Formel-1-Serie Ferrari bleibt Ecclestone treu

In einem Alleingang ist Formel-1-Rennstall Ferrari vorgeprescht und hat das 2007 auslaufende Concorde Agreement überraschend um vier Jahre verlängert. Damit sind die Chancen auf eine von Mercedes und BMW in Betracht gezogene Konkurrenzserie auf ein Minimum gesunken.

Paris - "Formula One Management (FOM) ist entzückt, dass diese Einigung erzielt wurde und dass die Zukunft der Formel 1 sich nun stabilisiert hat", ließ FOM-Boss Bernie Ecclestone in der gemeinsamen Presseerklärung mit der Fia und Ferrari mitteilen. Über die Inhalte der Einigung gaben die beteiligten Parteien nichts bekannt. Seit längerem aber hatten die Rennställe ein größeres Mitspracherecht gefordert.

Im Gegensatz zur Konkurrenz hat sich Ferrari damit weiter an die bestehende Serie gebunden. Ausschlaggebend für die Entscheidung könnten auch die 500 Millionen Dollar gewesen sein, die Formel-1-Impresario Ecclestone den Teams auf die Hand geboten hatte, wenn sie ihm die Treue halten und nicht zur möglichen Grand Prix World Championship (GPWC) wechseln. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo wertete die Einigung mit der Fia und Ecclestones FOM als "starke Botschaft für die Zukunft der Formel 1".

"Wir sind erfreut, diese Einigung mit dem kommerziellen Formel-1-Rechteinhaber und dem ältesten Team der Meisterschaft erreicht zu haben", sagte Fia-Präsident Max Mosley. Die Übereinkunft sei bedeutsam, weil es die künftige Entwicklung der wichtigsten Fia-Meisterschaft sicherstelle.

Das Concorde Agreement, in dem sich alle zehn Rennställe auf den Formel-1-Ablauf verständigen müssen und in dem die Aufteilung der Erlöse definiert wird, endet 2007. Die Chancen auf die von den Herstellerfirmen BMW (BMW-Williams) und DaimlerChrysler (McLaren-Mercedes) in Betracht gezogene eigene Serie GPWC sind durch das Vorpreschen von Branchenführer Ferrari auf ein absolutes Minimum gesunken.

Die GPWC wirbt mit einer gerechteren Verteilung der Erlöse. "Wir müssen darauf hören, was uns die Teams, die Fans und die TV-Stationen erzählen, damit wir eine Rennserie mit Struktur und Transparenz schaffen können, von der alle Teilhaber profitieren und nicht nur einer", sagte ein GPWC-Sprecher.

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