Formel 1 Schumachers Welt ist in Ordnung

Schnelle Runden und Ehrerbietungen aus der Ferrari-Chefetage. Zumindest die Rahmenbedingungen vor dem fünften Versuch, einen WM-Titel für die Scuderia einzufahren, stimmen derzeit bei Michael Schumacher.


Hamburg/Barcelona - Michael Schumacher kann nicht nur wegen gelungener Testfahrten, sondern auch wegen der Bewunderung und des unbedingten Rückhalts seines Chefs optimistisch sein. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo erklärte, dass der Star-Pilot dem Rennstall auch dann treu bleiben wird, wenn er den WM-Titel in der Saison 2000 erneut verpassen sollte. Der Italiener antwortete in einem Interview der "Welt am Sonntag" auf eine entsprechende Frage mit einem klaren "Ja".

Michael Schumacher: Im Moment keinen Grund zur Klage
DPA

Michael Schumacher: Im Moment keinen Grund zur Klage

Schumacher, der die fünfte Saison mit Ferrari bestreitet, hat bei der Scuderia noch einen Vertrag bis 2002. Dennoch wurde in den Medien immer wieder über einen vorzeitigen Teamwechsel des 31-Jährigen spekuliert. Di Montezemolo lobte seinen teuersten Angestellten in den höchsten Tönen: "Ich habe noch nie einen Fahrer erlebt, der befähigt ist, in einem Rennen von der ersten bis zur letzten Runde Zeiten zu fahren wie in einem Qualifikationstraining."

Falls sich Spekulationen bewahrheiten sollten, nach denen das Unternehmen Fiat und damit Ferrari von DaimlerChrysler aufgekauft wird, sieht der Präsident nicht das Ende des Mythos Ferrari. "Sollten die Spekulationen Realität werden, würde die Eigenständigkeit von Ferrari - durch die Fiat-Holding gewährleistet - nicht angetastet."

Michael Schumacher ist nach den guten Erfahrungen mit dem neuen Ferrari F1-2000 drei Wochen vor dem ersten Grand Prix am 12. März in Melbourne motivierter denn je. Es sei erstmals seit längerem wieder vorgekommen, "dass ich morgens zwei Stunden früher als notwendig aufgewacht bin und das Kribbeln im Bauch gespürt habe", sagte der Kerpener nach den Probefahrten in Mugello. Er werde auch nicht aufgeben, wenn er den WM-Titel erneut verpassen sollte. "Wenn es nicht klappt, versuchen wir es im nächsten Jahr wieder."

Niki Lauda traut ihm sehr viel zu. "Sowohl die Italiener als auch Michael Schumacher sind mehr als hoch motiviert", sagte der dreimalige Weltmeister der "Bild am Sonntag". Bei Konkurrent McLaren-Mercedes könnte seiner Ansicht nach die Gefahr der "Sättigung" bestehen. Auch die Konkurrenz im Silberpfeil-Team zwischen dem Finnen Mika Häkkinen und dem Schotten David Coulthard sieht er als Plus für Schumacher: "Dieser interne Zweikampf kann den Titel kosten."

Bei Testfahrten in Barcelona war Weltmeister Häkkinen in 1:21,85 Minuten der Schnellste. Coulthard (1:22,45) fuhr die drittbeste Rundenzeit hinter dem spanischen Minardi-Piloten Marc Gene (1:22,09). Die Mönchengladbacher Heinz-Harald Frentzen (Jordan) und Nick Heidfeld (Prost) waren wegen technischer Defekte deutliche langsamer.



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