Formel 1 Ralf Schumachers Zukunft ungewiss

Viel Gehalt, kein Erfolg: Ralf Schumacher fährt in der Formel 1 den meisten Konkurrenten nur hinterher. Schon wird über einen Nachfolger im Toyota-Cockpit spekuliert. Ob mit oder ohne den Deutschen: Die Zukunft der Motorsport-Königsklasse liegt offenbar nicht mehr nur in Europa.


Kuala Lumpur - 17 Millionen Euro soll Ralf Schumacher angeblich pro Formel-1-Saison bei Toyota kassieren und ist damit nach dem neuen Ferrari-Star Kimi Räikkönen (30 Millionen) der Topverdiener unter den Fahrern. Doch nach dem Großen Preis von Malaysia, bei dem er nur auf Rang 15 ins Ziel kam, werden Stimmen laut, dass Schumacher seine Millionen nicht wert sei.

"Das war ein Tag, an dem einfach alles daneben ging", sagte Schumacher nach seiner schwachen Vorstellung in Malaysia. Von Platz neun aus gestartet, konnte er gerade so einen Crash mit seinem Kollegen Jarno Trulli vermeiden und verlor gleich vier Positionen. Ein Zusatzstopp wegen eines kaputten Reifens raubte dem Kerpener schließlich alle Chancen auf WM-Punkte. Beim Auftakt in Australien landete Schumacher auf dem achten Platz und konnte immerhin einen Punkt in der Fahrerwertung sammeln.

Statt im sechsten Jahr endlich um den Titel mitzufahren, fährt Formel-1-Krösus Toyota trotz eines Etats von 350 Millionen Euro weiter hinterher. Gut möglich, dass die Tage des inzwischen 31-Jährigen in der Königsklasse gezählt sind. Sein Dreijahresvertrag läuft zum Saisonende aus. Laut Toyota sind noch keine neuen Verhandlungen aufgenommen worden. Aus diesem Grund werden schon Nachfolger gehandelt, ganz oben auf der Liste soll der Mönchengladbacher Nick Heidfeld stehen, der allerdings bei BMW-Sauber bleiben möchte. Die Option auf eine Vertragsverlängerung mit Schumacher um zwei Jahre liegt bei Toyota. Bisher wurde aber nur der Kontrakt von Trulli bis 2009 verlängert. Der Italiener fuhr in Malaysia auf Rang sieben und war wesentlich schneller als sein deutscher Teamkollege unterwegs.

"Es ist noch zu früh, um darüber zu reden, aber ich denke, das ist eine langfristige Partnerschaft. Ich bin zufrieden, wo ich bin", sagte Schumacher, dessen Manager Hans Mahr die Verhandlungen bis zum Sommer abgeschlossen haben möchte. Viele andere Optionen wird der Großverdiener auch nicht haben, denn längst sind nicht mehr alle Experten von dessen Qualitäten überzeugt. Schumacher fährt im dritten Jahr für Toyota, doch bislang stehen lediglich drei dritte Plätze als beste Ergebnisse für ihn zu Buche. "Wenn Toyota Ralf nicht mehr will, hat er ein Problem: Wer nimmt ihn denn noch?", sagt Formel-1-Experte Hans-Joachim Stuck.

Andere bezweifeln die Fitness des Deutschen, der in Malaysia völlig erschöpft aus dem Auto stieg und nach den Beratungen mit den Ingenieuren fluchtartig die Strecke verließ. Genauso deftige Kritik gibt es an Schumachers Arbeitgeber Toyota. "Die liegen noch hinter Williams, und die fahren auch mit Toyota-Motoren. Das sagt alles. Ralf kann nichts dafür", meint Niki Lauda. Die neue deutsche Nummer 1, Nick Heidfeld, glaubt, dass Schumacher "nicht um seine Zukunft in der Formel 1 zittern muss". Ganz sicher aber um seinen Jahresverdienst - Teamkollege Trulli bekommt angeblich zehn Millionen Euro weniger für eine ähnliche Leistung.

Formel-1-Zukunft im Osten

Am Rande des Rennens von Malaysia wurden unterdessen bereits Pläne für die Motorsport-Königsklasse geschmiedet. Formel-1-Boss Bernie Ecclestone verlagert die derzeit vor allem in Europa angesiedelte Königsklasse des Motorsports konsequent in Richtung Asien und plant beispielsweise ein Nachtrennen in Singapur. "Dort liegen die großen Märkte. Mit einem Rennen in Singapur würde die Region noch mehr in den Mittelpunkt rücken", sagte Ecclestone. Die Teamchefs sehen den Wandel positiv. "Die Formel 1 ist ein weltweiter Sport, ein weltweites Geschäft", urteilte Ferrari-Vertreter Jean Todt in Malaysia. "Die Formel 1 verändert sich wie jedes Business", sagte Renault-Rennleiter Flavio Briatore.

Ecclestone will den aktuell 17 Rennen umfassenden Kalender auf 20 aufstocken. Damit wäre trotz der Expansion nach Osten gewährleistet, dass Europa trotz einiger Abstriche immer noch stark präsentiert bliebe. Die Zeiten, in denen in Deutschland und Italien je zwei Grand Prix jährlich garantiert waren, sind endgültig vorbei. Seit dieser Saison wechseln sich der Nürburgring und Hockenheim mit der Ausrichtung des Großen Preises von Deutschland ab. Der Nürburgring ist in diesem Jahr Schauplatz des Grand Prix, 2008 ist Hockenheim an der Reihe. Imola fiel 2007 ebenfalls aus dem Programm.

guv/sid/dpa



insgesamt 45 Beiträge
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Just|Me, 09.04.2007
1. Rallo - Opa mit Hut :)
Zitat von sysopRalf Schumacher verdient bei Toyota geschätzte 17 Millionen Euro pro Formel-1-Saison. Bislang konnte er das Geld noch nicht wieder einfahren. Nach zwei Rennen ist der Deutsche mit lediglich einem WM-Punkt Zehnter der Fahrerwertung. Entspricht das seinem Leistungsstand? Ist Schumi II sein Geld nicht wert? Oder ist noch viel von ihm zu erwarten?
Schon erstaunlich, dass erst jetzt eine solche Diskussion aufkommt. RS war nie und wird nie ein guter Rennfahrer...schon gar kein Spitzenfahrer. Selbst ein Hill, der damals das Glück des besten Autos hatte (und 1x auch das Pech eines extrem unfairen MS), brauchte zumindest noch ein wenig fahrerisches Können, um letztlich den Titel zu erreichen. Der talentfreie Fahrer RS wird von solchen Zielen nur träumen können.
georgeskoch, 09.04.2007
2. Ralf Schumacher ist.....
...überbezahlt. Das Auto ist so langsam, dass ein teurer Top-Pilot reine Geldverschwendung ist. Die lange Zeit bei Toyota färbt inzwischen auf Schumacher ab. Die Kasse stimmt, das Auto hinkt der Konkurrenz auch nach mehreren Jahren erfolglos hinterher, woher bitte schön soll den die Motivation zu aussergewöhnlichen Leistungen herkommen? Was soll den Ansporn zu Fitness-Training geben, wenn man weiß, die Kiste ist eh zu langsam um nach vorne zu fahren? Keiner würde mit diesem Auto regelmäßig aufs Podest fahren, also können sie sich mindestens 10 Mille sparen und erst mal das Auto schnell machen bevor sie einen WeltklasseFahrer brauchen der die letzten zehntel Sekunden rausholen kann. Ein Auto, dass 2-4 Sek. zu langsam ist, fährt auch ein Alonso nicht in die vorderen Startreihen.
renner, 09.04.2007
3. schuhmacher
Er ist und bleibt eine talentfreie Zone, ähnlich wie eine Person aus den USA mit dem Hotelnamen.
santis, 09.04.2007
4.
sind solche exorbitanten gehälter überhaupt gerechtfertigt?! egal welche branche! wer mit leidenschaft dabei ist, würde auch für viel weniger geld seinen beruf ausüben.
wühlmaus, 09.04.2007
5.
Ich frage mich, wieviele dieser 17 Mio. er dem glücklichen Umstand verdankt, mit seinem großen Bruder weitläufig verwandt zu sein. Hieße er einfach nur Ralf Ratlos, würde er gehaltsmäßig doch wohl eher in Liga der Sato's und Albers' herumgurken. Welchen Werbewert dagegen seine ewig hängenden Mundwinkel haben, mag sich mir partout nicht erschließen. Für mich ist es sowieso ein gesellschaftliches Phänomen, welche Unsummen lustlosen Stars nachgeworfen werden - ob Formel 1 Fahrer oder Profi-Kickern. Aber es scheint sich zu rechnen; die die mit dem Geld werfen, kennen sich damit sicher besser aus als ich...
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