Formel-1-Reform Willi Weber lacht Funktionäre aus

Um die Formel 1 wieder spannender zu machen, sollen die erfolgreichsten Piloten mit zusätzlichem Ballast fahren. Willi Weber, Manager des alles dominierenden Weltmeisters Michael Schumacher, hält von den Vorschlägen überhaupt nichts.


Willi Weber (l.) und Michael Schumacher: "Das passt doch nicht zusammen"
DPA

Willi Weber (l.) und Michael Schumacher: "Das passt doch nicht zusammen"

Hamburg - "Einfach abstrus, diese Ideen", sagte Weber den "Stuttgarter Nachrichten". Der F1-Impresario verweist auf den großen technischen und finanziellen Aufwand, den die Teams betreiben würden, um immer stärkere Motoren und leichtere Chassis zu bauen. "Und die Funktionäre packen dann Zusatzgewichte ins Auto, das passt doch nicht zusammen", fügte Weber hinzu, der neben Ferrari-Pilot Michael Schumacher auch dessen für BMW-Williams fahrenden Bruder Ralf betreut.

Weber schlägt statt Extra-Ballast vor, Elektronik aus den Autos zu entfernen, die nicht der Sicherheit der Fahrer diene. Alle Boliden könnten zudem mit den gleichen Reifen ausgestattet werden. "Dann werden die Rennen auch wieder richtig spannend", sagte der 60-Jährige. Am Sonntag endet die Formel-1-Saison mit dem Großen Preis von Japan in Suzuka. Von den bisher 16 WM-Läufen hat Ferrari 14 gewinnen können.

"Unser Sport muss geschützt werden"

Die Diskussion um Regeländerungen war am Wochenende von F1-Boss Bernie Ecclestone ausgelöst worden. "Nachdem, was dieses Jahr passiert ist, müssen wir Ferrari bremsen. Wir müssen etwas unternehmen, damit die Sponsoren und die Zuschauer glücklich sind", hatte Ecclestone gesagt, "unser Sport muss geschützt werden."

Max Mosley, Präsident des Internationalen Automobil-Verbandes Fia, unterstützt Ecclestones Vorschläge. "Wir sind an einem Scheidepunkt, daran besteht kein Zweifel. Wir müssen die Show verbessern und die Kosten reduzieren, damit die Teams und der ganze Sport, wie wir ihn kennen, überleben können", sagte der Engländer.

Steigende Kosten, sinkende Einnahmen

Wie Ecclestone scheint es auch für Mosley denkbar, die führenden Piloten im WM-Klassement mit Zusatzgewichten im Auto zu belasten. Dies sei zwar gegen die Tradition, aber diese müsse man "gegen Wandel abwägen", sagte Mosley, der von "radikalen Ideen" spricht.

Das Problem sei, dass die Kosten gestiegen und die Einnahmen gesunken sind. Die TV-Gesellschaften wollten weniger zahlen, weil ihre Einschaltquoten rückläufig sind, ergänzte Mosley. "Wir müssen das korrigieren, bevor weitere Teams verschwinden. Es ist dringend und wichtig."



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