Formel 1 Pirelli kontert Vettel-Kritik

Pirelli wirft Ferrari vor, selbst für Sebastian Vettels Ausscheiden in Spa verantwortlich zu sein. Der Deutsche hatte dem Hersteller zuvor die Schuld an dem Reifenplatzer gegeben.

Formel-1-Pilot Vettel: Ist Ferrari falsch mit den Reifen umgegangen?
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Formel-1-Pilot Vettel: Ist Ferrari falsch mit den Reifen umgegangen?


Nach der heftigen Kritik von Sebastian Vettel aufgrund des geplatzten Reifens an seinem Ferrari in Spa hat Ausrüster Pirelli die Schuld von sich gewiesen. Das Unternehmen deutete an, dass der Rennstall unsachgemäß mit den Pneus umgegangen sei.

Vettel hatte sich darüber beschwert, dass die Reifen nicht lange genug hielten. Pirelli hätte zuvor gesagt, die Pneus seien auf 40 Runden ausgelegt. Paul Hembery, Motorsportchef des Herstellers, korrigierte diese Aussage. Man habe zwar angedeutet, dass die Reifen grundsätzlich bis zu 40 Runden halten könnten, dies sei jedoch keine Garantie: "Es hängt vom Auto ab, von den Rennbedingungen, von der Rennsituation. Die anderen Teams haben es ganz anders gemacht, mit zwei oder drei Stopps", sagte Hembery.

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Darüber hinaus habe Pirelli schon im November 2013 gefordert, für jeden Reifensatz eine maximale Rundenzahl festzuschreiben, teilte das Unternehmen mit. Der Antrag sah demnach eine Maximaldistanz vor, die für die härteren Reifen 50 Prozent der Renndistanz und für die weicheren 30 Prozent vorgesehen hätte. Die Forderung wurde in der Formel 1 jedoch zurückgewiesen. "Wären diese Bedingungen in Spa angewendet worden, wäre die Nutzung der Medium-Reifen auf 22 Runden beschränkt gewesen", teilte Pirelli mit.

Vettel hatte sich nach einem schwachen Qualifying und dem Start von Rang acht an einer Ein-Stopp-Strategie versucht, Pirelli hatte zuvor zwei oder drei Stopps empfohlen. In der vorletzten Runde platzte der rechte Hinterreifen an Vettels Ferrari, der auf diesem Satz 28 Runden absolviert hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatte der viermalige Weltmeister auf Rang drei gelegen.

Nach dem Ausscheiden hatte er Pirelli heftig kritisiert und gesagt, er fühle sich "verarscht". Auch von Mercedes-Pilot Nico Rosberg kam Kritik an Pirelli. An seinem Wagen war im Freitagstraining ebenfalls der rechte Hinterreifen geplatzt. Er forderte nach dem zweiten Unfall mehr Sicherheit: "Es kann nicht sein, dass die Reifen einfach so platzen. Das ist nicht akzeptabel."

aev/sid



insgesamt 66 Beiträge
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hubertrudnick1 24.08.2015
1. Reifenprobleme
Ehrlich gesagt verstehe ich die vielen Aufregungen wegen der Reifenprobleme nicht so richtig, man entwickelt und produziert sie doch nun schon zig Jahrzehnte, man ist damit ganz gut gefahren, aber seit paar Jahren hört man nun das Klagen, hat man alles verlernt, oder woran mag es liegen?
hapebo 24.08.2015
2. Au waia?
Bin mal gespannt auf die Aussagen dieser Oberexperten a la Lauda,wenn der Rennwagen bei Tempo 300 km/h in die Mauer kracht aufgrund eines Reifenplatzers. Ist dann wahrscheinlich ein Kolateralschaden, den man in Kauf nehmen müsse.
andy_bcn 24.08.2015
3. ein Monopol ist immer schlecht
Es gehören zwei Reifenlieferanten in die Formel eins. Dann kann es sich niemand leisten, so schlechte Reifen zu bauen...
deus-Lo-vult 24.08.2015
4.
Zuerst Rosberg, dann Vettel. Zwei unterschiedliche Fahrzeuge. Bei BEIDEN platzt der rechte Hinterreifen. Und Pirelli will schuldlos sein??? Und es ist ja nicht die erste Kritik an den Pirelli Pneus! Es wird höchste Zeit, dass mehrere Reifenhersteller zugelassen werden!
claus.w.grunow 24.08.2015
5. Vettel
War einfach zu faul, die Reifen zu wechseln. 28 Runden ist schon ganz gut für Pirelli. Es hätten auch nur 10 sein können.
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