Formel 3000 Das aktuelle Interview mit Nick Heidfeld

Den Sieg in der Formel-3000-EM vor Augen, die "Königsklasse" im Sinn: Nick Heidfeld ist bereit für die Formel 1. Im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst spricht der Mercedes-Junior über seine Ziele.


sid:

"Sechstes Rennen, vierter Sieg: Wenn Sie in einer Woche erneut gewinnen, sind sie Europameister in der Formel 3.000. Kann Ihnen die Krone überhaupt noch jemand nehmen?"

Nick Heidfeld: "Den Titel habe ich noch nicht, aber es sieht sehr gut aus. Wenn ich in Hockenheim gewinne, bin ich Champion. Das wäre riesig. Und das will ich probieren. Aber ich war sehr überrascht, wie schnell ich in Zeltweg unterwegs war."

sid: "War das Ihr Durchbruch für einen Startplatz in der Formel 1 in der neuen Saison?"

Heidfeld: "Das lasse ich auf mich zukommen. Mein Manager Werner Heinz, McLaren und Mercedes kümmern sich darum. Die machen ihre Arbeit, und ich konzentriere mich auf meinen Job. Die finden schon was für mich."

sid: "Wie beurteilen Sie Ihre Aussichten, nächstes Jahr in der Königsklasse zu starten?"

Heidfeld: "Die Chancen sind besser als je zuvor. Es sieht sehr gut aus, aber konkret ist noch nichts. Ich bin in einer sehr guten Situation und rechne mir gute Chancen aus. Aber das Fahrerkarussell muß sich erst richtig drehen, dann kann man mehr sagen."

sid: "Spukt die Formel 1 nicht dauernd in Ihrem Kopf herum?"

Heidfeld: "Natürlich ist die Formel 1 im Kopf drin. Davon kann man sich nicht freimachen. Aber ich rede nicht jeden Tag mit meinem Manager und frage ihn, wie der neue Stand ist. Ich bin auch nicht zappelig und nervös. Sicher, der Druck wird größer, ich mache mir selber den Druck. Aber sobald ich im Auto sitze, ist davon nichts mehr zu spüren."

sid: "Was wäre Ihre Traumkonstellation für 2000, oder wäre es Ihnen gleich, wo Sie unterkommen?"

Heidfeld: "Das ist mir natürlich nicht egal. Wenn ich selbst entscheiden könnte, würde ich am liebsten gleich zu McLaren-Mercedes gehen. Ich habe mit David Coulthard getestet. Von den Zeiten brauche ich mich nicht zu verstecken. Natürlich wäre der Druck sehr groß, aber ich würde es machen. Wahrscheinlicher wäre aber ein Mittelklasse-Team."

sid: "Was wären die Alternativen zur Formel 1?"

Heidfeld: "Die Cart-Serie in den USA wäre ein Ausweg. Dann hätte man später nochmal eine Chance. Aber das Ziel bleibt definitiv die Formel 1. Und noch ein weiteres Jahr in der Formel 3.000 wird es nicht geben."



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