Sieg in Monza Rosberg nutzt Hamiltons Start-Patzer

Nico Rosberg hat in Monza triumphiert - und ist im Kampf um die Formel-1-Krone wieder näher an seinen Teamkollegen Lewis Hamilton herangerückt, der den Start völlig verpatzte. Sebastian Vettel wurde Dritter.

REUTERS

Nico Rosberg hat erstmals in seiner Karriere den Großen Preis von Italien in Monza gewonnen. Der Mercedes-Pilot siegte vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton und Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel. Hamilton behält durch seinen zweiten Platz allerdings seine Führung im WM-Klassement, er hat nun 250 Punkte. Rosberg kommt auf 248.

"Es ist toll, hier in Italien zu gewinnen", sagte Rosberg nach dem Rennen, er habe einen "super Start" gehabt: "Von da an lief alles perfekt". Vettel versprach den begeisterten Tifosi nach seinem dritten Platz auch wieder Siege: "Ich kann nicht sagen, wann wir wieder gewinnen werden, aber wir werden gewinnen."

Auf der Ferrari-Hausstrecke hatte Weltmeister Hamilton einen Katastrophenstart hingelegt: Rosberg, die Ferrari-Piloten Vettel und Kimi Räikkönen, Valtteri Bottas im Williams und Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo gingen an dem Briten vorbei. Von der Poleposition auf den sechsten Rang - so wurde Hamilton in seiner Karriere nur selten nach hinten durchgereicht. "Mein Start war ganz klar nicht gut", sagte er.

Die Folge: Hamilton musste sich mühsam Platz für Platz nach vorne kämpfen, während Rosberg an der Spitze kontinuierlich seinen Vorsprung auf die Verfolger ausbauen konnte. Nach zehn Runden lag der Deutsche bereits sieben Sekunden vor Hamilton, der Ricciardo zwar schnell schluckte, dann aber hinter Bottas festhing.

Ferrari kann nicht genügend Vorsprung herausfahren

Im Kampf zwischen Ferrari und Mercedes setzten die Italiener auf frühe Boxenstopps, die Strategie funktionierte bei Räikkönen auch problemlos, doch Vettels Reifenwechsel misslang. Der Stopp dauerte länger als gewöhnlich, wertvolle Sekunden gingen verloren. Der Deutsche hatte Glück, dass er dennoch knapp vor seinem Teamkollegen zurück auf die Strecke kam.

Danach lief es besser für Vettel, der nun rund eine Sekunde pro Runde schneller als Rosberg an der Spitze fuhr - und das zahlte sich aus: Nach dem ersten Stopp von Hamilton lag der Ferrari-Pilot wieder auf Rang zwei, auch Räikkönen zog an Hamilton vorbei. Rosberg konnte seine Spitzenposition hingegen auch trotz eines vergleichsweise langsamen Reifenwechsels verteidigen.

Nun mussten sich die Italiener beeilen: Ferraris Strategie sah noch einen weiteren Stopp vor, während Rosberg und Hamilton es bei dem einen Stopp belassen wollten. Vettel und Räikkönen mussten also einen Vorsprung vor dem lauernden Hamilton auf Rang vier herausfahren, knapp 17 Sekunden waren nötig.

Doch das gelang ihnen nicht. Nach dem zweiten Boxenstopp der Ferraris lag Hamilton wieder auf dem zweiten Rang. Seinem Teamkollegen Rosberg konnte er jedoch nicht mehr gefährlich werden, auch weil er sich an einer Schikane verbremste und dabei viel Zeit verlor. So blieb es beim Sieg des Deutschen.

Formel-1-Saison 2016
Die Teams und Fahrer
Mercedes
Lewis Hamilton und Nico Rosberg
Ferrari
Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen
Williams
Felipe Massa und Valtteri Bottas
Red Bull
Daniel Ricciardo und Max Verstappen
Force India
Nico Hülkenberg und Sergio Pérez
Renault
Kevin Magnussen und Jolyon Palmer
Toro Rosso
Daniil Kwjat und Carlos Sainz jr.
Sauber
Marcus Ericsson und Felipe Nasr
McLaren Honda
Fernando Alonso und Jenson Button
Manor
Rio Haryanto und Pascal Wehrlein
Haas
Romain Grosjean und Esteban Gutierrez
Der Rennkalender
20. März: Australien (Melbourne)
3. April: Bahrain (as-Sachir)
17. April: China (Shanghai)
1. Mai: Russland (Sotschi)
15. Mai: Spanien (Barcelona)
29. Mai: Monaco (Monte Carlo)
12. Juni: Kanada (Montréal)
19. Juni: Europa (Baku)
3. Juli: Österreich (Spielberg)
10. Juli: Großbritannien (Silverstone)
24. Juli: Ungarn (Mogyoród)
31. Juli: Deutschland (Hockenheim)
28. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
4. September: Italien (Monza)
18. September: Singapur (Singapur)
2. Oktober: Malaysia (Sepang)
9. Oktober: Japan (Suzuka)
23. Oktober: USA (Austin)
30. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
13. November: Brasilien (Interlagos)
27. November: Abu Dhabi (Yas-Insel)
Die Rekorde
Die meisten WM-Titel
Michael Schumacher (7)
Die meisten Grand-Prix-Siege
Michael Schumacher (91)
Die meisten Siege in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 13)
Die meisten Start-Ziel-Siege
Ayrton Senna (19)
Die meisten Podestplätze
Michael Schumacher (155)
Die meisten Podestplätze in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 17)
Die meisten Polepositions
Michael Schumacher (68)
Die meisten Polepositions in einer Saison
Sebastian Vettel (15)
Die schnellsten Rennrunden
Michael Schumacher (77)
Die meisten Grand-Prix-Starts
Rubens Barrichello (323)

bka/sid



insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
schilling246 04.09.2016
1. Spannend ist,
wie die Rosberg-darf-laut-Vertrag-kein-Weltmeister-werden-Verschwörungstheoretiker diesen Sieg erklären?
Attila2009 04.09.2016
2.
Zitat von schilling246wie die Rosberg-darf-laut-Vertrag-kein-Weltmeister-werden-Verschwörungstheoretiker diesen Sieg erklären?
Vermutlich hat jemand Hamiltons Auto manipuliert. :) Aber unabhängig davon:Haben die Dinger heute noch eine Startautomatik oder muss der Pilot auch manuell einkuppeln und Gas geben ?
fjtom1200 04.09.2016
3. Spannend
war mal wieder nichts, aber auch gar nichts an diesem Rennen. Habe nach den 1. Boxenstops auf Moto2 umgeschaltet.
soundwaves 04.09.2016
4. @1
Naja, eine Stallorder wäre in dem Moment wohl etwas zu auffallend gewesen, man muss sich ja nicht noch das kleine bisschen Restsymphatie für die Formel 1 kaputt machen... Ausserdem ist der Start eigentlich das Spannendste im Rennen (danach kann man abschalten), wäre ja auch doof, wenn der Nico mit angezogener Handbremse starten würde... Lewis muss halt schon noch ein bisschen was tun, um den Titel zu bekommen :D
war:head 04.09.2016
5.
Zitat von Attila2009Vermutlich hat jemand Hamiltons Auto manipuliert. :) Aber unabhängig davon:Haben die Dinger heute noch eine Startautomatik oder muss der Pilot auch manuell einkuppeln und Gas geben ?
Also Kuppeln müssen die Piloten selbst. Ich vermute aber mal, dass sie eine Launch-Control haben - die Elektronik also die Drehzahl im optimalen Bereich hält.
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