Großer Preis von Bahrein Ferrari furios, Hamilton verliert die Nerven

Jubel bei Ferrari, Ernüchterung bei BMW, Debakel für Mercedes: Beim Rennen in Bahrein haben Felipe Massa und Kimi Räikkönen ein perfektes Rennen gezeigt. Robert Kubica musste Platz eins schnell abgeben, für Lewis Hamilton reichte es nicht einmal zu WM-Punkten.

Von Pavo Prskalo


Sachir - Balsam für die Seele von Felipe Massa: Nach zwei Ausfällen und starker Kritik meldete sich der Brasilianer eindrucksvoll im WM-Kampf zurück. Beim Rennen in Bahrein siegte Massa mit 3,4 Sekunden Vorsprung vor seinem Ferrari-Teamkollegen Kimi Räikkönen. BMW-Pilot Kubica komplettierte das Podium. McLaren-Mercedes-Fahrer Hamilton verspielte durch seinen 13. Rang die Gesamtführung im WM-Klassement. Mit 19 Punkten führt nun Räikkönen vor Nick Heidfeld (16), der auf den vierten Platz kam.

Bereits beim Start zeichnete sich das Hamilton-Debakel ab: Der Brite hatte Probleme mit der Kupplung und musste mitansehen, wie er vom dritten Platz auf Rang zehn durchgereicht wurde. In der zweiten Runde drängte Hamilton nach vorne - verlor dabei aber die Nerven. Bei einem Überholmanöver gegen Fernando Alonso (Renault) knallte Hamilton auf den Wagen seines ehemaligen Mercedes-Kollegen.

An der Box musste er sich einen neuen Frontflügel abholen, der alte lag zertrümmert auf dem Asphalt verteilt. "Die Motoreinstellung am Anfang war nicht richtig", erklärte McLaren-Chef Ron Dennis den schwachen Start Hamiltons: "Irgendwie hat es nicht geklappt. Unterm Strich ist noch viel zu tun." Immerhin kam der Finne Heikki Kovaleinen als Fünfter noch zu vier WM-Punkten für McLaren.

Einen unglücklichen Start erwischte neben Hamilton auch Kubica. Der Pole, der von der Pole Position in Rennen ging, musste sich noch vor der ersten Kurve Massa geschlagen geben. "Meine Reifen sind durchgedreht", erklärte Kubica seinen schwachen Start nach dem Rennen. In der dritten Runde kam es noch dicker für den 23-Jährigen: Weltmeister Räikkönen - von Platz vier gestartet - schob sich vorbei. Die Ferrari-Doppelspitze war perfekt, die Euphorie bei BMW-Sauber über die erste Pole Position schnell verflogen. Immerhin gelang es dem Rennstall, erstmals die Führung in der Konstrukteurs-WM zu übernehmen. BMW-Motorsportchef Mario Theissen war zufrieden. "Wir haben noch Potential nach oben. Wenn wir das rauskitzeln, sind wir noch für einige Überraschungen gut", sagte Theissen.

Während Kubica in den ersten Runden schwächelte, freute sich Massa nach seinen zwei Pannen-Rennen in Australien und Malaysia über eine perfekte Vorstellung und die ersten zehn WM-Punkte der Saison. "Es war sicherlich nicht leicht nach den ersten beiden Rennen. Der Druck war groß", sagte Massa: "Ich hatte ständig im Hinterkopf, was zuletzt passiert ist. Doch das ist nun vorbei. Der Sieg hilft mir, ich schaue jetzt nach vorn."

Zwar versuchte Räikkönen immer wieder Druck auf den Führenden aufzubauen, doch der Finne kam nicht entscheidend genug ran, um ein Überholmanöver anzusetzen. Auch an der Box - wie in Malaysia - kam er nicht an Massa vorbei. Denn in Bahrein holte die Ferrari-Crew zweimal erst Räikkönen rein. Massa nutzte diesen Vorteil, er drehte einige schnelle Runden mit wenig Sprit im Tank und baute den Vorsprung leicht aus.

Pech hatte Sebastian Vettel. Der 20-jährige Deutsche musste seinen Wagen nach einer Kollision in der ersten Runde abstellen. Im dritten Saisonrennen erreichte Vettel damit zum dritten Mal nicht das Ziel. "Beim Zusammenstoß hat es beim Auto alle Leitungen gekappt. Das ist natürlich schade", sagte der Toro-Rosso-Fahrer. Timo Glock dagegen sah zum ersten Mal die Zielflagge. Als Neunter verpasste der Toyota-Pilot aber seinen ersten WM-Punkt um einen Platz. Diesen Punkt schnappte sich Williams-Pilot Nico Rosberg als Achter. "Das Auto war über die Distanz gut. Natürlich ist es ärgerlich, dass wir die Punkte verpasst haben." Adrian Sutil kam im Force India auf den 19. Rang.



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