GP von San Marino Schumacher gewinnt Duell gegen Alonso

Spannung bis zur letzten Runde: Michael Schumacher und Fernando Alonso lieferten sich beim Großen Preis von San Marino über weite Teile des Rennens einen erbitterten Zweikampf an der Spitze. Am Ende setzte sich die Routine des Deutschen durch, seine Landsmänner enttäuschten.

Imola - Michael Schumacher, von vielen im Titelrennen bereits abgeschrieben, darf nach seinem gelungenem Comeback wieder von seinem achten WM-Titel träumen. Der Ferrari-Pilot fuhr auf der letzten Rille, wehrte mehrere Angriffe Alonsos geschickt ab und verwies den Renault-Piloten schließlich mit einem Vorsprung von 2,0 Sekunden auf den zweiten Platz. Sein erster Sieg seit dem 19. Juni 2005 in Indianapolis.

"Das ist ein Traumergebnis nach zwei schweren Rennen", sagte Schumacher überglücklich. Man habe zuletzt einige Fehler gemacht, doch jeder im Team hätte hart gearbeitet, und nur so sei der Erfolg überhaupt möglich gewesen, sagte der Ferrari-Star weiter, der von den Ergebnissen in den nächsten Rennen auch seine Zukunftsplanung abhängig machen will.

Das Rennen auf dem 4,933-Kilometer-langen Kurs begann turbulent. Zwar verteidigte Schumacher seine Pole, doch noch in der ersten Runde überschlug sich der Niederländer Christijan Albers (Midland-Toyota) nach einer spektakulären Karambolage mit dem Japaner Yuji Ide (Super-Aguri-Honda) mehrfach. Albers konnte das Wrack aber unverletzt und selbstständig verlassen. Nach der Safety-Car-Phase baute Schumacher seine Führung kontinuierlich aus und konnte sich zunächst auf seinen Teamkollegen Felipe Massa verlassen. Der Brasilianer betätigte sich lange erfolgreich als Puffer gegen den an Position vier liegenden Alonso.

Zum erbitterten Zweikampf zwischen Schumacher und dem Titelverteidiger an der Spitze des Feldes kam es nach den jeweils ersten Boxenstopps der beiden WM-Anwärter. Schumacher wehrte in der Folge einige Überholmanöver Alonsos ab und blieb auch nach dem zweiten Stopp mit einer halben Sekunde Vorsprung vorne.

"Ich bin absolut fertig, ich habe sogar noch Probleme, mich richtig zu freuen", sagte Ferraris Technikchef Ross Brawn. "Das war kein einfaches Rennen, aber wir haben ganz klar einen Schritt nach vorn gemacht", befand Schumacher. Aus diesem Grund sei der Sieg auch völlig verdient gewesen. Bis auf ein paar kleinere Probleme im Mittelabschnitt sei der Ferrari absolut konkurrenzfähig gewesen, so Schumacher weiter.

Damit verbessere sich der 37-Jährige in der WM-Wertung mit nun 21 Punkten auf den zweiten Rang. Allerdings beträgt Schumachers Rückstand vor dem Heimspiel in zwei Wochen (7. Mai) auf dem Nürburgring auf den weiter souverän führenden Alonso immer noch 15 Zähler. Für Michael Schumacher war es der 85. Grand-Prix-Sieg seiner beispiellosen Karriere und bereits der insgesamt siebte in Imola. Den dritten Platz belegte der Kolumbianer Juan Pablo Montoya, der so für einen Hoffnungsschimmer bei den Mercedes-Silberpfeilen sorgte.

Schumachers Teamkollege Filipe Massa (Brasilien) fuhr auf Rang vier, WM-Mitfavorit Kimi Räikkönen (Finnland) kam in seinem McLaren-Mercedes nicht über Position fünf hinaus. Enttäuschte Gesichter gab es bei den anderen deutschen Rennfahrern: Toyota-Pilot Ralf Schumacher, zuletzt in Australien überraschender Dritter, enttäuschte als Neunter. Neuling Nico Rosberg (Wiesbaden) landete in seinem Williams-Cosworth auf Rang elf, der von einem Magen-Darm-Virus geschwächte Mönchengladbacher Nick Heidfeld musste sich mit Platz 13 begnügen.

mig/sid

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