Großer Preis von Europa Schumacher-Show beim Qualifying

Der Kampf um die beste Startposition beim Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring war wieder einmal eine Familienangelegenheit unter den Brüdern aus Kerpen.


Riesenstimmung auf dem Nürburgring: Ralf Schumacher "heizt" beim Qualifying an den vollbesetzten Tribünen vorbei
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Riesenstimmung auf dem Nürburgring: Ralf Schumacher "heizt" beim Qualifying an den vollbesetzten Tribünen vorbei

Nürburgring - Die Brüder Michael und Ralf Schumacher stehen beim Großen Preis von Europa am Sonntag (14 Uhr) auf dem Nürburgring wie schon vor zwei Wochen in Kanada gemeinsam in der ersten Startreihe und sorgten damit beim Zeittraining für Volksfest-Stimmmung unter den 108.000 Zuschauern. Der Jubel um die Brüder aus Kerpen war schier grenzenlos, Böllerschüsse und ein riesiges Fahnenmeer begleiteten die beiden Rennfahrer auf jeder Runde.

"Perfekt abgestimmter" Ferrari


Dabei stellte der dreimalige Weltmeister Michael Schumacher nach der Niederlage in Montreal die gewohnte Familien-Hierarchie wieder her und sicherte sich im Ferrari in 1:14,960 Minuten seine siebte Pole Position in diesem Jahr vor Bruder Ralf (1:15,226) im BMW-Williams. "Das ist wirklich optimal gelaufen, mit dieser Pole habe ich nach unseren Problemen im freien Training am Vormittag überhaupt nicht gerechnet. Das Auto war perfekt abgestimmt", sagte Michael Schumacher, für den es die insgesamt 39. Bestzeit seiner Karriere war. Ralf, der bei dem historischen Sieg in Kanada seinen zweiten Grand-Prix-Erfolg nach Imola gefeiert hatte, flachste mit seinem Bruder: "Schade, diesmal hätte es auch im Qualifying mal anders herum ausgehen können."

Dennoch war "Little Schu" zufrieden, zumal er vorher tief gestapelt und sich keine Chance ausgerechnet hatte: "Michael ist hier klarer Favorit, die Strecke liegt Ferrari viel mehr als unserem Auto." Nach dem Zeittraining relativierte Ralf Schumacher diese Einschätzung und staunte ein wenig: "Der BMW-Williams ist viel besser als erwartet, ich freue mich auf das Rennen."

"Fisichella ist nicht in der Nähe"


Brothers in Arms: Michael und Ralf Schumacher in bester Laune nach dem Qualifying zum Großen Preis von Europa
AP

Brothers in Arms: Michael und Ralf Schumacher in bester Laune nach dem Qualifying zum Großen Preis von Europa

Angst, dass es wie 1997 auf dem Nürburgring erneut zu einem Unfall der Schumacher-Brüder in der ersten Kurve kommt, hat der Weltmeister nicht. "Fisichella ist diesmal nicht in der Nähe, das wird schon gutgehen", so Michael Schumacher. Damals war der Ferrari-Star vom eigenen Bruder schuldlos "abgeschossen" worden, nachdem Ralf zuvor vom damaligen Jordan-Teamkollegen Giancarlo Fisichella (Italien) gerammt worden war.

Auch die zweite Reihe beim neunten von 17 WM-Läufen ist rot und weiß-blau: BMW-Williams-Pilot Juan Montoya (Kolumbien/1:15,490) fuhr vor Rubens Barrichello (Brasilien/1:15,622) im Ferrari auf Position drei. Einen weiteren Rückschlag mussten die Silberpfeile hinnehmen, die tags zuvor noch das freie Training dominiert hatten und in die Favoritenrolle gefahren waren.

"Wir waren klar zu langsam"


Der Schotte David Coulthard, mit 18 Punkten Rückstand größter Rivale von WM-Spitzenreiter Michael Schumacher (58) im Titelrennen, kam im McLaren-Mercedes in 1:15,717 nicht über Platz fünf hinaus. Ex-Weltmeister und Teamkollege Mika Häkkinen (Finnland/1:15,776) landete auf dem sechsten Rang. Mercedes-Sportchef Norbert Haug wollte die Pleite nicht beschönigen: "Wir waren heute klar zu langsam. Das ist nicht die Ausgangsposition, die wir uns hier gewünscht hatten."

Auch für die Mönchengladbacher Heinz-Harald Frentzen und Nick Heidfeld, deren Start nach den Kanada-Unfällen erst am Donnerstag gesichert war, gab es nichts zu Lachen. Frentzen belegte hinter seinem Jordan-Teamkollegen Jarno Trulli (Italien) nur Platz acht, Heidfeld landete ebenfalls hinter seinem Sauber-Teamkollegen Kimi Räikkönen (Finnland) auf Rang zehn.

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