Reifen-Platzer Formel-1-Piloten drohen mit Boykott am Nürburgring

Nach dem Reifenchaos von Silverstone hat die Fahrergewerkschaft der Formel 1 offiziell mit dem Boykott des Großen Preises von Deutschland gedroht. Sollten abermals Probleme mit den Pirelli-Pneus auftreten, wollen sich die Piloten zurückziehen.
Formel-1-Pilot Massa: Reifenplatzer in Silverstone

Formel-1-Pilot Massa: Reifenplatzer in Silverstone

Foto: NIGEL RODDIS/ REUTERS

Hamburg - Beim Formel-1-Rennen von Silverstone gab es Reifenplatzer in Serie - und das hat jetzt ein Nachspiel. Die Piloten haben geschlossen mit einem sofortigen Boykott des Großen Preises von Deutschland am Sonntag (14 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) auf dem Nürburgring gedroht, sollten sich derartige Pannen wiederholen. Die vermeidbaren Probleme mit den Reifen würden "das Leben der Fahrer, Streckenposten und Fans gefährden", teilte die Fahrervereinigung GPDA mit.

"Wenn du hinter einem Wagen mit 300 Stundenkilometern bist, Teile durch die Luft fliegen und deinen Helm treffen, sind die wie Geschosse. Die killen dich wahrscheinlich", sagte der WM-Zweite Fernando Alonso. Die Reifenplatzer beim England-Grand-Prix seien "absolut inakzeptabel".

Dort waren in kurzer Zeit bei drei Autos die linken Hinterreifen förmlich explodiert. Kurz vor Ende des Rennens erwischte es ein weiteres Auto. Bereits im Training hatte es solche Defekte an den Pneus gegeben. Ausrüster Pirelli kündigte daraufhin nach einer eingehenden Fehleranalyse überarbeitete Reifen für den Großen Preis von Deutschland an. Zuletzt hatte Pirelli die Schuld an den Problemen allerdings den Rennställen gegeben.

"Wir sind dazu bereit, unsere Autos bis ans Limit zu bringen, so wie wir es immer tun, und wie es von unseren Teams, Sponsoren und Fans verlangt wird", sagte die GPDA. Die Pilotenvereinigung schränkte aber gleich im nächsten Satz ein: "Die Fahrer haben sich dazu entschlossen, sich sofort von der Veranstaltung zurückzuziehen, sollten ähnliche Probleme beim Deutschland-Grand-Prix auftreten."

psk/dpa
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