Freies Training Alonso schlägt zurück

Cool gekontert: Trotz der neuen Gerüchte um eine mögliche Verwicklung von Fernando Alonso in den Formel-1-Spionage-Skandal, hat Fernando Alonso beim freien Training zum Italien-Grand-Prix die Konkurrenz dominiert. Er äußerte sich auch zu den Vorwürfen gegen ihn.


Hamburg - Unbeeindruckt von den jüngsten Spekulationen um eine Mitwisserschaft in der Formel-1-Spionage-Affäre hat Alonso im freien Training zum Großen Preis von Italien am Sonntag (14.00 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in Monza die Bestzeit vorgelegt. Der McLaren-Mercedes-Pilot verwies in 1:22,386 Minuten seinen Widersacher Kimi Räikkönen im Ferrari (1:22,446) sowie dessen Teamkollegen Felipe Massa (1:22,590) auf die Plätze zwei und drei. Vierter nach der Kombination beider Trainingsläufe wurde der WM-Führende Lewis Hamilton(1:22,618).

Weltmeister Alonso: Ferrari in Schach gehalten
AP

Weltmeister Alonso: Ferrari in Schach gehalten

Schnellster der fünf deutschen Fahrer war Nico Rosberg (Williams-Toyota) als Fünfter (1:23,472). Nick Heidfeld (BMW-Sauber) wurde Neunter. Ralf Schumacher, der von der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft (DTM) umworben wird, wurde im Toyota 13. Adrian Sutil ließ als 19. im B-Modell des Spyker-Ferrari seinen deutschen Kollegen Sebastian Vettel im Toro Rosso hinter sich.

Doch die Trainingsergebnisse interessierten bei dem vorangegangenen Wirbel um die neu aufgetauchten Vorwürfe in der Spionage-Affäre nur am Rande. Denn der Automobil-Weltverband Fia hat heute ein Schreiben von Präsident Max Mosley vom 31. August veröffentlicht, in dem die drei McLaren-Mercedes-Piloten Alonso, Hamilton und Ersatzfahrer Pedro de la Rosa aufgefordert wurden, sich zu den neuen Vorwürfen zu äußern.

Weltmeister Alonso bezeichnete den gestern aufgekommenen Verdacht, er sei in die Spionageaffäre involviert, als unwahr. "Das ist eine Lüge", erklärte er. In einer offiziellen Mitteilung seines Teams hieß es, weitere Stellungnahmen werde es auf Anraten der Anwälte bis zur Anhörung am 13. September in Paris vor dem World Motor Sport Council nicht geben. Dort werde man jedoch "einen schlagkräftigen Gegenbeweis antreten".

Die Fachzeitschrift "Auto, Motor und Sport" hatte zuvor in ihrer Online-Ausgabe berichtet, Alonso sei bereits im März über Abstimmungsdetails des WM-Konkurrenten Ferrari informiert gewesen. Demnach habe es zu Saisonbeginn einen Schriftwechsel via E-mail zwischen Alonso und Ersatzpilot de la Rosa gegeben, noch bevor der inzwischen entlassene ehemalige McLaren-Chefdesigner Mike Coughlan ein 780 Seiten umfassendes Dossier über den F2007 vom ehemaligen Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney erhalten hatte.

chp/sid



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