Grand Prix von Kanada Ralf Schumacher gewinnt das Bruderduell

Im Training ist BMW-Williams derzeit das dominierende Team. Wie schon beim Großen Preis von Monaco eroberten Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya auch in Montreal die beiden ersten Startplätze. Weltmeister Michael Schumacher enttäuschte hingegen. Ein Debakel erlebte WM-Spitzenreiter Kimi Räikkönen.


Ralf Schumacher: Der Trainingsweltmeister freut sich
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Ralf Schumacher: Der Trainingsweltmeister freut sich

Montreal - Ralf Schumacher hat beim Großen Preis von Kanada zum zweiten Mal in Folge die Pole Position geholt und seinem Bruder Michael die Schau gestohlen. Der BMW-Williams-Pilot benötigte am Samstag in Montreal 1:15,529 Minuten für seine Runde und fuhr zum dritten Mal in seiner Karriere auf Startplatz eins.

"Ich bin natürlich sehr, sehr zufrieden. Damit habe ich nicht gerechnet", sagte Ralf Schumacher nach seinem Erfolg auf der malerisch gelegenen Ile Notre Dame am St.-Lorenz-Strom, "ich muss meine Pole umsetzen. Was in Monaco passiert ist, wiederholt sich hier hoffentlich nicht." In Monte Carlo war der Deutsche trotz des besten Startplatzes nur Vierter geworden.

Wie zwei Wochen zuvor komplettiert Juan Pablo Montoya (1:15,923) beim 8. von 16 WM-Läufen am Sonntag (19 Uhr MESZ, live bei Premiere und RTL) auf dem Circuit Gilles Villeneuve die weiß-blaue erste Reihe. Der Kolumbianer hatte in Monaco gewonnen. "Vor fast genau einem Jahr haben wir auf dem Nürburgring zuletzt mit beiden Autos in der ersten Reihe gestanden", freute sich BMW-Motorsportdirektor über den gelungenen Coup in Kanada, "nach dem Sieg in Monaco belegt das unseren Aufwärtstrend."

Ferrari verpasste die erste Startreihe

Michael Schumacher, der auf 1:16,047 Minuten kam, musste sich beim Qualifying mit Platz 3 zufrieden geben. Der Ferrari-Pilot, der schon fünfmal in Montreal gewinnen konnte (1994, 1997, 1998, 2000, 2002), war rund eine halbe Sekunde langsamer als sein Bruder Ralf. "Ich bin enttäuscht, denn ich habe erwartet, dass wir hier in der ersten Reihe stehen", sagte Ferrari-Technikchef Ross Brawn.

Der zweite Scuderia-Fahrer Rubens Barrichello hatte als Fünfter (1:16,143 Minuten) ebenfalls nicht glänzen können. Der spanische Renault-Pilot Fernando Alonso (1:16,048) schob sich noch zwischen den Brasilianer und Michael Schumacher. "Meine Runde ist nicht ganz glücklich gelaufen", räumte der fünfmalige F1-Champion ein, "aber es ist eine gute Ausgangsposition im Bezug auf die WM, wenn man bedenkt, wo Kimi Räikkönen startet."

Silberpfeile landen unter ferner liefen

Der WM-Spitzenreiter aus Finnland verlor in seiner Qualifikationsrunde wegen zu hoher Geschwindigkeit die Kontrolle über seinen Boliden, rutschte über die Wiese, krachte mit dem Heck seines Autos voran in einen Reifenstapel und musste seinen Versuch ohne Zeit abbrechen. Der McLaren-Mercedes-Pilot, der in der Gesamtwertung mit 48 Punkten vier Zähler vor Michael Schumacher liegt, muss damit am Sonntag als Letzter aus der Boxengasse starten.

Räikkönens Teamkollege David Coulthard aus Schottland (1:17,024 Minuten) bot ebenfalls eine schwache Vorstellung und wurde lediglich 11. "Das ist sicher die denkbar schlechteste Ausgangsposition für uns. Aber wir geben alles, um im Rennen das Beste daraus zu machen", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Die beiden Sauber-Piloten Heinz-Harald Frentzen (1:16,939) und Nick Heidfeld (1:17,086) wurden 10. und 12.



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