Großer Preis von Frankreich Doppelsieg für Ferrari - Deutsche gehen unter

Felipe Massa hat den Grand Prix von Magny Cours gewonnen und übernimmt die Führung in der Formel-1-Fahrerwertung. Ferrari-Teamkollege Kimi Räikkönen wurde mit technischen Problemen Zweiter, überraschend fuhr auch Jarno Trulli im Toyota aufs Podium. Die deutschen Piloten enttäuschten völlig.


Magny-Cours - Massa profitierte bei seinem Sieg von Räikkönens Pech. Der Weltmeister lag lange in Führung, gab den bereits sicher geglaubten Sieg wegen eines defekten Auspuffs aber noch aus der Hand. Nach zwei Rennen ohne jeden Punktgewinn verbuchte der Finne letztlich mit Platz zwei immerhin noch acht Zähler und liegt mit 43 Punkten auf Rang drei der Gesamtwertung.

Dort führt Massa (48 Punkte) nun knapp vor Robert Kubica (46) im BMW-Sauber, der nur den fünften Platz belegte. Das weißblaue Team hatte über das ganze Wochenende Probleme mit der Abstimmung der Reifen. Als Dritter schaffte der überraschend schnelle Jarno Trulli im Toyota den Sprung aufs Treppchen. Lewis Hamilton ist dagegen im Kampf um die WM zurückgefallen. Der McLaren-Mercedes-Pilot belegte Platz zehn, nachdem er wegen einer Strafe aus dem Rennen in Montréal von Rang 13 starten musste.

Sein Kollege Heikki Kovalainen kämpfte sich von Startplatz zehn auf Platz vier nach vorne. Kurz vor dem Ziel touchierte er bei einem Überholversuch Trullis Toyota, konnte seinen Boliden aber ins Ziel bringen. "Trulli hat gut verteidigt. Das war hart, aber kein Problem", kommentierte Kovalainen später.

Nick Heidfeld im BMW-Sauber enttäuschte nach Rang zwei in Kanada vor zwei Wochen mit dem 13. Platz. Er sagte: "Das ist erst das achte Rennen, und davor waren wir gut dabei. Ich hoffe, das hier ist nur ein Ausrutscher." BMW-Motorsportchef Mario Theissen nahm Heidfeld in Schutz: "Es scheint, dass in Magny Cours ganz spezielle Bedingungen herrschen. Wir haben unser Paket das ganze Wochenende nicht zum Arbeiten gebracht. Ich würde die Schuld heute eher dem Auto als dem Fahrer geben."

Bester der fünf deutschen Fahrer war Timo Glock. Der 26-Jährige, der in Montréal auf Rang vier seine ersten WM-Punkte für Toyota eingefahren hatte, belegte diesmal Rang elf. Sebastian Vettel wurde im Toro Rosso Zwölfter, Nico Rosberg kam im Williams nicht über Rang 16 hinaus. Adrian Sutil landete in seinem Force India abgeschlagen auf dem 19. und damit letzten Platz. Vor allem Rosberg war frustriert: "Es liegt an der Aerodynamik, das spüre ich vor allem in den langsamen Kurven sehr stark. An meinem Auto ist irgendwas verkehrt."

Räikkönen, der Ferrari die 200. Pole Position beschert hatte, gab sich am Start keine Blöße und behauptete die Spitze vor Massa. Dahinter lieferten sich Toyota-Pilot Trulli und der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso lange ein hartes Duell um Position drei. Hamilton erlebte früh einen weiteren Rückschlag. Wegen eines Abkürzens in der Schikane erhielt der Brite eine Durchfahrtstrafe. Dadurch fiel Hamilton, der sich nach dem Start auf Rang neun vorgearbeitet hatte, auf Platz 13 zurück, von dem er auch gestartet war.

Etwa zur Hälfte des Rennens wurde Räikkönen langsamer und musste Massa in Runde 39 vorbeilassen. Wie sich herausstellte, hatte der Auspuff des Ferrari einen Defekt. Massa konnte das Rennen danach ohne einen echten Gegner über die Runden bringen und die zehn WM-Punkte sicher nach Hause fahren.

Nach dem Rennen sagte der Brasilianer: "Das war ein schönes Geschenk. Manchmal braucht man ein bisschen Glück. Kimi hatte eine irrsinnige Pace. Es wäre schwer geworden, ihn zu überholen." Räikkönen gab sich gewohnt gelassen: "Das war enttäuschend am Ende. Das ist ein Problem, das passiert halt mal. Ich hatte aber auch Glück, dass ich ins Ziel gekommen bin."

Der Große Preis von Frankreich wird auch 2009 in Magny-Cours stattfinden. Das bestätigte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone. Er hatte zuvor mehrfach gesagt, dass er sich in Zukunft einen Frankreich-Grand-Prix in Paris wünscht. Diese Pläne sind aber vorerst vom Tisch, auch wenn Ecclestone die Hoffnung nicht aufgibt. "Paris ist möglich. Ein Rennen im Disneyland Resort wäre magisch, doch wir haben noch einen Vertrag mit Magny-Cours", sagt der 77-Jährige.

all/sid/dpa



insgesamt 516 Beiträge
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georgeskoch, 16.03.2008
1. Formel Fahrer
Vorausgesetzt der Wagen hält durch, werden sich gegenüber letztem Jahr die Fahrer verbessern, die generell im Regen schnell sind. Schnell bei Regen, da fährt Nick Heidfeld ganz klar, ganz weit vorne. Meine Bewunderung galt immer denen die im Regen schnell waren. Keine Traktionskontrolle, hat fahrtechnisch mit Regen einige Gemeinsamkeiten. Und dann gibts da natürlich noch einen Fahrer, der für mich unschlagbar bei Regen ist. Michael Schumacher. Das Come Back, lässt grüßen!!
mario link 16.03.2008
2. Autos im Ziel
1958 in Monza waren es nur 3 (von 21) Boliden, die das Rennen beendeten 1966 in Monaco kamen ebenfalls nur 4 Wagen ins Ziel
Umberto, 16.03.2008
3.
Zitat von sysopGelingt McLaren-Pilot Lewis Hamilton in seinem zweiten Jahr der Gesamtsieg in der Königsklasse? Kann Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen seinen Titel verteidigen? Welche Chancen haben die fünf deutschen Fahrer in der Formel-1-Saison 2008?
Lewis Hamilton, wer denn sonst? Die besten Chancen hat IMO Nick Heidfeld. Zum Titel wird's jedoch sicher nicht reichen.
derpolokolop 16.03.2008
4.
Egal wer gewinnt ist laut Bildzeitung Deutschland immer irgendwie vorne ;-) Lewis oder Kimi wird Meister. Nick Heidfeld bester Deutscher.
julius-dookie 16.03.2008
5.
Also wenn ich mich recht entsinne sind die Ergebnisse in der Flashanzeige von 2006 und nicht von 2007. Alonso z.B. hatt letztes jahr nicht gewonnen ;) mfg julius
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