GP von Spanien Massa verdirbt Alonso das Heimrennen

Auswärtssieg in Barcelona: Ferrari-Pilot Felipe Massa gewinnt das Heimspiel von Weltmeister Fernando Alonso souverän und ist nun endgültig im Kampf um den Titel angekommen. Der Spanier Alonso musste sogar noch Mercedes-Kollege Lewis Hamilton passieren lassen, der nun die WM-Wertung anführt.


Hamburg - Massa gewann den Grand Prix von Spanien durch einen Start-Ziel-Sieg deutlich vor den Silberpfeilen von Hamilton und Alonso. Auf Rang vier fuhr der Pole Robert Kubica ins Ziel, Fünfter wurde David Coulthard vor Nico Rosberg. BMW-Sauber-Fahrer Nick Heidfeld und Ralf Schumacher im Toyota mussten wegen technischer Defekte das Rennen ebenso wie Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen vorzeitig aufgeben.

In der WM-Wertung setzte sich der 22-jährige Hamilton (30) mit seinem zweiten Platz vor Alonso (28) und Massa (27) an die Spitze. Er ist damit der jüngste Formel-1-Pilot der jemals die Führung in der Fahrerwertung übernahm. Kimi Räikkönen ist mit 22 Punkten Vierter, Heidfeld bleibt trotz seines Ausfalls Fünfter (15).

Hamilton strahlte, nachdem er den Rekord des jüngsten WM-Spitzenreiters aller Zeiten von Teamgründer Bruce McLaren übernommen hatte. "Was soll ich sagen: Ich lebe meinen Traum. Nach meinem vierten Rennen mit den besten Fahrern der Welt die WM anzuführen, ist einfach unglaublich", sagte Hamilton.

In einem ereignisreichen Rennen zuvor hatte es bereits der Start in sich: Alonsos Angriff auf Spitzenreiter Massa endete nicht auf Platz eins, sondern neben der Strecke und anschließend auf Rang vier. Mercedes-Kollege Hamilton machte es besser und zog an Ferrari-Pilot Räikkönen vorbei auf Platz zwei. "In der ersten Kurve war es mit Fernando ein bisschen eng. Der Start war der schwierigste Teil des Rennens. Als ich gemerkt hatte, dass mein Auto nichts abbekommen hatte, hatte ich das Rennen in der Hand", sagte Massa. Alonso hingegen war natürlich enttäuscht: "Nach dieser ersten Kurve wurde es von Rang vier aus sehr schwierig, weil mein Auto auch noch ein bisschen beschädigt war. Ohne Kimis Ausfall wäre ich nicht mal aufs Podium gekommen. Wenn man von Platz zwei startet, ist das hart. `

Auch weiter hinten ging nicht alles sauber vonstatten: Alexander Wurz fuhr Ralf Schumacher in der ersten Runde ins Heck, woraufhin Wurz sofort und Ralf Schumacher in Runde 45 den Wagen in der Garage abstellen musste. Wurz entschuldigte sich später, dass er "Ralfs Rennen kaputtgemacht habe".

Während Massa in der Folge seine Führung mit mehreren schnellsten Runden festigte, rollte im zehnten Umlauf wegen eines Elektronikfehlers der zweite Ferrari in die Boxengasse. Für Räikkönen war der Grand Prix damit nach nicht einmal einem Sechstel des Rennens beendet. Auch die McLaren-Mercedes entfernten sich voneinander. Hamilton konnte Alonso in der ersten Rennhälfte kontinuierlich distanzieren. Der Spanier konnte auf seinen harten Reifen nicht mit dem Briten und Massa mithalten, die beide auf weichen Pneus unterwegs waren. Zwischenzeitlich verlor der Weltmeister bis zu einer halben Sekunde pro Runde.

An den Positionen jedoch änderte sich auch nach den ersten Boxenstopps nichts, lediglich Heidfeld musste nach einer Mechaniker-Panne - der rechte vordere Reifen war nicht komplett montiert, als dem Deutschen das Signal zur Weiterfahrt gegeben wurde - seinen BMW zweimal in die Box lenken und fiel erst von Platz 5 auf 15 zurück und musste einige Runden später das Rennen ganz aufgeben. "Schade, Platz drei wäre drin gewesen", sagte Heidfeld.

Massa drehte indes souverän seine Runden und ließ die McLaren-Mercedes nicht mehr gefährlich nahe kommen. So abwechslungsreich das Rennen mit acht Ausfällen weiter hinten war, so eintönig ging es an der Spitze nach dem Ausfall Räikkönens zu Ende. Nachdem sich Alonso im dritten Rennabschnitt auf weichen Reifen wieder stabilisierte, waren die Podestplätze schon mehrere Runden vor Schluss zementiert.

Im Schatten der Spitze und Heidfelds Missgeschick zeigte Williams-Pilot Rosberg ein sehr starkes Rennen und konnte sich von Startplatz elf bis auf Rang sechs vorarbeiten. Für den 21-jährigen Deutschen waren es nach zwei Punkten in Malaysia die nächsten beiden WM-Punkte in diesem Jahr - Platz acht in der WM-Wertung. Der vierte Deutsche Adrian Sutil landete im Spyker vor seinem Teamkollegen Christijan Albers auf Rang 13.

Nur einmal war Massas Sieg kurzzeitig in Gefahr: Beim ersten Boxenstopp entzündete sich auslaufendes Benzin auf dem heißen Ferrari. Für wenige Sekunden rollte der rote Bolide als Feuerball durch die Boxengasse - nur um kurz danach wieder unaufhaltsam zum zweiten Saisonsieg für den Brasilianer ins Ziel zu rasen.

fpf/sid



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