Freies Training Matta schiebt sich zwischen die Ferraris

Michael Schumacher zählte beim Regen-Roulette von Magny-Cours zu den wenigen glücklichen Piloten, die bei trockenen Bedingungen wenigstens eine schnelle Trainingsrunde absolvieren konnten. Dennoch reichte es dem sechsmaligen Formel-1-Weltmeister zum Auftakt des Großen Preises von Frankreich nur zum dritten Platz.


Cristiano da Matta
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Cristiano da Matta

Magny-Cours - Der verregnete erste Trainingstag beim Großen Preis von Frankreich in Magny-Cours brachte weniger verwertbare Zeiten als Schlagzeilen abseits der Rennstrecke. Schumacher belegte im Wetter-Roulette am Freitag insgesamt Rang drei (1:15,713), schneller als der Kerpener waren sein Teamkollege Rubens Barrichello (1:15,467) und Toyota-Pilot Cristiano da Matta (beide Brasilien/1:15,518).

"Aus diesem Training kann man nichts ableiten. Den Tag hätte man am besten zum Zuschauen genutzt", ärgerte sich Schumacher, "aber das geht schließlich allen so." Der achtmalige Saisonsieger, der mit 80 Punkten in der Gesamtwertung vor Barrichello (62) führt, erwartet am Sonntag (14 Uhr/live im SPIEGEL-ONLINE-Ticker) im 10. von 18 WM-Läufen erneut B.A.R als schärfsten Konkurrenten. "Man muss aber mal schauen, was die Neuigkeiten bei BMW-Williams und McLaren-Mercedes bringen", so Schumacher.

Die Silberpfeil-Piloten Kimi Räikkönen (Finnland) und David Coulthard (Schottland) beendeten die erste Dienstfahrt im neuen McLaren-Mercedes MP4-19B auf den Rängen acht und zehn. "Das war kein schlechter Auftakt für die paar Runden", registrierte Mercedes-Sportchef Norbert Haug erleichtert, nachdem Räikkönen und Coulthard am Vormittag im Regen überhaupt nicht gefahren waren.

Juan Pablo Montoya (Kolumbien) flog bei einsetzendem Regen mit dem BMW-Williams von der Strecke, überschlug sich fast im Kiesbett und produzierte zwei Wochen nach dem schweren Unfall von Ralf Schumacher in Indianapolis erneut einen weiß-blauen Schrotthaufen. "Ein großes Kompliment an die Mechaniker, die daraus in zweieinhalb Stunden wieder ein fahrbereites Auto gemacht haben", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen.

Unter diesen Umständen war nicht wirklich einzuschätzen, ob die umfangreichen Aerodynamikänderungen am FW26 ein großer Schritt vorwärts sind. Während Montoya auf Rang 13 landete, fuhr Ralf Schumachers Ersatzmann Marc Gene (Spanien) auf Position 14. Jordan-Pilot Nick Heidfeld (Mönchengladbach) wurde 21., zwei Plätze vor Testpilot Timo Glock (Wersau).

Neben den neuen Autos von McLaren-Mercedes und BMW-Williams gibt es in Magny-Cours auch für Michael Schumacher eine Premiere. Denn der sechsmalige Weltmeister wird am Sonntag im Rennen erstmals seinen neuen Super-Helm RF 1.6 des Braunschweiger Herstellers Schuberth einsetzen. "Ich gehe davon aus, dass wir sicherlich den sichersten Helm haben, den es in der Formel 1 und im gesamten Motorsport gibt", sagt Schumacher über seinen neuen Kopfschutz, der gegenüber dem Vorgängermodell noch einmal um rund 100 Prozent sicherer, aber nur 40 Gramm schwerer geworden ist.

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