Lauda nach Rosberg-Rücktritt "Alle wollen in den Mercedes"

Nico Rosberg hat Mercedes unter Druck gesetzt - und wird deshalb von Niki Lauda kritisiert. Wer wird zweiter Silberpfeil-Pilot? Angeblich hätten sich fast alle Fahrer bei Lauda oder Teamchef Toto Wolff gemeldet.

Niki Lauda
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Niki Lauda hat den völlig unerwarteten Rücktritt von Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg kritisiert. "Er hat uns gar keine Anzeichen dafür gegeben", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende des Mercedes-Rennstalls dem TV-Sender Sky: "Nico hätte uns ja vorwarnen können: 'Wenn ich Weltmeister werde, dann höre ich auf.' Aber das hat er nicht getan."

Auch die Vertragsverlängerung im vergangenen Sommer um zwei Jahre bis 2018 erscheine nun in einem anderen Licht. "Man hätte sich Klauseln in den Vertrag schreiben können", sagte Lauda: "Aber er wollte ja sogar für drei Jahre unterschreiben. Nun ist es aber so, und man muss seine Entscheidung respektieren."

Durch Rosbergs Entscheidung steht Mercedes bei der Suche eines Nachfolgers unter Druck, alle Top-Fahrer stehen bei anderen Teams unter Vertrag. Das Team habe nun "limitierte Möglichkeiten. Aber wir müssen und werden den Richtigen finden", sagte Lauda. Die Verantwortlichen der Silberpfeile werden sich entscheiden müssen, ob sie erneut mit zwei gleichwertigen Piloten in eine Saison gehen oder neben der klaren Nummer eins Lewis Hamilton auf einen Nachwuchsfahrer setzen wollen.

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Nico Rosberg: Erst Titel, dann Karrierende

Dann wäre die Beförderung von Pascal Wehrlein die logische Konsequenz. Der 22-Jährige gab in diesem Jahr sein Formel-1-Debüt bei Manor, ist aber Mercedes-Vertragsfahrer und hat noch kein Cockpit für die kommende Saison. Etwas geringere Chancen dürfte Esteban Ocon haben, der ebenfalls Mercedes-Nachwuchsfahrer ist, aber erst vor Kurzem einen Vertrag bei Force India unterschrieben hat. "Wir haben natürlich unsere beiden Junioren. Aber es gibt eine Vielzahl von Fahrern, die infrage kommen", sagte Teamchef Toto Wolff.

Was denkt Vettel?

Dazu passt Laudas Darstellung, dass sich in den vergangenen Stunden "fast alle Fahrer" aus dem aktuellen Formel-1-Feld bei Lauda und Wolff gemeldet hätten: "Etwa 90 Prozent des Feldes. Nur um zu sagen: Hallo, wir sind da."

Wolff wurde noch präziser und sagte, nur zwei Fahrer hätten sich nicht gemeldet: "Das waren Daniil Kvyat (Toro Rosso) und Kimi Raikkönen (Ferrari). Es haben auch die angerufen, die Verträge haben. Alle wollen in den schnellen Mercedes", sagte der Teamchef bei einem Empfang im Mercedes-Werk in Sindelfingen. Red-Bull-Teamchef Christian Horner habe Lauda per SMS kontaktiert: "Er meinte, wir sollen gar nicht erst über Max Verstappen und Daniel Ricciardo nachdenken. Die haben sehr gute Verträge."

Auch Sebastian Vettel ist bei Ferrari noch bis 2017 gebunden, deshalb gilt es derzeit als unwahrscheinlich, dass der viermalige Weltmeister in die Heimat zurückkehrt. Wolff hatte alle drei Fahrer als "eindeutig nicht verfügbar" bezeichnet. Vettel ist mit seiner Situation bei der Scuderia allerdings sehr unzufrieden. Wenn Mercedes wieder eine Konstellation wie mit Hamilton und Rosberg anstreben sollte, wäre Vettel mit einer ordentlichen Ablösesumme wohl die denkbarste Lösung.

krä/sid

insgesamt 64 Beiträge
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vonschnitzler 03.12.2016
1. Kein Max Verstappen?
Na das wäre doch mal eine explosive Mischung geworden....
spon-tan 2012 03.12.2016
2. Verstappen
Verstappen wäre die einzig wahre Antwort gegen Hamilton
ambulans 03.12.2016
3. hey,
nico - geile nummer das, mit deinem rücktritt. schlecht für diesen abgewrackten gebrauchtwagenhändler bernie e., schlecht auch für deinen österreichischen vorgänger niki l. - du jedenfalls hast alles richtig gemacht. warum eigentlich weitere, nur noch dösigere jahre mit diesem reichlich tätowierten und außerdem verhaltensauffälligen "kollegen" im kreis herumfahren, wenn man definitiv besseres machen kann? luft- und raumfahrttechnik, oder so, wie ich gehört habe, das wärs doch - kann hamilton sowas eigentlich auch?
bijae 03.12.2016
4.
"Nico hätte uns ja vorwarnen können: 'Wenn ich Weltmeister werde, dann höre ich auf.' Aber das hat er nicht getan." Wenn er das getan hätte wäre er nie Weltmeister geworden.
Lankoron 03.12.2016
5. Wenn Nico
auch nur Andeutungen zu einem Rücktritt gemacht hätte, hätte Mercedes ihn niemals Weltmeister werden lassen, das ist doch klar. Und der Dreijahresvertrag war auch genau aus diesem Grund notwendig. Und ich setze 90:10, dass man keinen gleichwertigen Fahrer neben Hamilton setzen wird, zumindest nicht im nächsten Jahr.
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