn schob er sich vor, zeigte unterhaltsame Überholszenen. Doch dann war Schluss. In der zweiten Hälfte des Rennens hatte er Probleme mit seinem Boliden und konnte nur noch die Position halten.

Der Funkspruch des Rennens I: Vettels Team forderte ihn früh auf, in die Box zu fahren. Der Deutsche - nach der falschen Strategiewahl in Kanada - fragte lieber noch mal nach. "Seid ihr euch sicher?" Und tatsächlich: Vettel fuhr erst in der 21. Runde in die Box.

Der Funkspruch des Rennens II: Waren eigentlich gleich mehrere. Als die Probleme begannen, setzte Hamilton in kurzen Abständen Funksprüche ab. Er bekam allerdings nicht die Bestätigung, die er haben wollte. Sein Team konnte den zunehmend frustrierten Briten ("Es blinkt immer und macht nicht das, was es soll") gerade noch von Kurzschlusshandlungen ("Aber ich fange jetzt an, alles zu verstellen") abhalten.

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Erkenntnis des Rennens I: Rosberg ist vielleicht nicht mehr so locker, wie zu Saisonbeginn, gewinnen kann er trotzdem noch.

Erkenntnis des Rennens II: Der Große Preis von Europa in Aserbaidschan ist schwierig - sportlich wie politisch. Zumindest die sportlichen Schwierigkeiten bekamen die Fahrer gut in den Griff.

Formel-1-Saison 2016

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