Formel 1 Rennkommissare bestätigen Vettels Zeitstrafe vom Großen Preis in Kanada  

Schlechte Nachrichten für Ferrari: Sebastian Vettels Zeitstrafe aus Montreal bleibt bestehen - und damit der Sieg von Lewis Hamilton. Im Freien Training zum Frankreich-GP hatte Ferrari ebenfalls das Nachsehen.

Sebastian Vettel bereitet sich auf das Freie Training in Le Castellet vor
AP/Claude Paris

Sebastian Vettel bereitet sich auf das Freie Training in Le Castellet vor


Sebastian Vettel erhält den Sieg beim Formel-1-Rennen in Kanada nicht zurück. Die Rennkommissare des Weltverbands Fia haben nach einer Anhörung in Le Castellet den Antrag von Ferrari auf Neubewertung der umstrittenen Situation beim Grand Prix in Montréal zurückgewiesen.

Das von der Scuderia vorgelegte Beweismaterial sei nicht ausreichend für eine Aufhebung der fünfsekündigen Zeitstrafe, hieß es zur Begründung. Damit bleibt der eigentlich zweitplatzierte Lewis Hamilton Sieger des Rennens, Vettel muss sich mit Rang zwei begnügen.

Vettel war in der 48. Runde des Rennens in Führung liegend nach einem Fehler mit seinem Ferrari durchs Gras gefahren. Als der 31-Jährige zurück auf die Strecke fuhr, drängte er Hamilton nahe an eine Mauer. Die Rennkommissare ahndeten sein Manöver als "gefährliche Rückkehr auf die Strecke". Vettel überquerte die Ziellinie zwar als Erster, rutschte durch die Zeitstrafe aber hinter Hamilton auf Rang zwei. Vettel gab an, nicht absichtlich so gefahren zu sein.

Strafe sei noch milde ausgefallen

Nach dem Rennen wollte er die Strafe nicht akzeptieren und stellte bei der Siegerehrung das Schild mit der großen Ziffer "2" vor Hamiltons Mercedes und die "1" vor seinen Ferrari. Der italienische Rennstall verzichtete auf einen förmlichen Protest, obwohl er diesen zuvor angekündigt hatte. Stattdessen wollte die Scuderia die Rennkommissare dazu bewegen, die Situation neu zu bewerten. Der entsprechende Antrag wurde nun abgelehnt.

Sebastian Vettel vertauschte die Schilder bei der Siegerehrung in Montreal.
Dan Istitene / Getty Images / AFP

Sebastian Vettel vertauschte die Schilder bei der Siegerehrung in Montreal.

Mercedes dominiert auch im Frankreich-Training

Im Freien Training zum Großen Preis von Frankreich dominierte Mercedes: Valtteri Bottas fuhr in Le Castellet die schnellste Runde, Zweiter wurde Teamkollege Lewis Hamilton. Der britische WM-Spitzenreiter hatte noch am Vormittag die Bestzeit vorgelegt, war am Nachmittag aber auch wegen eines kleinen Unfalls mit einem Poller am Ende langsamer als Bottas. Vettel landete hinter Teamkollege Charles Leclerc auf Rang vier.

Vettel und Ferrari sind in diesem Jahr noch sieglos. Titelverteidiger Hamilton führt vor dem achten WM-Lauf am Sonntag (15.10 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE, TV: RTL, Sky) mit 62 Punkten Vorsprung vor dem drittplatzierten Vettel.

ngo/dpa



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
thermo_pyle 21.06.2019
1. Genau so macht man den Sport kaputt...
Let them race...ach was ?! Vettel hat Recht wenn er sagt, irgend ein Paragraph passt schon. Siehe Hamilton heute: Keine Strafe (Was auch richtig ist, es ist Rennsport !). Nur: Man bekommt den Eindruck, es handelt sich neuerdings um eine "Formel Mercedes" bei diesen Entscheidungen am Grünen Tisch. Es geht um viel Geld, aber auch um das Leben der Rennfahrer, das sie für ihren Sport riskieren. Aber, hey, so sind die Zeiten heutzutage, Moral und Anstand sind oldschool, money rules...
Leonart 21.06.2019
2. Das ist doch idiotisch
Vettel kam ins Schleudern, hat den Wagen abgefangen und wieder auf die Fahrbahn gezogen. Hamilton konnte reagieren, wie die Bilder beweisen und wurde nicht ge- oder beschädigt. Was diese Stewards machen, hat doch mit Autosport und spannende Zweikämpfe nichts zu tun. Man stelle sich vor, deren Kriterien würden für Zweikämpfe im Fussball gelten....
075530 21.06.2019
3. Diese Kommisare
mögen mal diese Ecke mit gleichem Tempo und auch auf der Grünfläche nachfahren. Auf dem Bildschirm sieht das anders aus. L.H. hätte auch da anderweitig nie überholen können. Die Herren sollen sich mal Motorrad oder Radrennen ansehen, wo es mehrmals noch enger zugeht.
inge-p.1 21.06.2019
4.
Das ist eine gute Nachricht für den Rennsport, der so die 5 Sekunden-Strafe für das rambohafte Verhalten eines Fahrers, der dazu keinerlei Unrechtsbewusstsein zeigte, bestätigte. Kein gutes Hochzeitsgeschenk im Nachherein.
fson21 21.06.2019
5.
Leider zu recht. In den Zeitlupen und onboardcameras sieht man recht deutlich, dass Vettel schon recht früh wieder die Kontrolle über das Auto hat und dann weiter nach rechts lenkt. Damit ist die Strafe definitiv begründet.
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