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22. September 2019, 21:00 Uhr

Vettels Sieg in Singapur

Endlich die Eins

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Lange musste Sebastian Vettel in dieser Saison auf seinen ersten Triumph warten. Beim Großen Preis von Singapur entschied sich Ferrari für ihn statt für Charles Leclerc.

Die Szenen des Rennens: Gab es in Singapur in drei verschiedenen, aber doch sehr ähnlichen Versionen. In der 35. Runde hatten alle Spitzenfahrer bereits die Reifen gewechselt, die Abstände zwischen den Autos waren gering. Doch das Rennen wurde nicht durch packende Überholmanöver entschieden, sondern durch Safety Cars: Insgesamt fuhren die Fahrer zwölf der restlichen 26 Runden im Gänsemarsch hintereinander weg. Der große Profiteur war Sebastian Vettel, der sich bereits in Führung befand und diese bis zum Rennende nicht mehr ernsthaft verteidigen musste.

Das Ergebnis: Sebastian Vettel feierte nach einem zähen Rennen seinen ersten Saisonsieg. Zweiter wurde Ferrari-Teamkollege Charles Leclerc vor Max Verstappen im Red Bull. Hier geht es zur Meldung und hier zum Minutenprotokoll.

Ende der Durstrecke: Für Vettel war es der erste Triumph bei einem Grand Prix seit 392 Tagen. Früher in der Saison war dem Deutschen aufgrund eines gefährlichen Manövers gegen den Weltmeister Lewis Hamilton der Sieg in Montreal aberkannt worden. Das Zugpferd der Renaissance Ferraris seit Ende der Sommerpause war bislang Leclerc gewesen.

Teaminterne Taktik: Die ersten beiden Rennen nach der Sommerpause gewonnen, dabei jeweils von der Pole gestartet - und das während sich der Teamkollege nicht gerade mit Ruhm bekleckerte: Leclerc ist der neue Star der Formel 1 und nach der erneuten Poleposition in Singapur sah es nach dem dritten Sieg in Folge für den 21 Jahre alten Monegassen aus. Für die Überraschung sorgte Ferrari: Weil die Scuderia zuerst Vettel zum Reifenwechsel einbestellte, kam dieser vor Leclerc wieder auf die Strecke und gewann das Rennen. "Was zur Hölle?", fragte Leclerc per Boxenfunk, gab sich hinterher aber versöhnlicher: "Wir wollten hier vielleicht einen Podiumsplatz mitnehmen, aber wir gehen mit einem Doppelsieg."

Überwundene Schwäche: Dass der italienische Rennstall in Singapur die ersten beiden Plätze belegte, ist tatsächlich eine Überraschung. Naturgemäß hat der Stadtkurs durch die asiatische Metropole mehr Kurven als traditionelle Rennstrecken. In der ersten Saisonhälfte hatten die Ferraris auf kurvigen Strecken wie in Monaco oder in Ungarn große Probleme und konnten nur durch bloße Leistung auf Geraden überzeugen. Das hat sich offenbar geändert.

Rekordstrecke: Vettel selbst hatte noch nie ein Problem mit der Strecke in Singapur. Von 2011 bis 2013 holte der 32-Jährige drei Siege in Folge, gewann 2015 noch einmal und ist nun mit fünf Triumphen der alleinige Rekordsieger. Auf keinem anderen Kurs gewann Vettel häufiger.

Oligopol: Weil die Fahrer der Spitzenteams erst relativ spät ihre Boxenstopps einlegten, kamen sie inmitten des Feldes wieder zurück auf die Strecke. So befanden sich für wenige Minuten Antonio Giovinazzi (Alfa Romeo), Pierre Gasly (Toro Rosso) und Daniel Ricciardo (Renault) auf den Podiumsplätzen. Es war das erste Mal seit 86 Rennen, dass ein Fahrer in Führung war, der nicht für Mercedes, Ferrari oder Red Bull fährt.

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