Freies Training in Singapur Hamilton glänzt im Flutlicht

Lewis Hamilton fährt im McLaren-Mercedes die schnellste Trainingsrunde von Singapur. Doch der Star des Tages war die Piste. Erstmals drehten Formel-1-Piloten an einem Rennwochenende ihre Runden im Flutlicht. Als die Sonne unterging, starteten die Motoren.


Selbst Bernie Ecclestone war ein bisschen nervös. "Ich bin gespannt darauf, wie es im Fernsehen aussieht", sagte der 77jährige Formel-1-Impresario am Freitag in Singapur - wenige Stunden, bevor das erste freie Training zum Grand Prix am Sonntag startete. Im Dunkeln. Unter Flutlicht.

Um 19 Uhr Ortszeit starteten die ersten Boliden auf die von 1500 Lampen grell beleuchtete Piste an der Marina Bay - und man konnte Ecclestone schnell beruhigen: Es sieht ziemlich gut und irgendwie noch schneller als gewohnt aus, wenn die Wagen im ungewohnten Kunstlicht um die Kurven rasen.

Zwar hatte Toro-Rosso-Pilot Sebastian Vettel vorab noch eine nicht uninteressante Frage gestellt: "Was ist, wenn plötzlich der Strom ausfällt und wir alle im Dunklen fahren?" Doch die Energieversorgung in Singapur funktionierte prächtig - nur Vettel schien bei den beiden Durchgängen des Freien Trainings immer ein wenig nach dem Lichtschalter geschaut zu haben.

Mit einer Bestzeit von 1:47,300 landete der Sensationssieger des Grand Prix in Monza nur auf Platz 13 und war fast zwei Sekunden langsamer als McLaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton, der in 1:45,518 die schnellste Runde auf dem 5,067 Kilometer langen Kurs fuhr. Damit war er acht Hundertstelsekunden schneller als sein Titelrivale Felipe Massa im Ferrari (1:45,598).

Bester Deutscher war Nico Rosberg im Williams-Toyota (1:46,164). Vor Vettel platzierten sich auch BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld (1:46,964) und Toyota-Fahrer Timo Glock (1:47,046) auf den Rängen neun und zehn. Für Adrian Sutil im Force India (1:48,311) blieb nur der letzte Platz.

Die Zeiten aber waren noch unwichtiger als sie es sonst in den ersten Trainingssessions sind, in denen noch viel am Wagen experimentiert wird. An diesem Abend kam es auf der zweitlangsamsten Strecke in der Formel 1 - nach Monte Carlo - vor allem auf die optischen Eindrücke an. Und die überzeugten, zumal in Singapur einige Neuheiten zu sehen sind.

So kommen erstmals leuchtende digitale Flaggen zum Einsatz. Weil bei dem rund um die Strecke installierten Flutlicht die klassischen Flaggen der Streckenposten für die Fahrer möglicherweise schlecht zu erkennen sind, setzten die Organisatoren bei jedem Posten etwa alle 300 Meter Leuchttafeln ein, um die Fahrer zu informieren.

Reifen-Ausrüster Bridgestone verwendet zur Kennzeichnung der weichen Trockenreifen und der Regenpneus eine besondere Farbe, die das Licht reflektiert. "Für das Rennen wird das keinen Unterschied machen, für die Zuschauer und die Medien wird es aber einfacher, zu sagen, welche Reifen benutzt werden", sagt Hirohide Hamashima, Direktor für die Entwicklung der Rennsportreifen.

Die Wahl der Reifen könnte am Sonntag einmal mehr von entscheidender Bedeutung sein. Ähnlich wie vor zwei Wochen in Monza, als Vettel im Regen seinen ersten Grand-Prix-Sieg holte, könnte es am Sonntag erneut sehr nass werden. Mehrere Wetterberichte sagen für den Renntag Regen und Gewitter sowie eine Niederschlagswahrscheinlichkeit von bis zu 60 Prozent voraus.

Wie bei starkem Regen die Sichtverhältnisse unter Flutlicht wären, lässt sich bislang kaum voraussagen. Mercedes-Sportchef Norbert Haug sagte SPIEGEL ONLINE, dass "sehr starker Regen im Scheinwerferlicht durchaus zu Reflektionen und Sichtbeeinträchtigungen führen kann".

Ecclestone schert sich dagegen wenig um solche Befürchtungen. Regen mache ihm nichts aus, erklärte der Brite am Freitag: "Ich habe doch einen Schirm."

all/sid/dpa

insgesamt 516 Beiträge
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georgeskoch, 16.03.2008
1. Formel Fahrer
Vorausgesetzt der Wagen hält durch, werden sich gegenüber letztem Jahr die Fahrer verbessern, die generell im Regen schnell sind. Schnell bei Regen, da fährt Nick Heidfeld ganz klar, ganz weit vorne. Meine Bewunderung galt immer denen die im Regen schnell waren. Keine Traktionskontrolle, hat fahrtechnisch mit Regen einige Gemeinsamkeiten. Und dann gibts da natürlich noch einen Fahrer, der für mich unschlagbar bei Regen ist. Michael Schumacher. Das Come Back, lässt grüßen!!
mario link 16.03.2008
2. Autos im Ziel
1958 in Monza waren es nur 3 (von 21) Boliden, die das Rennen beendeten 1966 in Monaco kamen ebenfalls nur 4 Wagen ins Ziel
Umberto, 16.03.2008
3.
Zitat von sysopGelingt McLaren-Pilot Lewis Hamilton in seinem zweiten Jahr der Gesamtsieg in der Königsklasse? Kann Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen seinen Titel verteidigen? Welche Chancen haben die fünf deutschen Fahrer in der Formel-1-Saison 2008?
Lewis Hamilton, wer denn sonst? Die besten Chancen hat IMO Nick Heidfeld. Zum Titel wird's jedoch sicher nicht reichen.
derpolokolop 16.03.2008
4.
Egal wer gewinnt ist laut Bildzeitung Deutschland immer irgendwie vorne ;-) Lewis oder Kimi wird Meister. Nick Heidfeld bester Deutscher.
julius-dookie 16.03.2008
5.
Also wenn ich mich recht entsinne sind die Ergebnisse in der Flashanzeige von 2006 und nicht von 2007. Alonso z.B. hatt letztes jahr nicht gewonnen ;) mfg julius
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