Untersuchungen bei Formel-1-Rennstall Racing Point Zu gut, um legal zu sein?

In der neuen Formel-1-Saison überrascht Racing Point. Fast eine Sekunde schneller ist das Team als im Vorjahr. Das ruft Zweifler hervor, die Fia beschlagnahmte nun Teile der Boliden.
Racing Points Rundenzeiten rufen Zweifel in der Formel 1 hervor

Racing Points Rundenzeiten rufen Zweifel in der Formel 1 hervor

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HOCH ZWEI/ imago images/HochZwei

Der Automobil-Weltverband Fia hat eine Untersuchung beim Formel-1-Rennstall Racing Point eingeleitet. Auslöser ist ein offizieller Protest des Konkurrenten Renault, den das französische Werksteam nach dem Großen Preis der Steiermark eingereicht hatte.

Die Rennkommissare ließen den Protest nach einer Anhörung von Vertretern beider Parteien offiziell zu. Sie beschlagnahmten und versiegelten die entsprechenden Teile der beiden Boliden von Sergio Pérez und Lance Stroll, um eine "detaillierte Analyse" vorzubereiten, hieß es. Wie lange die Untersuchung dauern wird, ließ die Fia offen.

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Bei dem Protest geht es um die Boliden von Racing Point, die eine deutliche Ähnlichkeit zum Weltmeister-Mercedes der vergangenen Saison aufweisen. Tatsächlich bezieht Racing Point wie auch Williams als Kundenteam den Antrieb und das Getriebe von Mercedes. Renault beruft sich bei seinem Protest jedoch auf das Reglement, nach dem bestimmte Komponenten der Autos vom jeweiligen Team selbst entworfen sein müssen. Auch die Weitergabe von Informationen über diese Bauteile ist nicht erlaubt.

Im Speziellen soll es sich bei dem aktuellen Protest vorwiegend um die Bremsbelüftung handeln, die Racing Point kopiert haben soll. Das berichtet unter anderem das Portal motorsport-magazin.com . Racing Point soll die Komponenten kopiert haben, um die Aerodynamik-Vorteile des Mercedes zu nutzen. Die Fia forderte die entsprechenden Teile von Mercedes an, um sie mit den Komponenten von Racing Point zu vergleichen.

Ähneln sich bis in die Spitze: Mercedes' Weltmeister-Auto von 2019 (links) und Racing Points aktueller Bolide
Ähneln sich bis in die Spitze: Mercedes' Weltmeister-Auto von 2019 (links) und Racing Points aktueller Bolide

Ähneln sich bis in die Spitze: Mercedes' Weltmeister-Auto von 2019 (links) und Racing Points aktueller Bolide

Foto: REUTERS/Issei Kato / Joe Klamar/ dpa

Racing Point überraschte bei den ersten beiden Saisonrennen mit seinen schnellen Autos. Pérez fuhr bei beiden Rennen in Spielberg auf Rang sechs, nachdem er in der gesamten vergangenen Saison nur zweimal auf dem sechsten Rang gelandet war. Eine bessere Platzierung verhinderte am Sonntag ein Schaden am Frontflügel.

Die Pace des Wagens zeigte sich vor allem in den Übungseinheiten. Bei allen fünf freien Trainings dieser Saison landete Pérez mindestens unter den besten sechs. Selbst Pérez' unerfahrener Teamkollege Stroll fuhr bei den Trainings am vergangenen Wochenende auf Rang fünf und vier.

Alle Ergebnisse der Rennwochenenden finden Sie in unserem Sportdaten-Center.

Fast eine Sekunde schneller als im Vorjahr

Obwohl Trainingsergebnisse in der Formel 1 mit Vorsicht zu betrachten sind, sorgten bereits diese Platzierungen für Aufsehen. Während andere Teams zu kämpfen hatten, war Racing Points Auto im Qualifying zum Großen Preis von Österreich Anfang Juli im Vergleich zum Vorjahr fast eine Sekunde schneller. Das ist eine enorme Verbesserung.

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Vor Saisonbeginn galten vor allem McLaren und Renault als Anwärter auf den vierten Rang der Konstrukteurs-WM hinter Mercedes, Ferrari und Red Bull.

Schwächelt Ferrari weiter so deutlich wie bisher, scheint für Racing Point mit dem derzeitigen Auto sogar Rang drei möglich. Das ist neben Ferraris Abschneiden vor allem davon abhängig, was die Untersuchung der Fia ergibt.

In der vergangenen Saison war Renault nach einem Einspruch von Racing Point für das Rennen in Japan nachträglich disqualifiziert worden. Als Grund nannte die Fia damals, dass Renault ein unerlaubtes Bremssystem benutzt habe.

hba/sid