Formel 1 Türen bei Lotus wegen Geldproblemen geschlossen

Kein Einlass! Weil der Lotus-Rennstall dem Streckenbetreiber in Suzuka Geld schuldet, blieben die Türen der Team-Hospitality zu. In Singapur musste sich Lotus wegen seiner Finanzprobleme sogar Möbel leihen.

Lotus-Pilot Grosjean: Presserunde unterm Regenschirm
Getty Images

Lotus-Pilot Grosjean: Presserunde unterm Regenschirm


Beim Großen Preis von Japan sind die finanziellen Probleme des Formel-1-Teams Lotus offensichtlich. Wie die französische Zeitung "L'Equipe" berichtet, wurde Mitarbeitern und Fahrern des britischen Rennstalls der Zutritt zur Team-Hospitality an der Rennstrecke in Suzuka verweigert. Die Unterkunft blieb am Donnerstag komplett leer.

Grund dafür sollen offene Rechnungen aus dem Vorjahr sein. Demnach schuldet Lotus dem Streckenbetreiber noch immer die Standmiete für den teameigenen Pavillon. Lotus-Pilot Romain Grosjean musste seine Presserunde sogar unter einem Regenschirm im Freien abhalten.

Außerdem kam das Lotus-Equipment viel zu spät in Japan an. Erst am frühen Donnerstagnachmittag (Ortszeit) konnten die Mitarbeiter die Fracht vom vergangenen Rennen in Singapur in Empfang nehmen. Alle anderen Teams hatten sich zu diesem Zeitpunkt längst fertig in ihren Garagen eingerichtet und bereiteten sich auf das Rennen am Sonntag vor (7 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE; TV: RTL und Sky).

Wie das Fachmagazin "auto motor und sport" berichtet, hielt der Logistikpartner die Seefracht vom Singapur-Rennen zurück. Deswegen mussten die Ingenieure zunächst sogar vom Hotel aus arbeiten, da das Team-Netzwerk noch nicht stand und die Verbindung zum Internet nicht bereit war.

Lotus musste sich in Singapur Möbel leihen

Laut "L'Equipe" hatte es bereits in Singapur Schwierigkeiten gegeben, das Team musste sich dort Möbel für das Fahrerlager leihen. Grund hierfür sollen ebenfalls fehlende oder verspätete Zahlungen sein. Demnach wurden Rechnungen für die Seefracht nicht beglichen.

"Gewisse Umstände zwingen uns zu einer etwas anderen Herangehensweise in dieser Saison. Aber eine Lösung ist nahe", sagte Lotus-Vizechef Federico Gastaldi jüngst. Der Rennstall leidet unter großer Geldnot, immer wieder gibt es Gerüchte über eine anstehende Insolvenz. Renault verhandelt mit den Verantwortlichen über eine Übernahme, entschieden ist bislang aber noch nichts.

Formel-1-Saison 2015
Die Teams und Fahrer
Mercedes
Lewis Hamilton und Nico Rosberg
Red Bull
Daniel Ricciardo und Daniil Kwjat
Williams
Felipe Massa und Valtteri Bottas
Ferrari
Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen
McLaren Honda
Fernando Alonso und Jenson Button
Force India
Nico Hülkenberg und Sergio Pérez
Toro Rosso
Max Verstappen und Carlos Sainz jr.
Lotus
Romain Grosjean und Pastor Maldonado
Sauber
Marcus Ericsson und Felipe Nasr
Manor Marussia
Will Stevens und Roberto Merhi
Der Rennkalender
Die Rekorde
Die meisten WM-Titel
Michael Schumacher (7)
Die meisten Grand-Prix-Siege
Michael Schumacher (91)
Die meisten Siege in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 13)
Die meisten Start-Ziel-Siege
Ayrton Senna (19)
Die meisten Podestplätze
Michael Schumacher (155)
Die meisten Podestplätze in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 17)
Die meisten Pole-Positions
Michael Schumacher (68)
Die meisten Pole-Positions in einer Saison
Sebastian Vettel (15)
Die schnellsten Rennrunden
Michael Schumacher (77)
Die meisten Grand-Prix-Starts
Rubens Barrichello (323)

ham/sid/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
Nonvaio01 24.09.2015
1. Renault hat doch
keine kauf absichts erklaerung abgegeben, da haben die wohl vergessen das die schulden von Lotus im Kaufpreis inbegriffen sein sollten. Kimi hatte schon recht als er keine lust mehr hatte fuer Lotus zu fahren weil kein Geld gekommen ist. Wer Arbeitet schon ohne bezahlt zu werden.
tel33 24.09.2015
2. Irgendwas stimmt nicht
Renault hat doch erste letzte Woche den Ausstieg aus der Formel 1 angekündigt. Welchen Sinn soll denn da eine Übernahme angeschlagener Teams machen?
gympanse 24.09.2015
3.
Oh oh, das sieht wirklich nicht gut fürs Team aus, man hat doch bereits mit Maldonado einen Paydriver im Team. Wenn es dennoch nicht reicht, dann werden da bald die Lichter ausgehen.
Butenkieler 24.09.2015
4. Wer kein Geld hat
sollte sich aus der F1 verabschieden.
Michael200669 24.09.2015
5.
Zitat von Butenkielersollte sich aus der F1 verabschieden.
Dann gebe es wohl nur noch 3 oder 4 Rennställe, die übrig blieben. Vielleicht sollte man anfangen, die Gelder endlich fairer zu verteilen. Aber da wird wohl Ferrari was gewaltiges dagegen haben. Denn die profitieren am meisten, ohne die entsprechenden Ergebnisse zu liefern.
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