Pressestimmen zum Brasilien-GP "Wie passen diese Alphatiere in ein Haus?"

Wer hat nochmal den Großen Preis von Brasilien gewonnen? Nach dem Rennen ist Sieger Verstappen nur Randfigur. Das Thema der internationalen Presse: die Kollision der Ferrari-Piloten Vettel und Leclerc.

Charles Leclerc und Sebastian Vettel (Archivfoto)
Mark Thompson/Getty Images

Charles Leclerc und Sebastian Vettel (Archivfoto)


Max Verstappen hat das vorletzte Formel-1-Rennen der Saison gewonnen. Der Red-Bull-Pilot aus den Niederlanden setzte sich beim Großen Preis von Brasilien vor dem Franzosen Pierre Gasly im Toro Rosso durch. Dritter wurde Weltmeister Lewis Hamilton im Mercedes. Sebastian Vettel in seinem 100. Rennen für Ferrari und sein Teamkollege Charles Leclerc lieferten sich kurz vor Ende ein enges Duell, beide schieden nach einer Berührung mit einem Reifenschaden aus.

ITALIEN:

La Stampa: "Ferrari-Katastrophe in Brasilien.(...) Es ist nicht das erste Mal, dass Vettel und Leclerc auf der Strecke Probleme miteinander hatten (...). Wie wird die Beziehung zwischen den beiden jetzt werden?"

Gazzetta dello Sport: "Rotes Harakiri! Vettel und Leclerc versenken sich gegenseitig. Man hätte damit rechnen können, dass früher oder später so etwas passieren würde. Es wäre jedoch nicht fair, Ferrari wegen der Umgangsweise mit seinen beiden Starpiloten zu tadeln. Man kann Regeln vereinbaren und einen Verhaltenskodex bestimmen, doch wenn man zwei Alphatiere unter demselben Dach hat, muss man mit solchen Zwischenfällen rechnen."

Corriere dello Sport: "Ferrari explodiert! Vettel und Leclerc werfen sich gegenseitig raus. Es gibt Niederlagen, die zu schlimmsten Albträumen werden. Die beiden Piloten erzielen ein doppeltes Eigentor, das man in Maranello lang nicht vergessen wird. Beim GP in Brasilien ist ein Generationenkonflikt explodiert, den man nur schwer wieder beruhigen wird. Maranello hat das richtige Auto und gute Piloten, aber keine starke Teamführung."

GROSSBRITANNIEN:

The Telegraph: "Sebastian Vettel und Charles Leclerc schoben sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe nach ihrer jüngsten Kollision an einem weiteren erbärmlichen Nachmittag für Ferrari in Brasilien. (...) Ferrari-Teamchef Mattia Binotto behauptete, es sei ein Luxus, zwei Superstar-Fahrer zu haben, aber wie lange ist ihre Partnerschaft noch haltbar?"

The Guardian: "Trotz des Titels, der schon Lewis Hamilton gehört, hatte die Formel-1-Saison 2019 eindeutig nicht die Absicht, beim Großen Preis von Brasilien ruhig in die Nacht zu gehen. Was für Max Verstappen und Red Bull ein gelassener Sieg hätte sein können, war ein hart umkämpfter, brillant ausgeführter Sieg, während um ihn herum ein großes Drama in Interlagos tobte, nicht zuletzt, weil Ferrari wieder einmal sehr öffentlich implodierte."

Mail: "Dieses Fiasko hatte sich abgezeichnet. Charles Leclerc hatte Sebastian Vettel gerade überholt - und damit die aufstrebende Zukunft die verblassende Gegenwart. Dann schlug der in seiner Würde gekränkte Deutsche zurück und beendete das Rennen der beiden Ferrari. Teamchef Mattia Binotto sah aus wie ein Mann, der sich Tausende Fragen stellen muss. Diese eine lässt sich aber einfach nicht beantworten: Wie können diese beiden Alphatiere in ein Haus passen?"

Rot gegen Rot: Vorne Vettel, hinter ihm Teamkollege Leclerc
REUTERS/Ricardo Moraes

Rot gegen Rot: Vorne Vettel, hinter ihm Teamkollege Leclerc

SPANIEN:

Marca: "Max Verstappen gewann ein Rennen, das er mehr als jeder andere verdiente. Lewis hatte den Ehrgeiz, ihn zu überholen und verlor. Am Ende der Saison scheint die Dominanz von Mercedes beendet zu sein. Sie leiden zu sehr, sogar gegen Red Bull."

AS: "Wieder ein schwarzer Sonntag für Ferrari."

Sport: "Ein verrücktes Rennen. Vettel und Leclerc touchieren sich, sie führen Krieg. Totales Desaster von Ferrari. Was beim italienischen Rennstall abgeht, ist einfach nicht mehr normal."

El Mundo Deportivo: "Das Theater zwischen Vettel und Leclerc geht in die nächste Runde. Kaum zu glauben, wie beide zusammenknallen und ausscheiden."

FRANKREICH

L'Équipe: "Das Verhältnis zwischen den beiden Ferrari-Fahrern war schon die ganze Saison über schwierig - nach dem Knall wird es noch mehr Spannung geben. Wenn sich Ferrari-Chef Binotto weiter weigert, einen der beiden Fahrer zur Nummer eins zu machen, wird er große Kopfschmerzen bekommen."

jan/dpa/sid



insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
roenga 18.11.2019
1. Welches Rennen haben denn diese Kommentatoren gesehen?
Leclerc überholt Vettel. Der kommt mit mehr Schwung aus der kurve und will Leclerc rechts überholen. Leclerc lässt Vettel nicht genügend Platz (was auch der Sky Experte so gesehen hat) und beide berühren sich. Die Ferrari Teamführung sollte dem jungen Mann, der sich wohl schon als Weltmeister im Wartestand sieht, erklären, dass es seinem Teamkollegen durchaus erlaubt ist, ihn zu überholen. Wäre nur Vettel hier ausgeschieden, dann hätten die Rennkommisare Leclerc nachträglich noch bestraft. So hatte sich das ganze erübrigt.
superchristiandd 18.11.2019
2. Falscher Endstand
Dritter wurde Sainz, da Hanilton eine 5 Sekunden Zeitstrafe bekam.
saubereLuft 18.11.2019
3. Welches Rennen haben Sie denn gesehen?
Zitat von roengaLeclerc überholt Vettel. Der kommt mit mehr Schwung aus der kurve und will Leclerc rechts überholen. Leclerc lässt Vettel nicht genügend Platz (was auch der Sky Experte so gesehen hat) und beide berühren sich. Die Ferrari Teamführung sollte dem jungen Mann, der sich wohl schon als Weltmeister im Wartestand sieht, erklären, dass es seinem Teamkollegen durchaus erlaubt ist, ihn zu überholen. Wäre nur Vettel hier ausgeschieden, dann hätten die Rennkommisare Leclerc nachträglich noch bestraft. So hatte sich das ganze erübrigt.
Vettel hatte ausreichend Platz. Bei der Berührung mehr als eine Wagenbreite. Vettel ist völlig unnötig nach links rüber gezogen und hat so ganz allein den Ausfall verursacht. Wenn die Ferrari Teamführung jemanden etwas erklären sollte, dann dem Herrn Vettel, dass sechs Jahre zurückliegende WM-Titel aktuelle Gegner nicht dazu bringen, auf die Bremse zu treten oder großzügig Platz zu machen, wenn der Herr Vettel sein angeschlagenes Ego mal wieder nicht unter Kontrollen hat. Und glaubt, er können andere in Situationen zum Ausweichen zwingen, sich abdrängen lassen o.ä, in denen er es selber auch nicht tun würde.
cw001 18.11.2019
4.
Zitat von saubereLuftVettel hatte ausreichend Platz. Bei der Berührung mehr als eine Wagenbreite. Vettel ist völlig unnötig nach links rüber gezogen und hat so ganz allein den Ausfall verursacht. Wenn die Ferrari Teamführung jemanden etwas erklären sollte, dann dem Herrn Vettel, dass sechs Jahre zurückliegende WM-Titel aktuelle Gegner nicht dazu bringen, auf die Bremse zu treten oder großzügig Platz zu machen, wenn der Herr Vettel sein angeschlagenes Ego mal wieder nicht unter Kontrollen hat. Und glaubt, er können andere in Situationen zum Ausweichen zwingen, sich abdrängen lassen o.ä, in denen er es selber auch nicht tun würde.
Naja, auch wenn ihm in den letzten 2 Jahren ein paar Fahrfehler unterlaufen sind, so hat er sich jedoch ca. 10 Sekunden vorher beim Überholmanöver seines Teamkollegen durchaus fair verhalten. Im Übrigen gibt es solche Rad-an-Rad Duelle mit leichten Berührungen fast in jedem Rennen, allerdings meist folgenlos. Insofern war das gestern zwar von beiden Fahrern tatkräftig selbst verschuldet, aber zudem auch einfach Pech.
bhang 19.11.2019
5. Zwei Alphatiere in einem Haus?!?!
Ist hier die Rede von einem zukünftigen AMG Teamkollegen-Duo namens Hamilton/Verstappen? Ich frage ja nur, da das die einzigen Alphatiere der gegenwärtigen Formel1 sind.
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