Formel 1 Härtere Strafen für Fehler beim Boxenstopp

Der Unfall in der Boxengasse am Nürburgring hat Konsequenzen: Der Automobil-Weltverband will die Strafen für Fehler beim Boxenstopp drastisch anheben. Eine Mindestzeit für die Stopps wird es aber nicht geben.

F1-Unfall auf dem Nürburgring: Weltverband Fia hat reagiert
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F1-Unfall auf dem Nürburgring: Weltverband Fia hat reagiert


Hamburg - Der Automobil-Weltverband Fia will nach dem gefährlichen Unfall in der Boxengasse am Nürburgring weitere Maßnahmen ergreifen und die Regeln verschärfen. Wie die Fachmagazine autosport.com und speedweek.com berichten, sollen Fehler der Boxencrews in Zukunft mit einer Rückversetzung in der Startaufstellung um zehn Plätze bestraft werden. Die Fia habe dies den Teams am Donnerstagabend mitgeteilt.

Der Beschluss wäre eine weitere Reaktion auf den Unfall beim Großen Preis von Deutschland Anfang Juli, als ein britischer Kameramann von einem Reifen des Red-Bull-Boliden von Mark Webber getroffen und verletzt worden war. Webber hatte die Box verlassen, als noch nicht alle Räder fest verschraubt waren, ein solcher "unsafe release" soll künftig bestraft werden.

Ein ebenfalls diskutierte Mindestzeit für Boxenstopps, welche die Hektik und damit die Wahrscheinlichkeit von Fehlern verringert hätte, soll dagegen verworfen worden sein. Weltmeister Sebastian Vettel hatte sich schon zuvor wenig begeistert von solchen Überlegungen gezeigt.

Kritik kommt von Vettel und Webber

"Ich sehe es kritisch, die Boxenstoppzeit vorzuschreiben. Die Stopps wurden eingeführt, damit etwas passiert, und sie gehören zur Faszination des Sports", sagte der 26-Jährige. Webber selbst, der vom Team vor dem Unfall zu früh losgeschickt worden war, kritisierte die Aufmerksamkeit, die dem Thema in den vergangenen Tagen zuteil wurde. "Die Medien füttern sich ein bisschen selbst damit, es ist ein bisschen wie bei dem königlichen Baby", sagte der Australier. "Es gibt hier anscheinend nicht besonders viele Themen, darum reden wir immer noch darüber."

Erste Entscheidungen zur Erhöhung der Sicherheit hatte der Weltverband schon kurz nach dem Vorfall beim Großen Preis von Deutschland getroffen. So werden künftig nur noch Teammitglieder und Rennkommissare die Boxengasse betreten, Kamerateams dürfen nur noch von der Boxenmauer filmen. Zudem wird das Tempolimit in der Boxengasse von 100 Stundenkilometer auf 80 reduziert.

"Die Geschwindigkeit runterzusetzen war richtig und wichtig", sagte Vettel. Auch Nico Rosberg begrüßt diese Entscheidung, der Mercedes-Pilot steht zudem weiteren Beschlüssen offen gegenüber. "Ich vertraue der Fia voll", sagte Rosberg. "Die Formel 1 ist ein gefährlicher Sport und die Fia hat bereits wichtige Schritte unternommen, um die Sicherheit zu erhöhen. Mal schauen, was jetzt noch kommt."

aha/sid



insgesamt 1 Beitrag
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muepomm 27.07.2013
1. Härtere Strafen für Fehler beim Boxenstopp
Hmmm.... , um Spannung in die langweilig gewordenen Rennen zu bringen hat die FIA zusätzliche "Action" wie z. B Reifenwechsel in die F1 gebracht. Nun hat man die Spannung und die Teams wechseln auf "Teufel komm raus". Prompt passiert ein Unfall, alles zuckt zusammen. Man bestraft wie so immer den nicht Schuldigen, also den Fahrer. Mit Verlaub gesagt da hat die FIA doch mal wieder "Bullshit" produziert
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