Großer Preis von Deutschland Schumacher will Prost-Rekord knacken

Der jüngste Trainingsunfall hat Michael Schumacher nicht aus dem Konzept gebracht. Beim Großen Preis von Deutschland in Hockenheim will der Weltmeister für eine weitere Bestleistung in der Formel 1 sorgen.


Michael Schumacher: "Ich weiß ja, warum es passiert ist"
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Michael Schumacher: "Ich weiß ja, warum es passiert ist"

Hockenheim - Genau acht Jahre nach Alain Prost könnte Schumacher am Sonntag ein weiteres Kapitel Formel-1-Geschichte schreiben. Der viermalige Weltmeister aus Frankreich hatte am 25. Juli 1993 beim Großen Preis von Deutschland den letzten seiner 51 GP-Siege gefeiert. In Hockenheim könnte Schumacher diesen Weltrekord einstellen. "Es wäre schön, ausgerechnet in Hockenheim meinen 51. Sieg feiern zu können", so Schumacher, der 1995 im Benetton als bislang einziger Deutscher den deutschen Grand Prix gewonnen hatte.

Ein Ferrari-Triumph in Hockenheim fehlt Schumacher noch. Der Star der Scuderia, der 37 Punkte Vorsprung auf seinen schärfsten Rivalen David Coulthard hat, ist vor dem zwölften von 17 WM-Läufen am Sonntag (14 Uhr) optimistisch. "Unser Auto war bislang auf allen Streckenprofilen konkurrenzfähig", beurteilt der 32-Jährige die Lage.

Unfall weggesteckt


Was den Unfall aus der vorigen Woche in Monza angeht, fühlt sich Schumacher überhaupt nicht beeinträchtigt. "Ich weiß ja, warum es passiert ist, daher kann ich das sehr gut wegstecken", erklärte der dreifache Weltmeister, der sich nach seinem spektakulären Crash für einige Tage in seinem Schweizer Domizil erholte.

In Hockenheim bekommt Schumacher, der in den letzten 17 Rennen 16-mal Erster oder Zweiter war, einen stärkeren Motor von Ferrari gestellt, den er in den langen Waldgeraden der Strecke von Hockenheim zur Geltung bringen soll. Die rund 20 PS, die nun mehr geleistet werden, wird der WM-Führende auch brauchen, denn es wird mit einem Dreikampf an der Spitze gerechnet: "Ich gehe davon aus, dass auch BMW-Williams in Hockenheim stark sein wird. Daher rechne ich eher mit einem Rennen zwischen uns, McLaren-Mercedes und BMW-Williams.

Coulthard forsch, Ralf Schumacher zurückhaltend


Ralf Schumacher versucht indes die Erwartungen zu dämpfen. "Wir sind noch nicht gut genug. Auf der einen Seite bin ich überrascht, was wir schon erreicht haben, dann erleben wir wieder Rückschläge wie in Silverstone", sagt der 26-Jährige, der in dieser Saison in Imola und Montreal seine ersten beiden GP-Siege feierte. Für die deutschen Fans wäre ein erneutes Bruderduell das Größte. Die Veranstalter rechnen am Wochenende mit 250.000 Besuchern. Die Campingplätze rund um die Strecke sind voll belegt.

Aus dem Lager Coulthards hört man hingegen forschere Töne. "Natürlich kann ich nicht ignorieren, dass Michael dem Titel immer näher kommt", so der Schotte, der in Silverstone nach einer frühen Kollision mit Jarno Trulli leer ausging: "Aber ich weigere mich, klein beizugeben, bis ich auch rechnerisch keine Möglichkeit mehr habe."

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