Formel-1-Präsentation BMW-Williams will Ferrari stürzen

Als erstes der drei Topteams hat BMW-Williams den neuen Boliden für die Saison 2003 präsentiert. Der FW25 ist kleiner und leichter als das Vorjahresauto. Aber auch schneller und zuverlässiger, um Ferrari endlich wieder Paroli bieten zu können?




Ferrari-Jäger unter sich: Die Stammpiloten Juan Pablo Montoya und Ralf Schumacher sowie Testfahrer Marc Gene (v.l.n.r.)
REUTERS

Ferrari-Jäger unter sich: Die Stammpiloten Juan Pablo Montoya und Ralf Schumacher sowie Testfahrer Marc Gene (v.l.n.r.)

Barcelona - "Wir haben 2002 ein paar Lehrstunden bekommen. Für 2003 sind wir optimistisch, dass wir ein gutes Auto haben", sagte Teamchef Frank Williams am Freitag bei der Vorstellung vor rund 300 geladenen Gästen auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona, "wir sind gut vorbereitet und fest entschlossen, an die Spitze vorzustoßen."

Der FW25 ist kleiner und leichter als sein Vorgänger, mit dem in der vergangenen Saison nur einen Grand-Prix-Sieg erreicht wurde. Dank neuer Aerodynamik und der Power des neuen 900 PS starken Motors P83 soll den beiden Fahrern Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya der Angriff auf das zuletzt übermächtige Ferrari-Team glücken.

"Es ist ein wirklich neues Auto"

In der vorigen WM-Serie hatte BMW-Williams (92 Punkte) gegen die "Roten" (221) keine Chance, konnte aber immerhin McLaren-Mercedes (65) vom zweiten Platz verdrängen. Ferrari wird den F2003 am 7. Februar am Firmensitz in Maranello vorstellen. Der neue "Silberpfeil" wird erst nach den drei Rennen in Übersee präsentiert. Die Saison beginnt am 9. März mit dem Großen Preis von Australien in Melbourne.

"Das neue Chassis weist nur noch geringe Verwandtschaft mit seinen Vorgängern auf. Die Philosophie hinter dem FW25 folgt weniger Bekanntem als vielmehr grundlegend neuen Ideen", sagte Technikchef Patrick Head. "Es ist ein wirklich neues Auto. Der kurze Radstand fällt sofort ins Auge. Der Wagen unterscheidet sich extrem vom alten", fügte BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger hinzu, "ich habe ein sehr gutes Gefühl. Williams ist ein guter Wurf gelungen."

Machen Williams und BMW zusammen weiter?

"Mich hat das Auto positiv überrascht. Endlich mal etwas Neues. Das hätte man von Williams nicht erwartet", sagte Ralf Schumacher. "Da sind schon ein paar gewagte Dinge an diesem Auto", sah es auch Willi Weber, Manager der Schumacher-Brüder. "Das ist ein neuer Start für Williams", lobte der Kolumbianer Montoya den Boliden, der wie schon vergangene Saison wieder den stärkste Motor in der Formel 1 besitzt. Beide Fahrer drehten noch am Freitag die ersten Runden in dem neuen Wagen. Am Samstag stehen ausgiebige Testfahrten in Barcelona auf dem Programm.

Noch nicht abgeschlossen sind die Gespräche zwischen BMW und Williams über eine Verlängerung des Ende 2004 auslaufenden Motorenvertrages. Laut Berger besitzt die Fortführung der Zusammenarbeit höchste Priorität. Die Entscheidung über seine eigene Zukunft will der frühere Formel-1-Pilot, dessen Kontrakt 2003 endet, erst dann treffen, "wenn wir die Zukunft von BMW in der Formel 1 gefunden haben."



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